Eine siebentägige Tour führt uns in das 'grüne Spanien' (España Verde) im Norden der iberischen Halbinsel. Hauptziel sind die Meterspurstrecken von Euskotren und FEVE, daneben erleben wir Hochgeschwindigkeitszüge, Gebirgsbahnen und Küstenstrecken zwischen Baskenland und Galicien.

Reiseroute
Am Abend des ersten Reisetags fahren wir von Allensbach am Bodensee nach Straßburg, am zweiten Tag reisen wir über Paris und Hendaye nach Bilbao. Der dritte Tag ist von der Meterspurstrecke Bilbao-León geprägt, der vierte vom Pajares-Pass und dem Küstenstädtchen Cudillero. Am fünften Tag nehmen wir uns Zeit für die Küste Galiciens, am sechsten Tag fahren wir von Ferrol durch das Landesinnere über Bilbao bis Zumaia. Von dort schaffen wir es am letzten Reisetag in einer Etappe zurück an den Bodensee.
Am Vorabend des ersten Urlaubstages legen wir die Strecke bis Straßburg zurück, auf diese Weise können wir am nächsten Morgen direkt mit dem TGV auf große Fahrt gehen. Und so starten wir ungewöhnlich spät um 19:48 Uhr in Allensbach und fahren mit einem Zug der Schwarzwaldbahn nach Offenburg.

Regionalexpress am Haltepunkt Allensbach

Erste Klasse im Doppelstockwagen der Schwarzwaldbahn

Blick vom Zug auf den Untersee des Bodensees

Abendstimmung entlang der Schwarzwaldbahn
Von Offenburg bringt uns ein Regioshuttle-Dieseltriebzug der SWEG über den Rhein und die Grenze nach Frankreich. Mit der Ankunft in Straßburg endet der erste Reisetag auch schon bald. Einen Abendspaziergang durch die Altstadt zum Straßburger Münster lassen wir uns jedoch nicht entgehen.

Innenraum Regioshuttle-Dieseltriebwagen der SWEG

Regioshuttle der SWEG nach der Ankunft im Bahnhof Straßburg

Abendspaziergang durch Straßburg

Turm des Straßburger Münsters
Gegen sieben Uhr morgens stehen wir vor der gläsernen Hülle des Bahnhofs Gare de Strasbourg-Ville, seit dem Jahr 2007 ist das historische Empfangsgebäude von dem gewölbten Glasvorbau umgeben. Mit einem Doppelstock-TGV befahren wir die Schnellfahrstrecke 'LGV Est européenne' durch die Regionen Elsass und Lothringen, der Zug braucht knapp zwei Stunden bis Paris.

Bahnhof Strasbourg-Ville

Historisches Empfangsgebäude hinter der gewölbten Glaswand

Einfahrt eines Doppelstock-TGV in den Bahnhof Straßburg

Erste Klasse im Oberdeck des TGV

Fahrt durch Lothringen

Querung der Bahnstrecke von Lérouville nach Metz, in der Ferne der Ort Jaulny
Wir kommen pünktlich am Bahnhof Paris Est an. Nun müssen wir den Bahnhof wechseln und fahren mit der Metro zum Bahnhof Paris-Montparnasse, wo die Züge in Richtung Bordeaux und spanischer Grenze starten. Keine fünfzig Minuten später finden wir uns im nächsten TGV-Doppelstockzug, diesmal in der sogenannten Océane-Ausführung. Es ist beeindruckend, wie der TGV nun ohne Zwischenhalt die 537 Kilometer von Paris bis Bordeaux in zwei Stunden und neun Minuten zurücklegt.

Erste Klasse im Oberdeck des TGV Duplex Océane

Unterwegs in der Region Centre-Val de Loire

Fahrt bei Bordeaux über die Dordogne
Die Schnellfahrstrecke endet in Bordeaux, im weiteren Verlauf befährt der Zug konventionelle Strecken. Für die wesentlich kürzere Strecke bis zur spanischen Grenze benötigt der Zug weitere zweieinhalb Stunden.

Quiche aus dem TGV-Bistro

Blick aus dem Zugfenster in der Gascogne

Querung des Flusses Nivelle in Saint-Jean-de-Luz
Endbahnhof des TGV ist im Grenzort Hendaye. Hier steht der nächste Bahnhofswechsel an, wenige Schritte vor dem Bahnhofsgebäude der französischen Bahn befindet sich der Bahnhof Hendaia (baskisch für Hendaye) des Euskotren. Euskotren betreibt im spanischen Teil des Baskenlandes mehrere schmalspurige Regionalverbindungen. Der Name des Verkehrsunternehmens leitet sich von 'Euskadi' ab, der baskischen Bezeichnung für das Baskenland.
Kurz nach dem Verlassen des Bahnhofs queren wir den Bidasoa, der Fluss bildet die Grenze zwischen Frankreich und Spanien.

Bahnhof Hendaia des Euskotren

Euskotren-Triebzug in Hendaia

Innenraum Euskotren-Triebzug

Fahrt über den Grenzfluss Bidasoa

Blick aus dem Zugfenster in der Hafenstadt Pasaia
In San Sebastián (baskisch Donostia) befindet sich einer der Knotenbahnhöfe des Euskotren. Die Linien von Euskotren werden in dichten Takten bedient, hier gibt es einen direkten Anschluss mit der Linie E1 nach Bilbao. Die E1 führt küstennah von Donostia nach Bilbao, die Route ist deutlich schneller als Verbindungen mit der spanischen Bahn Renfe, welche nur über große Umwege nach Bilbao führen. Die Fahrt mit der E1 von Donostia nach Bilbao dauert zweieinhalb Stunden, die Strecke führt abschnittsweise durch das bergige Hinterland und verläuft für weite Abschnitte durch Flusstäler.

