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Winter an der Arosabahn (Januar 2014)

Diese Tagestour am Neujahrstag 2014 führt uns in die Ostschweiz und nach Graubünden. Auf dem Programm stehen die neuen Fahrzeugen der Frauenfeld-Wil-Bahn, die mir noch unbekannte Strecke der Arosabahn und der Glarner-Sprinter nach Linthal.

Streckenkarte
Streckenkarte

Die Rundfahrt führt uns von Konstanz über Frauenfeld und Wil nach Chur und weiter mit der Rhätischen Bahn nach Arosa. Für den Rückweg wählen wir die Strecke über Ziegelbrücke und machen von dort einen Abstecher ins Glarnerland, bevor wir über Zürich zurückfahren nach Konstanz.

Erster und letzter Zug der Tour ist der SBB-InterRegio zwischen Konstanz und Zürich. Da diese Strecke schon in vielen anderen Reiseberichten beschrieben ist, soll sie hier nicht nochmals erwähnt werden.

Triebwagen der Frauenfeld-Wil-Bahn (FW) in Frauenfeld
Triebwagen der Frauenfeld-Wil-Bahn (FW) in Frauenfeld

Und so beginnt der Reisebericht nun in Frauenfeld bei der meterspurigen Frauenfeld-Wil-Bahn (FW). Die knapp 17,5 Kilometer lange Strecke zwischen beiden Städten wurde 1887 eröffnet, die Endhaltestellen befinden sich jeweils auf den Bahnhofsvorplätzen. Seit dem Jahr 2013 verkehren neue Stadler-Gelenktriebwagen auf der Strecke, Bilder der vorherigen Fahrzeuge finden sich in diesem Reisebericht von 2012.

1. Klasse im Triebwagen der Frauenfeld-Wil-Bahn (FW)
1. Klasse in der Frauenfeld-Wil-Bahn

Schon erstaunlich, welchen Komfort diese kleine Bahn bietet: die neuen Züge verfügen über eine 1. Klasse mit Leseleuchten und Steckdosen, außerdem haben die Züge gratis-WLAN und natürlich eine Klimaanlage.

Bahnsteig der Frauenfeld-Wil-Bahn (FW) in Frauenfeld
Endstation der Frauenfeld-Wil-Bahn in Frauenfeld

Altstadt von Wil
Altstadt von Wil

Nun bleibt Zeit für einen morgendlichen Spaziergang durch die 18.000-Einwohner-Stadt Wil. Es regnet noch leicht, aber der Wetterbericht hat im Tagesverlauf Sonne versprochen. Wil rühmt sich, die besterhaltene Altstadt der Ostschweiz zu haben.

Kirche St. Nikolaus Wil
Kirche St. Nikolaus

Hof zu Wil
Hof zu Wil

Der Hof zu Wil kann auf eine 800-jährige Geschichte zurückblicken; einst residierten hier die St. Galler Fürstäbte. Links davon das Gerichtshaus aus den Jahren 1607/09 und das Hauptmannshaus.

Markt von Wil
Markt

SBB-Regio-Dosto als Rheintal-Express in Wil
Regio-Dosto als Rheintal-Express in Wil

Nun geht es mit der Bahn weiter von Wil nach Chur. Mit dem letzten Fahrplanwechsel wurde der Rheintal-Express nach Wil verlängert; der Zug besteht aus einem Regio-Dosto und fährt über Sankt Gallen und am Bodenseeufer entlang in das Rheintal.

1. Klasse im Regio-Dosto der SBB
1. Klasse im Regio-Dosto

Blick aus dem Zugfenster auf der Fahrt von Wil zum Bodensee
Blick aus dem Zugfenster auf der Fahrt von Wil zum Bodensee

Fahrt durch das Rheintal
Fahrt durch das Rheintal

Auf der Fahrt durch das Rheintal begleitet uns die Sonne. In Chur steht dann der Wechsel zur Rhätischen Bahn (RhB) an. Viele Strecken der RhB habe ich bereits in Reiseberichten vorgestellt, aber die Arosabahn ist noch neu für mich.

Allegra-Triebzug der Rhätischen Bahn (RhB) in Chur
Allegra-Triebzug der Rhätischen Bahn in Chur

Die Stichstrecke beginnt auf dem Bahnhofsvorplatz von Chur. Allegra-Triebzüge mit mehreren Wagen im Schlepptau sind auf der 26 Kilometer langen Strecke im Einsatz.

1. Klasse im Allegra-Triebzug der Rhätischen Bahn (RhB)
In der ersten Klasse kann man dem Lokführer über die Schultern schauen

Streckenkarte der Rhätischen Bahn (RhB) auf einem Tisch
Streckenkarte der Rhätischen Bahn (RhB) auf einem Tisch im Wagen

Fahrt durch das Stadtgebiet von Chur
Fahrt durch das Stadtgebiet von Chur, links der Malteserturm

Der erste Teil der Strecke führt mitten durch das Stadtgebiet und erinnert an eine Straßenbahnstrecke. Die nachfolgenden Bilder entstanden bei der Rückfahrt und wurden aus dem letzten Wagen fotografiert. Für die Streckenbeschreibung sind die Bilder jedoch an dieser Stelle passender.

