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seehas und seehäsle im Portrait (Herbst-Winter 2014/2015)

Während viele meiner Reiseberichte zu fernen Zielen im In- und Ausland führen, habe ich die Herbst- und Wintermonate für ein Portrait der Bahnstrecken von seehas und seehäsle im Landkreis Konstanz genutzt.


Streckenkarte

Dieser etwas andere Reisebericht widmet sich den Strecken des seehas von Konstanz nach Engen und des seehäsle von Radolfzell nach Stockach. Die Bilder entstanden in mehreren Etappen zwischen November und März, sie sind nachfolgend als fiktive Reise von Konstanz über Singen nach Engen und auf der Rückfahrt mit einem Abstecher nach Stockach geordnet.

Seehas-Figuren am Kaiserbrunnen auf der Marktstätte Konstanz
Seehas-Figuren am Kaiserbrunnen auf der Marktstätte Konstanz

Wir beginnen die Erkundungstour in Konstanz am Kaiserbrunnen auf der Marktstätte. Während der "Wolpertinger" als bayerisches Fabelwesen auch über die Grenzen des Freistaats bekannt ist, ist der "Seehas" nur in Bodenseeregion heimisch. Das Mischwesen aus Fisch und Hase ist hier in Form von Brunnenfiguren dargestellt. Mit dem Meeresfisch Seehase ist das Fabelwesen nicht verwandt.

Anschließend wechseln wir zum Bahnhof Konstanz. Der Palazzo Vecchio in Florenz diente als Vorbild für das Empfangsgebäude mit dem markanten Turm.

Turm des Bahnhofs Konstanz
Turm des Bahnhofs Konstanz

seehas-Zug im Bahnhof Konstanz
seehas-Zug im Bahnhof Konstanz

Im Rahmen eines Namenswettbewerbs wurde die Nahverkehrslinie von Konstanz nach Engen "seehas" getauft in Anlehnung an das Fabelwesen. Seit dem Jahr 2006 verkehren elektrische Triebzüge des Typs "Flirt" (flinker leichter innovativer Regional-Triebzug) auf der Linie.

Innenbild seehas-Zug (Flirt-Triebzug)
Innenbild seehas-Zug (Flirt-Triebzug)

Streckenkarte des seehas
Streckenkarte des seehas

1994 wurde die Verbindung zunächst von der schweizerischen Mittelthurgaubahn (MThB) als grenzüberschreitende Linie von Wil über Konstanz nach Engen aufgenommen. Nach einem Intermezzo der Gesellschaften Thurbo und EuroThurbo wird der seehas heute von der SBB GmbH betrieben. Die Züge verkehren mittlerweile nur noch auf dem deutschen Abschnitt zwischen Konstanz und Engen, in Tagesrandlage sind die seehas-Züge teilweise auch als S-Bahnen in der Schweiz im Einsatz.

seehas-Magazin
seehas-Magazin

Haltestellenanzeige auf dem Display im seehas
Display mit Haltestellenanzeige

Der Bahnhof Konstanz ist der einzige linksrheinische Bahnhof in der Stadt, rechtsrheinisch folgen drei weitere Haltepunkte. Nach kurzer Fahrt bietet sich dem Fahrgast von der Rheinbrücke aus ein Blick über den Bodensee.

Blick aus dem Zugfenster über den Bodensee bei der Fahrt über die Rheinbrücke Konstanz
Blick aus dem Zugfenster über den Bodensee bei der Fahrt über die Rheinbrücke Konstanz

Häuserzeile an der Seestraße Konstanz
Häuserzeile an der Seestraße Konstanz

Haltepunkt Konstanz-Petershausen
Haltepunkt Konstanz-Petershausen

Kurz darauf ist der Haltepunkt Petershausen erreicht. Am dortigen Bahnhof gab es einstmals große Gleisanlagen, noch in den 1970er Jahren verfügte der Bahnhof über 13 Gleisanschlüsse mit regem Rangierbetrieb und auch Truppenverladungen. Die Gleise und Lagerhallen sind mittlerweile einer Wohnbebauung gewichen, auch das Empfangsgebäude wurde abgerissen. Geblieben ist lediglich ein Mittelbahnsteig. Die Stadt Konstanz plant hier eine z-förmige Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Gleise.