Umsteigen am Bahnhof Amara in Donostia (San Sebastián)

Verlandete Mündung des Santio Erreka, hier wurden einst Erz und Eisen umgeschlagen

Unterwegs im Baskenland

Fahrt über den Fluss Urola
Gegen 18 Uhr erreichen wir Bilbao und starten anschließend zu einer ersten Stadterkundung. Der Weg führt uns vorbei an der Kathedrale und entlang des Flusses Nervión zur Talstation der Standseilbahn Artxandako funikularra.

Kathedrale von Bilbao

Fluss Nervión in Bilbao
Bilbao liegt eingebettet zwischen zwei Gebirgszügen, die Standseilbahn verbindet die Innenstadt mit einem Erholungsgebiet auf dem Berg Artxanda. Die Standseilbahn hat eine Länge von 770 Metern, sie überwindet 226 Höhenmeter.

Talstation der Standseilbahn Artxandako funikularra

Kabine der Standseilbahn in der Talstation

Bergfahrt mit dem Artxandako funikularra

Auf dem Berg Artxanda hoch über Bilbao

Blick von der Bergstation auf das Gleis der Standseilbahn

Talfahrt ins Zentrum von Bilbao

Nervión mit der Puente La Salve
Der heutige Tag gliedert sich im Grunde in zwei Teile, den Vormittag sind wir in und um Bilbao unterwegs, während wir den Nachmittag im Zug verbringen.
Bilbao verfügt über ein Metronetz, am Morgen steigen wir in der Station Abando im Zentrum in eine Metro der Linie L1 in Richtung Küste und fahren bis zur Station Algorta.

Metro in der Station Bilbao-Abando
In Algorta laufen wir zum Alten Hafen (Portu Zaharra), ein historisches Fischerviertel mit engen Gassen und farbenfrohen maritim-baskischen Gebäuden. Der Ort liegt an der Mündung der Ría de Bilbao in den Golf von Biskaya.

Fischerviertel Alter Hafen (Portu Zaharra) von Algorta

Puerto Viejo Algorta

Strand Ereaga
Herzstück von Portu Zaharra ist die Casa Etxetxu, das Gebäude wurde im Jahr 1612 errichtet und diente den Seefahrern und Fischern als Versammlungsort, zeitweise wurde es auch als Rathaus genutzt.

Casa Etxetxu

Hafenanlagen von Bilbao am gegenüberliegenden Ufer, darüber erhebt sich der Monte Serantes

Spaziergang durch Portu Zaharra
Von der Metro-Station Algorta fahren wir schließlich zurück in Richtung Zentrum. Allerdings haben wir unterwegs noch ein interessantes Ziel, und so verlassen wir die Metro wenig später in der Station Areeta bereits wieder.

Metro-Station Algorta

Innenraum der Metro
Wir besuchen nun die Puente de Vizcaya / Bizkaiko Zubia, dabei handelt es sich um die älteste noch in Betrieb befindliche Schwebefähre der Welt. Sie verbindet die beiden Gemeinden Getxo und Portugalete. Die Brücke wurde 1893 eröffnet und gehört mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe. Am Traggerüst hängt eine Gondel, mit der Fußgänger und Fahrzeuge transportiert werden. Die Überfahrt dauert eineinhalb Minuten und erspart Autofahrern einen erheblichen Umweg. Fußgänger werden in geschlossenen Kabinen an den Seiten der Barke transportiert.

Puente de Vizcaya mit Schwebefähre

Gondel der Schwebefähre
Besucher können auch den Panoramaweg im oberen Teil der Hochbrücke nutzen, dafür gibt es Aufzüge in den Stahlfachwerktürmen der Brücke. Der Fußweg bietet nicht nur Einblicke in Konstruktion und Technik der Brücke, sondern auch einen beeindruckenden Panoramablick. Der Fluss Nervión geht im Stadtgebiet von Bilbao in einen Meeresarm über, diese sogenannte Ría de Bilbao ist für Seeschiffe befahrbar. Die lichte Höhe des Traggerüstes beträgt daher 45 Meter, die Brücke ist 160 Meter lang.

Panoramaweg im oberen Teil der Hochbrücke

Blick flussaufwärts in Richtung Bilbao

Überfahrt der Gondel

Mündung der Ría de Bilbao. Außerhalb des rechten Bildrands liegt Portu Zaharra, wo wir vorhin waren.
Die Schwebefähre wurde von Alberto Palacio entworfen. Er konnte damit eine Querung schaffen, die den Schiffsverkehr nicht behindert und ohne Rampen auskommt. Von seinem Haus in Portugalete aus musste er mit ansehen, wie das Bauwerk im spanischen Bürgerkrieg teilweise zerstört wurde. Erst nach seinem Tod wurde die Brücke wieder aufgebaut, die Gondel ist jünger und wurde 1964 ersetzt. In Spanien ist die Brücke als Puente Colgante ('hängende Brücke') bekannt.

Stahlgerüst der Brücke

Portugalete, in der Bildmitte die Basilika Santa Maria aus dem 15. und 16. Jahrhundert
Von Portugalete fahren wir auf dieser Seite des Flusses mit der Metro L2 zurück nach Bilbao und unternehmen anschließend einen Spaziergang durch den Stadtteil Abando. Wir beginnen an der Iglesia de San José de la Montaña, die neugotische Kirche wurde zwischen 1906 und 1918 erbaut.