Fahrt durch das Stadtgebiet von Chur

Fahrt mit der Rhätischen Bahn durch Chur
Die Strecke erreicht den Fluss Plessur...

Haltestelle 'Chur Stadt' am Plessurquai
...und die Haltestelle "Chur Stadt" am Plessurquai. Links oben ist der Hofbezirk zu sehen.

Fahrt mit der Rhätischen Bahn entlang der Plessur
Fahrt an der Plessur

Streckenblick auf der Arosabahn
Streckenblick auf der Arosabahn

Nachdem die Strecke das Stadtgebiet verlassen hat, wird aus der "Straßenbahn" eine Gebirgsbahn. "1000 Höhenmeter in 1 Stunde" lautet die Kurzbeschreibung der Strecke. Mit zunehmender Höhe ist der erste Schnee an der Strecke zu sehen.

Streckenblick auf der Arosabahn

Fahrt auf der Arosabahn
Blick aus dem Zugfenster auf der Arosabahn

Auf der weiteren Fahrt durch das Tal Schanfigg gewinnt die Strecke weiter an Höhe und führt dabei über zahlreiche Brücken, durch Tunnel und Lawinenschutz-Galerien.

Fahrt auf der Arosabahn

Blick auf den Langwieser Viadukt
Blick auf den Langwieser Viadukt

In der Ferne ist etwas später der Langwieser Viadukt zu sehen. Die Bogenbrücke ist mit einer Länge von 284 Metern die größte Brücke im Netz der RhB und zählt als weltweit erste betonierte Eisenbahnbrücke dieser Größe zum Kulturgut von nationaler Bedeutung.

Fahrt über den Langwieser Viadukt
Fahrt über den Langwieser Viadukt

In einer Höhe von 62 Metern geht es nun über Plessur und Sapünerbach. Erbaut wurde die Brücke in den Jahren 1912 bis 1914 von der damaligen Chur-Arosa Bahn, welche später in die Rhätische Bahn integriert wurde.

Fahrt auf der Arosabahn
Fahrt auf der Arosabahn

Post- und Telefongebäude Arosa
Post- und Telefongebäude Arosa

Endpunkt der Strecke ist der Luftkurort Arosa auf 1.739 Höhenmetern. Arosa lebt überwiegend vom Tourismus, 2.200 Einwohnern stehen 4.500 Gästebetten gegenüber. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Dorfkirche und das Post- und Telefongebäude, das für die Architektur der 1940er-Jahre steht.

Dorfkirche Arosa
Dorfkirche

Blick auf die Arosabahn über dem Tunnelportal des Arosa-Tunnels
Blick auf die Bahnstrecke über dem Tunnelportal des Arosa-Tunnels

Eisbahn auf dem Obersee Arosa
Eisbahn auf dem Obersee

Blick über den gefrorenen Obersee zum Bahnhof Arosa
Blick über den gefrorenen Obersee zum Bahnhof

Der Bahnhof liegt am Obersee von Arosa, der sich im Winter in eine Eisbahn verwandelt. Der Kopfbahnhof wurde so konzipiert, dass er auch in einen Durchgangsbahnhof umgestaltet werden könnte, sofern es zu einer Verlängerung der Bahnlinie käme.

Allegra-Triebzug in Arosa
Allegra-Triebzug in Arosa zur Fahrt nach Chur

1. Klasse-Wagen der Rhätischen Bahn (RhB)
1. Klasse-Wagen der Rhätischen Bahn

Für die Rückfahrt wählen wir diesmal den Erste-Klasse-Wagen am Zugschluss. Nachfolgend nun einige Bilder der Talfahrt durch die tief verschneite Berglandschaft.

Fahrt mit der Rhätischen Bahn durch die Winterlandschaft
Talfahrt durch die Winterlandschaft

Fahrt mit der Rhätischen Bahn durch die Winterlandschaft

Rhätische Bahn im Schnee

Winterlandschaft an der Arosabahn

Zugkreuzung in Litzirüti an der Arosabahn
Zugkreuzung in Litzirüti

Zugkreuzung in Litzirüti

Winterlandschaft an der Arosabahn

Winterlandschaft an der Arosabahn

Winterlandschaft an der Arosabahn
Fahrt über den Langwieser Viadukt

Fahrt über den Langwieser Viadukt

Bahnhof Peist an der Arosabahn
Bahnhof Peist

Die Bahnhöfe an der Strecke wurden 1914 eröffnet und in ortsüblicher Bauweise als Chalets ausgeführt. Jeder der Bahnhöfe trägt einen Sinnspruch, hier am Bahnhof Peist "Es eilt die Zeit, Mensch, sei bereit."