Die nächsten beiden Haltepunkte Fürstenberg und Wollmatingen liegen zwischen Industrie- und Wohngebieten. Sie stammen aus neuerer Zeit und werden hier ausgelassen.

Empfangsgebäude Bahnhof Reichenau (Baden)
Bahnhofsgebäude Reichenau (Baden)

Es folgt der Haltepunkt Reichenau (Baden). Eine Buslinie verbindet den Haltepunkt auf dem Festland über einen alleegesäumten Damm mit der gleichnamigen Insel, die zum UNESCO-Welterbe gehört und auch als Gemüseinsel bekannt ist. Früher fand hier noch Güterverkehr statt, so ging abends ein Eilgüterzug mit Gemüse ab und eine nahegelegene Klinik wurde per Bahn mit Koks beliefert. Das Bahnhofsgebäude beherbergt heute das NABU-Naturschutzzentrum Wollmatinger Ried.

Bahnwärter-Häuschen Reichenau-Waldsiedlung
Bahnwärter-Häuschen Reichenau-Waldsiedlung

Am Rande dieses Naturschutzgebiets führt die Strecke in Sichtweite der Insel Reichenau weiter entlang des Untersees. Dabei passieren wir ein ehemaliges Bahnwärter-Häuschen, das heute als Ferienhaus vermietet wird. Ein Schild erinnert an den ehemaligen Haltepunkt Reichenau-Waldsiedlung, der um das Jahr 1953 im Zusammenhang mit einer neu erbauten Flüchtlingssiedlung errichtet wurde. In Eisenbahnerkreisen wurde der Haltepunkt scherzhaft "Höllwartshausen" genannt nach dem Namen der Bewohner, einem Lokführer und dessen Ehefrau, welche den Schrankendienst dort versah.

Haltepunkt Hegne
Haltepunkt Hegne

Dann folgt der Haltepunkt Hegne, dessen Bahnsteige nur über eine unbefestigte Deckschicht verfügen. Der Streckenabschnitt von Konstanz bis Singen wird zwar auch von Zügen der Schwarzwaldbahn befahren, er gehört aber historisch zur Hochrheinbahn bzw. zur Badischen Hauptbahn von Mannheim über Basel nach Konstanz.

Haltepunkt Hegne
Haltepunkt Hegne

Bahnhofsgebäude Allensbach
Bahnhofsgebäude Allensbach

Der Ort Allensbach ist überregional als Sitz des Instituts für Demoskopie bekannt. Heute widmen wir uns jedoch nicht der Meinungsforschung, sondern dem Bahnhofsgebäude. Dort ist ein Reisebüro und das Kultur- und Verkehrsbüro untergebracht. Eine Infotafel gibt Auskunft zur 150-jährigen Bahngeschichte in Allensbach.

Informationstafel am Bahnhof Allensbach
Informationstafel am Bahnhof Allensbach

Informationstafel am Bahnhof Allensbach

Informationstafel am Bahnhof Allensbach

Nikolauskirche Allensbach
Allensbach mit Zwiebelturm der barocken Nikolauskirche

Blick vom Zug auf die Uferpromenade von Allensbach
Blick vom Zug auf die Uferpromenade von Allensbach

Haltepunkt Markelfingen
Haltepunkt Markelfingen

Der nächste Halt des seehas ist in Markelfingen, ein Ortsteil von Radolfzell. Das Bahnhofsgebäude wird im Sommerhalbjahr vom örtlichen Tourismusbüro genutzt.

Haltepunkt Markelfingen

Blick vom Zug über den Markelfinger Winkel
Blick vom Zug über den Markelfinger Winkel

Der Zug umrundet nun den Markelfinger Winkel, dem Fahrgast bietet sich dabei ein Blick zur Halbinsel Mettnau und zur Stadt Radolfzell mit dem dortigen Münsterturm. Radolfzell wollen wir auf der Rückfahrt besuchen, wir überspringen diesen Bahnhof deshalb zunächst und fahren weiter nach Böhringen-Rickelshausen.