Iglesia de San José de la Montaña in Bilbao
1997 wurde das Guggenheim-Museum für moderne Kunst in Bilbao eröffnet. Mittlerweile spricht man vom 'Bilbao-Effekt' oder 'Guggenheim-Effekt', der durch den spektakulären Bau ausgelöst wurde und die von hoher Arbeitslosigkeit belastete und heruntergekommene Industriestadt in einen prosperierenden und lebendigen Ort verwandelt hat. Vor dem Museum steht 'Puppy', eine über 12 Meter hohe Blumen-Skulptur des Künstlers Jeff Koons. Am Ufer des Nervión ist die neun Meter hohe Spinnen-Plastik 'Maman' der Künstlerin Louise Bourgeois zu entdecken.

Blumen-Skulptur 'Puppy'

Spinnen-Plastik 'Maman' vor dem Guggenheim-Museum
Am Nachmittag steht die Weiterreise an. Wir erkunden jetzt eine erste Etappe des Schmalspurnetzes der ehemaligen Ferrocarriles de Vía Estrecha (FEVE). Die FEVE wurde zwischenzeitlich in die staatliche spanische Eisenbahngesellschaft Renfe eingegliedert, an vielen Stellen finden sich jedoch noch Logos und andere Hinweise auf die FEVE.
Der Schmalspur-Kopfbahnhof Estación de Bilbao Concordia liegt im Zentrum direkt am Ufer des Nervión, das Gebäude im Belle-Époque-Stil wurde 1902 eröffnet. Der Bahnhof wurde als Endpunkt der Bahnstrecke Bilbao-Santander erbaut und war daher auch als Santander-Bahnhof (Santanderko geltokia) bekannt.

Bahnhof Bilbao Concordia

Interieur der Bahnhofshalle
Auf dem Schmalspurnetz gibt es neben Vorort-Zügen auch spärliche Regionalverbindungen, einmal täglich verkehrt ein Zug auf der Linie R4 von Bilbao nach León. Mit 335 Kilometern zählt die Verbindung zu den längsten Schmalspurstrecken der Welt, wir werden nun siebeneinhalb Stunden auf der Route unterwegs sein.
Das Schmalspurnetz ist dafür bekannt, dass mitunter durchgehende Verbindungen im Fahrplan verzeichnet sind, bei denen unterwegs jedoch ein Fahrzeugwechsel erfolgt. Auch wir stellen uns auf einen Umstieg unterwegs ein, denn am Bahnsteig steht ein Elektrotriebzug, obwohl die Bahnstrecke nach León auf weiten Teilen nicht elektrifiziert ist.

Schmalspur-Elektrotriebzug im Bahnhof Bilbao Concordia

Innenraum FEVE-Elektrotriebzug der Reihe 3600
Die Strecke führt zunächst durch das Stadtgebiet und industriell geprägte Vororte von Bilbao, dann ändert sich die Landschaft vor dem Zugfenster und wir fahren durch das Grün des Baskenlandes. Nach gut zwanzig Kilometern trennen sich die Strecken nach Santander und León.

Fahrt durch den Vorort Zorrotza

Landschaft des Baskenlands vor dem Zugfenster
Wie vorhersehbar war, werden die Fahrgäste in Balmaseda gebeten, auf einen bereitstehenden Dieseltriebzug umzusteigen. In den folgenden Stunden erwartet uns eine abwechslungsreiche Fahrt durch unterschiedliche Landschaften. Wir überqueren nun die Grenze vom Baskenland zu Kastilien und León. Vom anfangs noch flachen Valle de Mena windet sich die Strecke auf dem puerto del Cabrio (Cabrio-Pass) ins kantabrische Gebirge.

Blick durch den rückwärtigen Führerstand auf die Strecke

Unterwegs im Valle de Mena

Bergfahrt auf dem Gebirgspass puerto del Cabrio

Streckenführung durch das kantabrische Gebirge
Die Bahnstrecke erschließt abgelegene und einsame Gegenden. 1991 wurde der Personenverkehr aufgrund technischer Mängel der Strecke eingestellt, was zu Protesten der Anliegergemeinden führte. Schließlich wurde ein Plan zur schrittweisen Wiedereröffnung gefasst, wobei es bis zum Jahr 2003 dauerte, bis wieder durchgehende Züge zwischen Bilbao und León fuhren. Der Fahrplan der Strecke weist 55 Halte auf, hierbei handelt es sich in vielen Fällen jedoch lediglich um Bedarfshalte.

Innenraum FEVE-Dieseltriebzug der Reihe 2700
Die Strecke verlässt im weiteren Verlauf das Gebirge und folgt dem Ufer des Embalse del Ebro, einem der größten Stauseen Spaniens. Er wird überwiegend von der Schneeschmelze aus dem kantabrischen Gebirge gespeist und dient der Bewässerung im Ebro-Tal.

Unterwegs am Stausee Embalse del Ebro

Blick vom Zugfenster auf den Embalse del Ebro

Dorf Aldea de Ebro

Kantabrisches Hochgebirge
In Mataporquera kreuzt die Schmalspurbahn die Breitspurstrecke Palencia-Santander, rund um den Verkehrsknoten siedelte sich einst Industrie an. Schmal- und Breitspur haben zwei unabhängige Bahnhöfe mit eigenen Empfangsgebäuden, auf beiden Linien gibt es nur sehr spärlichen Personenverkehr. Der Zug hat hier einige Minuten Aufenthalt und wartet den Gegenzug ab.