Winterlandschaft an der Arosabahn

In Chur endet der Besuch bei der Rhätischen Bahn, nun wechseln wir wieder zu den normalspurigen Gleisen der SBB und fahren mit einem Regio-Dosto entlang des Walensees nach Ziegelbrücke.

Blick aus dem Zugfenster auf der Fahrt am Walensee
Blick aus dem Zugfenster auf der Fahrt am Walensee

Ziegelbrücke ist ein kleiner Ort, der hauptsächlich als Bahnknoten bekannt ist, da hier von der Bahnstrecke Zürich-Sargans die Linien nach Rapperswil und Linthal abzweigen. Und dies soll das letzte Ziel dieser Tour sein, nämlich die Stichstrecke nach Linthal. Für die Hinfahrt wählen wir die S 6 aus Rapperswil nach Linthal, ein Doppelstocktriebzug der S-Bahn Zürich.

1. Klasse im Doppelstocktriebzug der S-Bahn Zürich SBB RABe 514
1. Klasse im Doppelstocktriebzug der S-Bahn Zürich (RABe 514)

Fahrt durch das Glarner Unterland
Fahrt durch das Glarner Unterland

Die Strecke wurde in zwei Abschnitten 1859 und 1879 eröffnet und führt durch das Glarner Unterland und im Tal des Flusses Linth am Fuße des Vorderglärnisch nach Glarus und weiter durch das Glarner Großtal nach Linthal. Im Winter verabschiedet sich die Sonne früh aus dem Tal und große Teile liegen bereits im Schatten.

Blick aus dem Zugfenster im Linthtal
Blick aus dem Zugfenster im Linthtal

Doppelstocktriebzug der S-Bahn Zürich in Linthal (RABe 514)
Doppelstocktriebzug der S-Bahn Zürich in Linthal

Nach gut 40 Minuten ist der Endbahnhof Linthal erreicht. Nun bleibt etwas Zeit für die Erkundung des Bahnhofs und des 1.000-Einwohner-Dorfs. Die Gegend ist sehr ländlich, schon beim Aussteigen hat man das Läuten von Kuhglocken im Ohr.

Bahnhof Linthal
Bahnhof Linthal

Der Bahnhof von Linthal wurde seinerzeit noch von der Schweizerischen Nordostbahn eröffnet. Um das Jahr 1900 gab es Überlegungen, die Strecke als "Tödi-Greina-Bahn" bis nach Biasca an der Gotthardbahn zu verlängern, diese Idee wurde 1963 von einem Aktionskomitee zwar erneut aufgegriffen, de Vorstoß war jedoch nicht von Erfolg gekrönt.

Tafel zur Tödi-Greina-Bahn am Bahnhof Linthal
Tafel zur Tödi-Greina-Bahn am Bahnhof Linthal

Linthal
Linthal

Blick auf Rüti im Glarner Großtal
Blick auf Rüti im Glarner Großtal

Die andere Blickrichtung in das Glarner Großtal liegt noch in der Sonne, hier das Dorf Rüti. Die Wasserkraft der Flüsse Linth und Marglenbach führte hier einst zur Ansiedlung einer Textilindustrie mit Baumwollspinnerei und Wollweberei.

Bahnhof Linthal
Bahnhof Linthal

Infotafel zum Anschlussgleis in Linthal
Infotafel zum Anschlussgleis in Linthal

Hinter dem Bahnhofsgebäude von Linthal befindet sich eine große Halle für den Güterumschlag zum Bau eines neuen Pumpspeicherwerks. Da der Reisetag ein Feiertag war, künden nur Infotafeln vom Ablauf des Güterumschlags.

1. Klasse im NPZ-Domino 'Glarner Sprinter'
1. Klasse im NPZ-Domino "Glarner Sprinter"

Als letzter Programmpunkt steht nun noch die Mitfahrt im "Glarner Sprinter" an. Der RegioExpress bietet eine schnelle und umsteigefreie Verbindung zwischen dem Glarnerland und Zürich. Werktags endet die Verbindung in Schwanden, an Wochenenden gibt es einzelne Verbindungen nach und ab Linthal. Und so geht es jetzt ab Linthal im NPZ Domino direkt nach Zürich.

1. Klasse im NPZ-Domino 'Glarner Sprinter'
Große Beinfreiheit in der 1. Klasse

Während der Fahrt am Ufer des Zürichsees strahlen am gegenüberliegenden Ufer die erleuchteten Orte, wodurch die Fahrt auch bei Dunkelheit einen besonderen Reiz hat. Und mit der Ankunft des "Glarner Sprinters" in Zürich endet dieser Reisebericht.

Glarner Sprinter im Hauptbahnhof Zürich
"Glarner Sprinter" im Hauptbahnhof Zürich

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