Haltepunkt Böhringen-Rickelshausen
Haltepunkt Böhringen-Rickelshausen

Mehrere Bahnsteige entlang der seehas-Strecke verfügen nur über niedrige Bahnsteige, so auch der Haltepunkt Böhringen-Rickelshausen, wo der Höhenunterschied zum Zug fast einen halben Meter beträgt. Ein seit mehreren Jahren geplantes Bahnhofsmodernisierungsprogramm wurde bisher nicht umgesetzt.

Bahnsteig am Haltepunkt Böhringen-Rickelshausen
Bahnsteig am Haltepunkt Böhringen-Rickelshausen

Hinweisschild der Stadt Radolfzell zu den niedrigen Bahnsteigen
Hinweisschild der Stadt Radolfzell zu den niedrigen Bahnsteigen in Markelfingen und Böhringen

Maggi-Werk am Bahnhof Singen
Maggi-Werk am Bahnhof Singen

Den Haltepunkt Singen Industriegebiet unweit des Hupac-Terminals Singen lassen wir aus und fahren bis Singen (Hohentwiel). Jenseits der Gleise befindet sich das Maggi-Stammwerk, in dem nicht nur die berühmte Würze in der braunen Flasche hergestellt wird, sondern auch Ravioli und Suppen.

Empfangsgebäude Bahnhof Singen
Empfangsgebäude Bahnhof Singen

Empfangsgebäude Bahnhof Singen
Empfangsgebäude Bahnhof Singen

Wir schauen uns nun am Bahnhof um und wollen uns dann dem Namenszusatz "Hohentwiel" widmen. Entlang der Radolfzeller Aach laufen wir auf den Vulkankegel mit der weit sichtbaren Festungsruine zu.

Radolfzeller Aach am Fuße des Hohentwiels
Radolfzeller Aach am Fuße des Hohentwiels

Blick vom Hohentwiel über die Hegau-Landschaft
Blick vom Hohentwiel über die Hegau-Landschaft

Schon beim Aufstieg auf den Hohentwiel gibt es einen schönen Ausblick über den Hegau, dann erreichen wir den Gipfel mit der Festung. Der Hohentwiel ist 686 Meter hoch und wird geologisch ein Phonolith-Schlotpfropfen bezeichnet. Auf dem Hohentwiel befindet sich eine der größten Burgruinen Deutschlands, die jedes Jahr zahlreiche Besucher anlockt. Im Jahr 915 wurde der Hohentwiel erstmals urkundlich erwähnt und so feiert man in diesem Jahr 1100 Jahre Hohentwiel.

Festung Hohentwiel
Festung Hohentwiel

Blick vom Hohentwiel auf die Vulkanlandschaft im Hegau
Blick vom Hohentwiel auf die Vulkanlandschaft im Hegau

Hier nun ein paar Bilder vom Hohentwiel auf den Hegau. Der Landstrich nordwestlich des Bodensees ist vulkanisch geprägt von weiteren Phonolith- und Basaltbergen, die ebenfalls von mehr- oder weniger erhaltenen Burgruinen gekrönt sind.

Blick vom Hohentwiel

Festungsruine Hohentwiel
Festungsruine Hohentwiel

Blick vom Hohentwiel auf die Gleise der Schwarzwaldbahn
Blick vom Hohentwiel auf die Gleise der Schwarzwaldbahn nach Norden Richtung Engen

Blick auf die Radolfzeller Aach und einen Teil des Stadtgebiets von Singen
Radolfzeller Aach und ein Teil des Stadtgebiets von Singen

Blick vom Hohentwiel auf Singen
Blick über das Zentrum von Singen, rechts der Bildmitte das Maggi-Werk am Bahnhof, am Horizont der Bodensee

Untere Festung Hohentwiel
Untere Festung

Blick vom Hohentwiel
Blick vom Hohentwiel Richtung Schweiz

Blick vom Hohentwiel
Blick vom Hohentwiel nach Westen

Rondell Augusta Hohentwiel
Rundbastion Rondell Augusta

Haltepunkt Singen Landesgartenschau
Haltepunkt Singen Landesgartenschau

Für die Weiterfahrt wählen wir den Haltepunkt Landesgartenschau direkt am Fuße des Hohentwiels. Der Haltepunkt wurde im Jahr 2000 im Zusammenhang mit der damaligen Landesgartenschau in Singen eröffnet. Von hier aus fahren wir nun mit dem seehas eine Station weiter.