Aufenthalt bei der Zugkreuzung in Mataporquera
Die Bahnstrecke wurde 1894 eröffnet, sie diente originär der Verbindung zwischen den Bergwerken im kantabrischen Gebirge und der Schwerindustrie im Baskenland. Ausgangspunkt war ursprünglich der Ort La Robla, die Strecke trägt daher auch den Namen Ferrocarril de La Robla. Später wurde eine Zweigstrecke in Richtung León gebaut. Der Ast nach La Robla wird heute nur noch im Güterverkehr bedient.

Unterwegs in der Region La-Ojeda

Wallfahrtskapelle Ermita del Santo Cristo in Las Heras de la Peña

Abenddämmerung im Tal des Flusses Esla
Auf die Gesamtstrecke betrachtet hat der Zug eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 43 km/h. Wir nähern uns jetzt León, im Umland der Provinzhauptstadt gibt es neben den wenigen Regionalzügen auch einen Vorortverkehr. Im Fahrplan ist die Verbindung durchgehend bis León ausgewiesen, tatsächlich endet die Zugfahrt seit einigen Jahren an der Station Asunción/Universidad zwei Kilometer vor dem Zentrum. Ursprünglich sollte die weitere Strecke im Rahmen eines Stadtbahn-Projekts umgebaut werden, dieses Vorhaben ist jedoch ins Stocken geraten. Für die letzte kurze Etappe bis ins Zentrum wartet ein Bus auf die Fahrgäste.

Temporäre Endstation Asunción/Universidad León

Bus von der Station Asunción/Universidad ins Zentrum von León
Zum Abschluss des Tages unternehmen wir einen Abendspaziergang durch León. Die Altstadt ist sehr belebt, es gibt aber auch ruhigere Ecken wie die mittelalterliche Plaza del Grano mit der Kirche Santa María del Camino. Unsere kleine Stadterkundung endet an der Kathedrale von León.

Illuminierter Brunnen auf der Plaza de Santo Domingo in León

Belebte Altstadt von León

Plaza del Grano mit der Kirche Santa María del Camino

Plaza Mayor

Kathedrale von León
Wir nutzen zunächst die Möglichkeit, das Zentrum von León auch bei Tageslicht zu erkunden. Wahrzeichen der Stadt ist die Kathedrale Santa María de Regla. Der gotische Bau wurde im Wesentlichen in den Jahren 1255 bis 1302 errichtet, die Türme entstanden allerdings erst später.

Plaza de Santo Domingo

Kathedrale von León
Schließlich machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Der Nordbahnhof (Estación del Norte) erfüllte lange Zeit die Funktion eines Hauptbahnhofs für León. Die historische Bahnhofshalle und das Empfangsgebäude aus dem Jahr 1863 sind heute allerdings der Gleise beraubt. In Sichtweite gibt es ein neues Bahnhofsgebäude. Es wurde im Zuge des Anschlusses von León an das Hochgeschwindigkeitsnetz errichtet, die Ferngleise verlaufen jetzt in einem Tunnel unter der Stadt.

Ehemaliger Nordbahnhof (Estación del Norte) León

Neues Bahnhofsgebäude von León

Empfangshalle
Wir fahren mit einem Alvia-Zug der Renfe nach Oviedo, der Zug kommt aus Madrid. Es handelt sich um einen Zug der Reihe 130, dieser Fahrzeugtyp wird aufgrund seiner Bauform mit dem schnabelartigen Bug umgangssprachlich als Patito ('kleine Ente') bezeichnet.

Einfahrt eines Zugs der Reihe 130

Wagen der Confort-Klasse
Vor uns liegt nun die Fahrt über den Pajares-Pass. Die spektakuläre Bahnstrecke überwindet das kantabrische Gebirge, sie verbindet die Provinzen León und Asturien. Der letzte Abschnitt der Strecke wurde zwischen 1880 und 1884 erbaut, die Verbindung gilt als eine der größten Ingenieurleistungen des 19. Jahrhunderts in Spanien. Die Strecke steigt von León ununterbrochen bis zum höchsten Punkt am Eingang des Perruca-Scheiteltunnels auf 1.270 Meter über dem Meeresspiegel. Der Pajares-Pass ist berüchtigt für Schnee im Winter und Nebel im Sommer, auch unser Zug ist unversehens von dichtem Nebel umgeben.

Fahrt ins kantabrische Gebirge

Nebel am Pajares-Pass
Die Nordseite ist als Rampa de Pajares bekannt, sie führt als Gebirgsbahn durch schwieriges Gelände und ist als Doppelkehrschleife mit einer durchgehenden Neigung von 20 Promille ausgeführt. Zwischen den Orten Busdongo und Puente de los Fierros überwindet die Strecke eine Höhendifferenz von 767 Metern. Während die Orte in Luftlinie nur 11 Kilometer auseinanderliegen, wurde die Bahnstrecke auf über 42 Kilometer gestreckt. Insgesamt hat die Strecke 69 Tunnel und 151 Brücken. Unten im Tal ist die Neubaustrecke 'Variante de Pajares' zu sehen. Die Schnellfahrstrecke ist knapp 50 Kilometer lang, davon verläuft rund die Hälfte im neuen Pajares-Tunnel. Die Neubaustrecke wird fünf Monate nach unserem Besuch eröffnet.

Blick aus dem Zugfenster auf der Rampa de Pajares

Neubaustrecke 'Variante de Pajares' auf dem Talboden
Erster Halt nördlich des Pajares-Passes ist in Oviedo (asturisch Uviéu). Der Zug fährt von dort weiter bis ins rund 30 Kilometer entfernte Gijón. Das ist auch unser späteres Ziel, zunächst wollen wir aber Oviedo erkunden und legen daher einen Zwischenstopp ein. Oviedo ist die Hauptstadt Asturiens.
Am Eingang der Fußgängerzone begrüßt uns die Bronzeskulptur Culis monumentalibus (monumentales Gesäß), von den Einheimischen auch 'El Culo' (der Hintern) genannt. Wahrzeichen von Oviedo ist die Kathedrale San Salvador, ein spätgotischer Bau aus dem 15./16. Jahrhundert. Teile des Gebäudekomplexes gehören zum UNESCO-Welterbe.

Bronzeskulptur Culis monumentalibus in Oviedo

Kathedrale San Salvador

Spaziergang durch die Altstadt

Bahnhof Oviedo
Für die Weiterfahrt nach Gijón gibt es zwei Möglichkeiten: Auf der iberischen Breitspur verkehren die Cercanías-Züge, daneben gibt es eine Verbindung auf Meterspurgleisen des ehemaligen FEVE-Netzes. Wir entscheiden uns für die Schmalspurstrecke; für eine gute Dreiviertelstunde fahren wir durch die asturische Landschaft in Richtung Küste.
Wir sind hier auf der historischen Strecke der Ferrocarril de Langreo unterwegs, sie war eine der frühen Bahnstrecken auf der iberischen Halbinsel und diente ursprünglich dem Transport von Kohle zum Hafen von Gijón. 1972 ging die Bahngesellschaft in die FEVE über.

Schmalspur-Elektrotriebzug im Bahnhof Oviedo

Innenraum Schmalspur-Elektrotriebzug

Fahrt durch Asturien

Blick aus dem Zugfenster bei Sotiello

Bahnhof Sotiello
Nun steht die Erkundung von Gijón (asturisch Xixón) auf unserem Plan. Gijón ist eine Universitäts-, Hafen- und Industriestadt, die Bahnhof liegt am Rand des Zentrums.

Promenade am Hafen von Gijón

Plaza Mayor mit dem Rathaus

Historisches Fischerviertel Cimadevilla
Zu Füßen des Viertels Cimadevilla liegt die Kirche San Pedro, sie ist recht jung und wurde erst 1955 fertiggestellt, nachdem der historische Vorgängerbau im spanischen Bürgerkrieg zerstört wurde. Zentral zwischen Hafen und Altstadt liegt der Palacio de Revillagigedo. Der Bau wurde im Jahr 1721 vollendet und gilt als Kulturgut asturischer Palastarchitektur.

Kirche San Pedro

Palacio de Revillagigedo
Der Kopfbahnhof Gijón Sanz Crespo wurde 2011 als Provisorium eröffnet, er ist Endpunkt der Pajares-Strecke aus León sowie von Meterspurstrecken der FEVE. Eigentlich sollte Gijón im Rahmen eines Stadtbahnprojekts einen neuen Bahnhof bekommen, dieses Projekt ist jedoch ins Stocken geraten.

Bahnhof Gijón Sanz Crespo
Wir erkunden jetzt die erste Etappe der Meterspurstrecke von Gijón nach Ferrol. Die Strecke ist insgesamt 320 Kilometer lang, wir wollen heute nur eine kürzere erste Etappe befahren, den weitaus größeren Teil haben wir für den nächsten Reisetag eingeplant. Die Strecke ist bis Cudillero elektrifiziert, auf diesem Teil gibt es auch S-Bahn-Verkehr der Cercanías Asturias. Wir treffen wieder auf einen Elektrotriebzug der FEVE. Die Fahrt dauert knapp zwei Stunden, die Route führt durch die bergige Küstenregion mit zahlreichen für die Gegend typischen Ria-Buchten.

Elektrotriebzug der FEVE-Reihe 3600

Blick vom Zug auf die Bucht Ensenada de Perán

Unterwegs durch Asturien
Schließlich erreichen wir den Endbahnhof der S-Bahn in Cudillero. Der Bahnhof befindet sich gut zwanzig Minuten Fußweg vom Zentrum entfernt. Cudillero liegt in einer kleinen Bucht, über den schroffen Klippen thront der Faro de Cabo Vidio, der letzte Leuchtturm Asturiens. Unten schmiegen sich die bunten Häuschen des Fischerdorfs an die steilen Hänge. Wir haben den schmucken Ort für die nächste Zwischenübernachtung ausgewählt.

Fußweg ins Zentrum von Cudillero

Leuchtturm Faro de Cabo Vidio

Dorfkern von Cudillero

Blick vom Hafen

Abenddämmerung über der Küste

Nächtlicher Blick auf Cudillero
Wir wollen heute die weitere Strecke nach Ferrol erkunden. Zunächst liegt jedoch der Fußweg hinauf zum Bahnhof vor uns, die Bahnstrecke führt rund einhundert Höhenmeter oberhalb des Ortes durch das Hinterland.