Innenraum des seehas
Innenraum des seehas

Empfangsgebäude Bahnhof Mühlhausen (b Engen)
Empfangsgebäude Mühlhausen (b Engen)

Die nächste Station wird heute teilweise nach der politischen Gemeinde Mühlhausen-Ehingen bezeichnet, etwas zugewachsen ist am ehemaligen Empfangsgebäude aber noch die eigentliche Bezeichnung "Mühlhausen (b Engen)" zu lesen. Auch dieser Haltepunkt verfügt nur über einen sehr niedrigen Bahnsteig.

Bahnhof Welschingen-Neuhausen
Bahnhof Welschingen-Neuhausen

Der nächste Bahnhof Welschingen-Neuhausen liegt im Grünen zwischen den beiden namensgebenden Orten. Das Empfangsgebäude wird privat genutzt, der Prellbock links gehört zu Ladegleisen, die hin und wieder zur Verladung von Holz genutzt werden.

Blick aus dem Zugfenster auf die Altstadt von Engen
Blick aus dem Zugfenster auf die Altstadt von Engen

Reisende, die auf der auf der Schwarzwald- oder der Gäubahn durch Engen fahren, bekommen vom Zugfenster aus eine kleinen Eindruck der pittoresken Altstadt. Heute wollen wir nun auch die andere Seite dieser Häuserzeile erkunden.

seehas-Zug in Engen Flirt
seehas-Zug in Engen

Zunächst werfen wir nach der Ankunft in Engen einen Blick auf die Front des Flirt-Zugs sowie den seehas-Schriftzug. Bis auf dieses Logo tragen die Züge das übliche SBB-Farbschema. Den Namenszusatz "Die Hegau-Bodensee-Bahn" aus der Anfangszeit der Verbindung findet man heute nicht mehr.

Ehemalige Wirtshaus zum Adler Engen
Ehemaliges Wirtshaus zum Adler Engen

Die Kleinstadt Engen mit ihren rund 10.000-Einwohnern ist Endpunkt der seehas-Strecke. Wir wollen uns nun in der schmucken Altstadt umschauen. Das ehemalige Wirtshaus zum Adler, dessen Grundmauern aus dem 12. Jahrhundert stammen, zählt zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Die Bemalung orientiert sich an Resten aus der Renaissancezeit.

Marktplatz Engen
Marktplatz, im Hintergrund der ursprünglich als Wehrturm erbaute Glockenturm der Kirche Mariä Himmelfahrt

Altstadt von Engen
Altstadt von Engen

Krenkinger Schlössle Engen
Ehemaliges badisches Bezirksamt "Krenkinger Schlössle"

Altstadt Engen
Altstadt Engen

Krenkinger Schlössle im Herbstlicht
Krenkinger Schlössle im Herbstlicht

Empfangsgebäude Bahnhof Engen
Empfangsgebäude Bahnhof Engen

Nun zurück an den Bahnhof. Von hier aus verkehrt der seehas im Halbstundentakt, außerdem halten die Regionalexpress-Züge auf der Gäubahn Singen-Stuttgart und der Schwarzwaldbahn Konstanz-Karlsruhe in Engen. Wir fahren nun zurück bis nach Radolfzell, wo wir auf das seehäsle umsteigen wollen.