Morgenstimmung am Faro de Cabo Vidio

Blick über Cudillero
Pünktlich rollt ein Dieseltriebzug der FEVE-Baureihe 2700 (heute Renfe-Baureihe 527) in den Bahnhof ein. Die zweiteiligen Meterspur-Triebzüge wurden in den Jahren 2009 und 2010 vom Hersteller CAF geliefert, sie sind 120 km/h schnell. Die Fahrzeuge sind für Regionalzüge komfortabel eingerichtet, die Sitze lassen sich in Fahrtrichtung verstellen. Ursprünglich waren auch Monitore für Filmvorführungen vorgesehen, an den Sitzplätzen gibt es ein Soundsystem mit Kopfhöreranschlüssen.

Bahnhof Cudillero

Einfahrt eines Dieseltriebzugs der FEVE-Baureihe 2700

Innenraum Dieseltriebzug der FEVE-Baureihe 2700
Vor uns liegt jetzt eine landschaftlich eindrucksvolle und abwechslungsreiche Fahrt. Der Verkehr auf diesem Abschnitt der Linie R-1 ist mit zwei Zügen pro Tag äußerst dünn, wir haben uns für den Vormittagszug entschieden. Die Strecke folgt im Wesentlichen dem Küstenverlauf, sie führt abschnittsweise aber auch durch das hügelige Hinterland. Das bergige Küstengelände und die zahlreichen für die Region typischen Meeresbuchten machten die Trassierung der Eisenbahnlinie anspruchsvoll und teuer. Insgesamt gibt es an der Strecke 110 Tunnel und 27 Viadukte. Die Landschaft am Golf von Biskaya trägt den Namen Costa Verde (grüne Küste).

Unterwegs durch Asturien

Blick vom Zug auf eine Steinbogenbrücke der Strecke bei Caneiru

Fahrt über den Fluss Esva

Blick aus dem rückwärtigen Führerstand auf die Brücke über den Fluss Esva

Streckenführung auf einem Hangviadukt über den Dächern von Luarca

Fahrt an der Costa Verde (grüne Küste)

Hafenbecken an der Ría de Navia

Blick auf die Mündungsbucht des Río Eo, in der Flussmitte verläuft die Grenze zwischen Asturien und Galicien

Landschaft A Xunqueira de Porto
Wenig später kommen wir am Bahnhof von Ribadeo an, hier erfolgt ein im Fahrplan nicht veröffentlichter Zugwechsel. Aus der Gegenrichtung trifft der Zug aus Ferrol ein, alle Fahrgäste werden gebeten, den Zug zu wechseln und beide Züge fahren zurück in die Richtung, aus der sie gekommen sind. Wir sind nun in einem einteiligen Triebwagen unterwegs, wir fahren mit dem Zug jedoch nur wenige Minuten und steigen am nächsten Halt in Rinlo aus.

Bahnhof Ribadeo

Einteiliger Dieseltriebzug nach der Ankunft am Haltepunkt Rinlo
Wir wollen die Küstenlandschaft erkunden und haben deshalb den Plan gefasst, ein Stück der Strecke zu wandern. Der Bahnhof Rinlo ist relativ jung, dieses Teilstück wurde erst 1968 eröffnet. Der Haltepunkt liegt einige hundert Meter von der Küste und dem Ort Rinlo entfernt. Rinlo ist ein 200-Einwohner-Dorf an der Küste. Einst starteten von hier aus Walfänger zur Jagd auf Bartenwale, mit dem Rückgang der Walbestände sattelten die Einwohner des Fischerdorfs auf Muschelfarmen um.

Haltepunkt Rinlo

Küste bei Rinlo

Wanderung von Rinlo zur Praia das Catedrais

Bilderbuchwetter am Praia de Esteiro
Wir laufen bis zur Praia das Catedrais. Seinen Namen verdankt der Strand den Felsformationen, die Meer, Wind und Wetter zu Gewölben und Bögen geformt haben, die bei Ebbe das Gefühl vermitteln, in einer Kathedrale zu stehen.

Praia das Catedrais

Blick über die Küste
Etwa ein Kilometer entfernt liegt der Haltepunkt Esteiro. Kurioserweise gibt es keine Zuwegung zum Haltepunkt, lediglich ein Trampelpfad führt über eine Wiese zum Bahnsteig. Über einen QR-Code in der Fahrplanvitrine kann eine Echtzeitinformation zum Zugverkehr abgerufen werden.

Haltepunkt Esteiro

Zugang über eine Wiese zum Haltepunkt Esteiro

Bahnsteig von Esteiro

Online-Echtzeitprognose für den Haltepunkt Esteiro
Vor uns liegen jetzt gut drei Stunden Fahrt bis zur Endstation Ferrol. Die Strecke verläuft weiterhin recht küstennah und gibt hin und wieder den Blick auf die Costa Verde frei. Neben einsamen Siedlungen passieren wir auch kleinere Städte.

Dieseltriebzug am Haltepunkt Esteiro

Innenraum des Dieseltriebzugs

Blick vom Zug auf die Küste

Streckenführung durch das Zentrum von Burela
Bei Viveiro queren wir wieder eine größere Ria, hier mündet der Fluss Landro ins Kantabrische Meer. Bahnstrecke und Straße führen mit zwei Brücken über den Fluss, gegenüber liegt die Altstadt von Viveiro. Die Stadt hat ein reiches historisches Erbe mit Spuren von Kelten, Römern, Arabern und Wikingern.

Ría de Viveiro, gegenüber die Altstadt von Viveiro

Umrundung der Ría del Barquero

Historische Puente metálico aus dem Jahr 1901
Bereits im Jahr 1886 war der Beschluss zum Bau einer Bahnstrecke zwischen Gijón und Ferrol gefallen, ausschlaggebend waren militärstrategische Gründe, so sollte die Strecke eine Verbindung zwischen den Waffen- und Sprengstofffabriken in Asturien und dem Marinestützpunkt Ferrol schaffen. Allein bis zum Baubeginn der Ferrocarril Estratégico vergingen jedoch 35 Jahre, wobei auch die anschließenden Bauarbeiten nur sehr schleppend vorankamen und es bis 1953 dauerte, bis ein erster Streckenabschnitt in Betrieb genommen werden konnte. Der letzte Lückenschluss erfolgte 1972 und damit 51 Jahre nach Baubeginn.

Bahnhof Espasante
Bei Ortigueira führt die Strecke am Ufer einer weiten Bucht. Bei Ebbe fallen große Teile der Bucht trocken, das Feuchtgebiet zählt zu den wichtigsten Vogelschutzgebieten Galiciens, insbesondere als Rast- und Überwinterungsplatz.

Ría de Ortigueira y Ladrido
Die Bahnstrecke verläuft im weiteren Verlauf durch das bergige Landesinnere, bei Cerdido gibt es sogar eine Kehrschleife. Zwischen Cerdido und Moeche liegt der höchste Punkt der Strecke mit etwa 260 Metern über dem Meeresspiegel. Auf dem letzten Abschnitt im Großraum Ferrol gibt es neben dem Regionalverkehr auch Pendlerzüge.

Fahrt durch das Hügelland Galiciens

Blick aus dem Zugfenster zwischen Cerdido und Ferrol
Ferrol ist eine Industrie- und Hafenstadt mit einem wichtigen Flottenstützpunkt. Die Stadt wirkt etwas rauer als die typischen Touristenorte in Galicien. Wir haben Ferrol für die nächste Zwischenübernachtung ausgewählt.

Spaziergang durch Ferrol

Die Militärkirche Iglesia de San Francisco wurde 1757 für die spanische Marine erbaut

Sporthafen von Ferrol

Rathaus an der Plaza de Armas
Nun treten wir die zweitägige Heimreise von Ferrol an den Bodensee an, dabei werden wir auf iberischer Breit-, Normal- und Meterspur unterwegs sein. Für die erste Etappe der Rückfahrt haben wir eine Variante mit Fernzügen durch das spanische Landesinnere gewählt. Ferrol verfügt über einen Kopfbahnhof, neben der Meterspurstrecke aus Gijón, über die wir am Vortag angereist sind, endet hier auch eine Breitspurstrecke aus Betanzos. Der Bahnhof wurde 1913 eröffnet.

Bahnhof Ferrol
Wir starten frühmorgens mit einem Alvia-Zug in Richtung Madrid. Auf der anfangs eingleisigen und nicht elektrifizierten Strecke verkehrt ein Zug der Baureihe 730. Diese Hochgeschwindigkeitszüge sind wahre Multitalente, sie können sowohl auf iberischer Breitspur als auch auf Normalspur fahren und dank ihrer Dieselgeneratoren auch auf nicht elektrifizierten Strecken eingesetzt werden. Die ersten Kilometer der Fahrt sind von Dunkelheit und Morgennebel geprägt, später fahren wir auf der Neubaustrecke 'Línea de alta velocidad Olmedo-Zamora-Orense-Santiago de Compostela' (LAV Galicia).

Renfe-Hochgeschwindigkeitszug der Baureihe 730

Confort-Klasse im Zug der Baureihe 730

Morgennebel über Galicien

Fahrt auf der Neubaustrecke 'Línea de alta velocidad Olmedo-Zamora-Orense-Santiago de Compostela'
Am Eisenbahnknoten Ourense steht ein Umstieg an. Der Zug in Richtung Barcelona startet wegen Bauarbeiten jedoch erst am nächsten Bahnhof, so liegt nun eine einstündige Etappe mit dem Bus vor uns. Straße und Gleise führen durch das Tal des Río Miño, vom Bus aus ist das Viaducto de Los Peares zu sehen, über das die Bahnstrecke führt.

Bahnhof Ourense

Sanierungsarbeiten an der Eisenbahnbrücke Viaducto de Los Peares

Fahrt mit dem Bus durch das Tal des Río Miño
Ab Monforte de Lemos geht es auf Gleisen weiter. Für die nächsten fünf Stunden rauschen wir durch Nordspanien und lassen die abwechslungsreiche Landschaft am Zugfenster vorbeiziehen. Die Strecke windet sich zunächst kurvenreich durch das enge Tal des Río Sil und führt weiter durch die Ausläufer des kantabrischen Gebirges. Anschließend fahren wir über die Meseta-Hochebene und die fruchtbare Landschaft der Bureba. Während der Fahrt passieren wir zweimal Umspuranlagen, wo der Zug zwischen Iberischer Breitspur und Normalspur wechselt, hierzu wird bei langsamer Durchfahrt der Abstand zwischen den Radscheiben an die zu befahrende Spurweite angepasst.

Bahnhof Monforte de Lemos

Confort-Klasse im Alvia-Zug

Fahrt durch das enge Tal des Río Sil

Blick vom Zug auf die Ausläufer des kantabrischen Gebirges

Unterwegs über die Meseta-Hochebene

Landschaft der Bureba

Kartendarstellung auf dem Deckenmonitor

Querung des Ebro im Stadtgebiet von Miranda de Ebro
In Miranda de Ebro steigen wir auf einen Intercity nach Bilbao um, zum Einsatz kommt ein Breitspur-Elektrotriebzug. Die Strecke führt landschaftlich reizvoll durch die baskischen Berge (Montes Vascos) hinab zur Küste.