Innenraum seehas-Zug (Flirt-Triebzug)
Innenraum seehas-Zug

Altstadt von Radolfzell mit Münster Unserer Lieben Frau
Altstadt von Radolfzell mit Münster Unserer Lieben Frau

Der Bahnhof von Radolfzell liegt zwischen Altstadt und Untersee, so dass Reisende in der Bahnhofsunterführung von Wegweisern vor die Wahl "Zum See" oder "Zur Stadt" gestellt werden. Wir nutzen einen kleinen Aufenthalt für einen Abstecher in beide Richtungen.

Altstadt von Radolfzell
Altstadt von Radolfzell

Blick über den Untersee
Blick über den Untersee mit Blickrichtung Osten und Alpenpanorama am Horizont

Empfangsgebäude Bahnhof Radolfzell
Empfangsgebäude Bahnhof Radolfzell

Der Weg durch die Bahnhofsunterführung ist gleichzeitig die kürzeste Verbindung zwischen See und Altstadt, so dass der Durchgang stets belebt ist. Von hier aus fahren wir nun mit dem seehäsle nach Stockach. Die Verbindung wird von der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) mit Dieseltriebwagen des Typs Regio-Shuttle betrieben. Die Triebwagen des seehäsle unterscheiden sich durch einen blauen Streifen vom üblichen HzL-Design.

seehäsle-Zug (Regio-Shuttle) im Bahnhof Radolfzell
seehäsle-Zug im Bahnhof Radolfzell

Hinweisschild auf den Seehäsle-Radweg am Bahnhof Radolfzell
Hinweisschild auf den Seehäsle-Radweg am Bahnhof Radolfzell

Als die Strecke nach Stockach 1996 für den Personenverkehr reaktiviert wurde, wurde der Verkehr wie auch schon die seehas-Strecke von der Mittelthurgaubahn bzw. deren Nachfolgegesellschaften betrieben. Die eingesetzten Prototypen eines Dieseltriebwagens (GTW) waren jedoch äußerst störungsanfällig, so dass sich die SBB GmbH schließlich von der Strecke zurückzog und die HzL den Betrieb übernahm.
Ein Schild am Bahnhof Radolfzell zum Seehäsle-Radweg mit dem Logo von Thurbo ist eines der letzten Überbleibsel aus der damaligen Zeit.

Streckenkarte des seehäsle
Streckenkarte des seehäsle

seehäsle-Schriftzug auf dem Triebwagen
seehäsle-Schriftzug auf dem Triebwagen

Türaufschrift am seehäsle-Zug
Aufschrift und Piktogramme an der Tür des seehäsle-Zugs

Innenraum des seehäsle
Innenraum des seehäsle

Fahrt mit dem seehäsle am Rande des Bodanrücks
Fahrt mit dem seehäsle am Rande des Bodanrücks

Wir fahren nun auf der nicht elektrifizierten Strecke nach Norden, die auch die Züge in Richtung Friedrichshafen nutzen. In Stahringen trennen sich die Strecken; üblicherweise wird dabei die Strecke von Radolfzell nach Friedrichshafen als Bodenseegürtelbahn bezeichnet, tatsächlich gehört der Abschnitt von Radolfzell nach Stahringen jedoch zur Bahnstrecke Radolfzell-Mengen (Hegau-Ablachtal-Bahn) und die Bodenseegürtelbahn beginnt erst in Stahringen. Nach dem Haltepunkt Haselbrunn im Stadtgebiet von Radolfzell führt die Strecke durch den Brandbühl-Tunnel und am Rande des Bodanrücks nach Stahringen.

Blick vom Haltepunkt Stahringen
Blick vom Haltepunkt Stahringen

Stahringen ist ein Ortsteil von Radolfzell mit etwa 1.400 Einwohnern. Das heute privat genutzte Empfangsgebäude trägt noch den Ortsnamen, der gegenwärtige Haltepunkt befindet sich jedoch etwas versetzt zu Füßen der Pfarrkirche St. Zeno.