Breitspur-Elektrotriebzug der Reihe 440 in Miranda de Ebro

Innenraum des Elektrotriebzugs

Fahrt durch die baskischen Berge (Montes Vascos)

Blick auf die Ausläufer des Gorbeia-Massivs

Streckenführung nach Bilbao
Nach knapp zwei Stunden erreichen wir den Endbahnhof Bilbao-Abando. Vor drei Tagen waren wir nebenan am Schmalspurbahnhof Bilbao-Concordia, heute können wir die monumentale Halle des Breitspur-Bahnhofs entdecken. Ein großes Buntglasfenster zeigt Motive aus Wirtschaft, Geschichte und Kultur des Baskenlandes. Wir laufen anschließend über den Fluss Nervión zur nahe gelegenen Euskotren-Station Zazpikaleak/Casco Viejo.

Buntglasfenster am Bahnhof Bilbao-Abando

Nervión in Bilbao

Kirche San Nicolás
Wir fahren jetzt mit dem Euskotren in Richtung Donostia-San Sebastián, diese Strecke kennen wir bereits vom zweiten Reisetag. Die Route führt durch das hügelige Landesinnere des Baskenlandes zur Küste am Golf von Biskaya.

Euskotren in der Station Zazpikaleak/Casco Viejo

Fahrt durch das Baskenland

Küste bei Deba

Blick vom Zug auf die Steilküste
Die Wahl für den letzten Übernachtungsstopp ist auf den 10.000-Einwohner-Ort Zumaia gefallen, er liegt rund 25 Kilometer von Donostia-San Sebastián entfernt. Die Hafenstadt wurde an der Mündung zweier Flüsse errichtet, über der Altstadt thront die gotische Kirche San Pedro.

Fluss Narrondo in Zumaia

Altstadt von Zumaia mit der Kirche San Pedro

Abendstimmung an der Promenade am Urola-Fluss
Auf der von der Flussmündung abgewandten Seite der Landspitze von Zumaia tobt die Biskaya, die berühmte Steilküste war auch einer der Drehorte für die Fantasy-Fernsehserie Game of Thrones. Wir brechen nun zur letzten Etappe der Heimreise auf, am Abend wollen wir wieder am Bodensee sein.
Bis 1988 führte vom Bahnhof von Zumaia die Meterspurstrecke der Ferrocarril del Urola ins Landesinnere, diese Strecke wurde stillgelegt. Das heutige Bahnhofsgebäude gehörte ursprünglich zur Urola-Bahn, jetzt verkehrt hier der Euskotren.

Steilküste bei Zumaia

Fußweg über den Narrondo

Bahnhof Zumaia

Euskotren in Zumaia

Blick vom Zug auf den Ort Orio

Streckenführung entlang des Flusses Oria
Nach knapp vierzig Minuten erreichen wir den Bahnhof Amara in Donostia-San Sebastián. Hier wechseln wir auf den Anschlusszug über die Grenze nach Hendaye.

Umsteigen im Bahnhof Amara in Donostia-San Sebastián

Innenraum Euskotren-Triebzug
Nach der Ankunft in Hendaye wechseln wir zum Bahnhof der französischen Bahn. Mit einem doppelstöckigen TGV fahren wir jetzt nach Paris, ab Bordeaux nutz der Zug die Schnellfahrstrecke LGV Sud Europe Atlantique. Auf dieser Verbindung werden Züge vom Typ EuroDuplex Océane eingesetzt.

Bahnhof Hendaye

TGV EuroDuplex Océane von Hendaye nach Paris

Anzeige des Zugtyps in der App SNCF-Connect

Erste Klasse im Oberdeck des TGV EuroDuplex Océane

Fahrt durch die Tiefebene der Region Landes

Unterwegs in der Region Nouvelle-Aquitaine

Blick aus dem Zugfenster auf der Schnellfahrstrecke LGV Sud Europe Atlantique

Querung der Loire bei Tours
Endstation des TGV ist der Bahnhof Paris Montparnasse, von dort wechseln wir mit der Metro zum Ostbahnhof. Die Weiterfahrt von dort haben wir mit einem grenzüberschreitenden TGV nach Freiburg geplant. Der TGV wird verspätet bereitgestellt und endet vorzeitig in Straßburg.

Halle des Bahnhofs Paris Est

Erste Klasse im Oberdeck des TGV

Fahrt durch den Osten Frankreichs

'Siège avec vue' (Sitzplatz mit Aussicht)

Unterwegs auf der Schnellfahrstrecke LGV Est européenne

Ankündigung des vorzeitigen Fahrtendes in Straßburg
Für die Fahrgäste nach Deutschland wartet im Bahnhof von Straßburg ein Regionalzug, so dass wir unser Tagesziel heute noch erreichen. Von Offenburg treten wir die letzte Etappe der Reise mit einem Zug der Schwarzwaldbahn an den Bodensee an.

Querung des Rheins bei Kehl

Fahrt durch die Ortenau
Am späten Abend erreichen wir wieder den Ausgangspunkt der Reise und dürfen auf eine abwechslungsreiche Tour mit unterschiedlichsten Zügen, Spurbreiten und Geschwindigkeiten durch imposante Landschaften und Regionen zurückblicken.
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