Stahringen mit Kirche St. Zeno
Stahringen mit Kirche St. Zeno

Ehemaliges Empfangsgebäude des Bahnhofs Stahringen
Ehemaliges Empfangsgebäude des Bahnhofs Stahringen

Haltepunkt Stahringen vor der Pfarrkirche St. Zeno
Haltepunkt Stahringen vor der Pfarrkirche St. Zeno

In Tagesrandlage halten auch einige wenige Züge der Bodenseegürtelbahn in Richtung Überlingen und Friedrichshafen in Stahringen. Die Regionalbahnen dieser Verbindung tragen den Namen "seehänsele". Kurz nach dem Haltepunkt trennen sich Hegau-Ablachtalbahn und Bodenseegürtelbahn. Dort befindet sich auch die Eigentumsgrenze, denn die Strecke von Stahringen bis Stockach gehört mittlerweile dem Landkreis Konstanz.

Blick von der Bahnlinie auf Wahlwies
Blick von der Bahnlinie auf Wahlwies

Haltepunkt von Wahlwies
Haltepunkt von Wahlwies

Den nächsten Stopp legt das seehäsle am Haltepunkt Wahlwies ein, ein Teilort von Stockach. Der heutige Haltepunkt liegt näher an der Ortsmitte als das ehemalige Bahnhofsgebäude, das mittlerweile als Wohngebäude genutzt wird.

Ehemaliges Empfangsgebäude des Bahnhofs Wahlwies
Ehemaliges Empfangsgebäude des Bahnhofs Wahlwies

Haltepunkt Nenzingen
Haltepunkt Nenzingen

Mit dem seehäsle fahren wir nun eine Station weiter nach Nenzingen. Eine Tafel erinnert dort an die Wiederaufnahme des Personenverkehrs im Jahr 1996. Die Hegau-Ablachtal-Bahn von Radolfzell über Stockach nach Mengen mit Anschluss an die Donautalbahn wurde im Jahr 1873 fertiggestellt. 1954 verlor ein erster nördlicher Streckenabschnitt den Personenverkehr, in weiteren Schritten folgten die übrigen Abschnitte und 1982 fuhr der letzte Personenzug zwischen Stockach und Radolfzell. Im Zuge der Bahnreform wurde der südliche Streckenabschnitt 1996 mit dem seehäsle wieder reaktiviert.
Das Bedarfshaltsignal am Haltepunkt Nenzingen entspricht den Schweizerischen Fahrdienstvorschriften und erinnert damit an die ursprüngliche Betriebsführung durch die schweizerische Mittelthurgaubahn.

Tafel zur Wiederaufnahme des Personenverkehrs in Nenzingen
Tafel zur Wiederaufnahme des Personenverkehrs in Nenzingen

Stockacher Straße in Nenzingen
Stockacher Straße in Nenzingen

Bahnhof Stockach
Bahnhof Stockach

Nach insgesamt 17 Kilometern und einer Fahrzeit von 18 Minuten erreicht das seehäsle schließlich den Endbahnhof Stockach. Das ehemalige Empfangsgebäude ist schmuck renoviert. Die Fahrplanmedien kennen den Bahnhof nur als "Stockach NE" (für Nichtbundeseigene Eisenbahn), auf dem Stationsschild ist dieser Zusatz jedoch nicht genannt.

Ehemaliges Empfangsgebäude am Bahnhof Stockach
Ehemaliges Empfangsgebäude am Bahnhof Stockach

Kunstwerk 'U20 oder der Traum eines U-Bootfahrers' des Bildhauers Peter Lenk
Kunstwerk "U20 oder der Traum eines U-Bootfahrers"

Zu Fuß drehen wir eine kleine Runde durch die 16.000-Einwohner-Stadt. Auf dem Weg ins Zentrum passieren wir das eigenwillige Kunstwerk "U20 oder der Traum eines U-Bootfahrers" des Bildhauers Peter Lenk, das viermal den ehemaligen Verteidigungsminister Rudolf Scharping, einen Leichtmatrosen und eine flotte Braut zeigt.

Altstadt von Stockach
Altstadt von Stockach

Nun noch ein Blick in die Hauptstraße von Stockach, rechts das alte Forstamt aus dem Jahr 1706. Schräg gegenüber das ehemalige Gasthaus Adler Post, eine der ältesten Poststationen in Deutschland. Einstmals war hier ein "Verkehrsknotenpunkt" für Reiter der Postwege Wien-Paris, Ulm-Basel und Stuttgart-Zürich. Auf dem nächsten Bild die Alte Apotheke und mit dem Türmchen das Landvogteigebäude, der ehemaligen Sitz der Landvögte.

Altstadt von Stockach
Altstadt von Stockach

Postamt Stockach
Postamt Stockach

Gegenüber dem Bahnhof befindet sich das Postamt, eine Tafel erinnert dort an die große postalische Geschichte der Stadt. Als Endpunkt einer Stichstrecke im Personenverkehr ist Stockach heute in Bezug auf den Bahnverkehr weit davon entfernt ein Verkehrsknotenpunkt zu sein. Das Experiment eines Schnellzugpaars, das in 100 Minuten von Radolfzell über Stockach und Mengen nach Ulm fuhr, wurde bereits 1875 eingestellt, seither wird die Strecke nach Stockach als Nebenbahn geführt.

Tafel am Postamt Stockach
Tafel am Postamt Stockach

Ehemaliges Empfangsgebäude am Bahnhof Stockach
Ehemaliges Empfangsgebäude am Bahnhof Stockach

Hausbahnsteig am Empfangsgebäude Stockach
Hausbahnsteig am Empfangsgebäude Stockach

Tankstelle und Abstellmöglichkeit für das seehäsle in Stockach
Tankstelle und Abstellmöglichkeit für das seehäsle in Stockach

Stockach ist der Endpunkt des seehäsle und damit des Personenverkehrs auf der Strecke. Der Landkreis Konstanz bzw. dessen EVU seehäsle hat hier eine Tankstelle und Abstellmöglichkeit errichtet.
Der nördliche Abschnitt der Hegau-Ablachtal-Bahn ist im Eigentum der Ablachtal-Bahn GmbH und für Güterverkehr mit einer Maximalgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern zugelassen. Eine Reaktivierung für den Personenverkehr wird immer wieder in die Diskussion gebracht, allerdings weniger für den Nahverkehr, da hier das lokale Potential nicht so groß ist, sondern vielmehr für den überregionalen Verkehr wie Basel-München oder Ulm-Zürich.

Gleis der Hegau-Ablachtal-Bahn in Stockach
Gleis der Hegau-Ablachtal-Bahn in Stockach

Fahrkartenautomat der HzL in Stockach
Fahrkartenautomat der HzL in Stockach

Display des seehäsle-Fahrkartenautomaten
Display des seehäsle-Fahrkartenautomaten mit dem Slogan "zu(g)verlässig und sympathisch"

Nachdem wir nun die Strecken von seehas und seehäsle komplett befahren haben, treten wir die Rückfahrt nach Radolfzell an, wo wir auf den seehas zur Fahrt nach Konstanz umsteigen.

Fahrt mit dem seehäsle zwischen Wahlwies und Stahringen
Fahrt mit dem seehäsle zwischen Wahlwies und Stahringen

seehäsle-Figur an der Zugtüre
seehäsle-Figur an der Zugtüre

Sonnenuntergang über dem Gnadensee bei Allensbach
Sonnenuntergang über dem Gnadensee bei Allensbach

Auf der Fahrt nach Konstanz legen wir in Allensbach einen kurzen Zwischenhalt ein um die Abendstimmung am Gnadensee zu genießen.

Wie eingangs erwähnt wurde dieser Reisebericht aus mehreren Etappen zusammengesetzt. Neben dem Sonnenuntergang gab es auch Herbsttage, an denen der Bodensee am Abend in Nebel gehüllt war und wir bei der Rückkehr nach Konstanz von dichtem Grau empfangen wurden. Und so endet unsere Tour zwischen Bodensee und Hegau im Herbstnebel.

Imperia-Statue am Hafen Konstanz im Herbstnebel
Imperia-Statue am Hafen Konstanz im Herbstnebel

Bahnhofsturm Konstanz im Herbstnebel
Nebel am Bahnhofsturm Konstanz

seehas-Zug in Konstanz im Herbstnebel
seehas-Zug in Konstanz

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