Vier Tage zwischen Genfersee, Mont Blanc und Chablais (August 2018)

Im August 2018 führt uns eine viertägige Reise Richtung Mont Blanc und in die Region Chablais, das ist die Gegend südlich des Genfersees beiderseits der französisch-schweizerischen Grenze. Wir widmen uns dabei sowohl touristischen Höhepunkten wie der Tramway du Mont-Blanc oder den unterschiedlichen Schienenbahnen von VerticAlp am Lac d'Emosson als auch dem Alltagsbetrieb im Regionalverkehr von RegionAlps und den Meterspurbahnen im Chablais.

Reiseroute
Reiseroute

Am ersten Reisetag fahren wir von Konstanz nach Lausanne und überqueren den Genfersee. Auf der französischen Seite führt uns die Tour weiter über Évian-les-Bains nach Chamonix-Mont-Blanc. Am zweiten Tag besuchen wir die Tramway du Mont-Blanc und die Chemin de fer du Montenvers. Am dritten Tag stehen die verschiedenen Verkehrsmittel von VerticAlp zum Stausee Lac d'Emosson auf dem Programm, anschließend fahren wir wieder an den Genfersee nach Saint-Gingolph und anschließend mit der Zahnradbahn nach Leysin. Am vierten Tag sind wir im Netz der Transports Publics du Chablais (TPC) unterwegs und widmen uns der Bex-Villars-Bretaye-Bahn und der Aigle-Ollon-Monthey-Champéry-Bahn, bevor wir am Abend die Heimreise antreten.


Tag 1: Konstanz - Zürich - Lausanne - Évian-les-Bains - Annemasse - La Roche-sur-Foron - Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet - Chamonix-Mont-Blanc

Wir beginnen die Tour am Bahnhof von Konstanz und fahren mit einem InterRegio der SBB nach Zürich. Auf der Verbindung wird ein sogenannter Regio-Dosto-Triebzug eingesetzt.

Regio-Dosto der SBB als InterRegio von Konstanz nach Zürich
Regio-Dosto der SBB als InterRegio von Konstanz nach Zürich

Erste Klasse im Oberdeck Regio-Dosto der SBB
Erste Klasse im Oberdeck des Regio-Dosto

Blick aus dem Zugfenster über Kreuzlingen und den Bodensee
Blick aus dem Zugfenster über Kreuzlingen und den Bodensee

Fahrt zwischen Weinfelden und Frauenfeld
Fahrt zwischen Weinfelden und Frauenfeld

Querung der Limmat in Zürich
Querung der Limmat in Zürich

Im Hauptbahnhof Zürich steigen wir um auf einen ICN nach Lausanne. Mit dem Neigetechnikzug fahren wir gut zwei Stunden quer durch die Schweiz auf der sogenannten Jurafusslinie. Die Strecke folgt zunächst dem Fluss Aare bis nach Biel und führt dann entlang von Bieler See und Neuenburgersee und weiter durch das Waadtländer Mittelland.

Erste Klasse im ICN der SBB
Erste Klasse im ICN

Fahrt über die Aare in Olten
Fahrt über die Aare in Olten

Blick aus dem Zugfenster im Waadtländer Mittelland zu den Hügeln des Jura
Blick aus dem Zugfenster im Waadtländer Mittelland zu den Hügeln des Jura

Bahnhof Lausanne
Bahnhof Lausanne

In Lausanne verlassen wir den Bahnhof und wechseln zur U-Bahn. Die Métro Lausanne ist die einzige U-Bahn der Schweiz, sie besteht nur aus einer Linie, die knapp sechs Kilometer lang ist. Die Linie hat die Bezeichnung m2, sie entstand aus dem Umbau einer ehemaligen Zahnradbahn und führt vom Stadtrand oben am Hügel durch das Stadtzentrum zum Stadtteil Ouchy am Ufer des Genfersees. Zur Métro Lausanne gehört auch die Linie m1, dies ist jedoch keine U-Bahn, sondern eine Stadtbahn.

U-Bahn-Station Lausanne-Gare
U-Bahn-Station Lausanne-Gare

Innenbild Métro Lausanne
Innenraum Métro Lausanne

Die Bahn überwindet knapp 340 Höhenmeter und hat damit den weltweit größten Höhenunterschied aller U-Bahnen, sie ist zudem auch die steilste Adhäsions-U-Bahn. Die m2 wird führerlos und vollautomatisch betrieben, Vorbild für Fahrbahn und Führung war die Pariser Metro, auch die Fahrzeuge entsprechen weitgehend dem französischen Vorbild. Die Drehgestelle haben gummibereifte Räder, seitliche Führungsschienen dienen auch als Stromschienen.

U-Bahn-Fahrzeuge im Endbahnhof Lausanne Ouchy
U-Bahn-Fahrzeuge im Endbahnhof Ouchy

Von der Endstation Ouchy sind es nur wenige Schritte bis zur Uferpromenade am Genfersee. Am Ufer liegt Schloss Ouchy, das um das Jahr 1170 als bischöflicher Wohnsitz erbaut wurde.
Wir setzen unsere Reise nun mit der CGN fort, welche die Personenschifffahrt auf dem Genfersee betreibt. Passenderweise wird auf dem Kurs nach Évian-les-Bains das Motorschiff 'Léman' eingesetzt, das ist der französische Name des Genfersees.

Schloss Ouchy an der Uferpromenade Lausanne
Schloss Ouchy an der Uferpromenade

Motorschiff 'Léman'
Motorschiff 'Léman'

Erste-Klasse-Salon auf dem Motorschiff Léman'
Erste-Klasse-Salon auf dem Schiff

Wir fahren nun zum gegenüberliegenden französischen Ufer. Der Genfersee / le Lac Léman ist der größte See Frankreichs und der Schweiz, er ist nach dem Plattensee der zweitgrößte See Mitteleuropas. Ungefähr auf halber Strecke zwischen Lausanne und unserem Ziel Évian-les-Bains liegt die tiefste Stelle des Sees mit rund 310 Metern.

Fahrt über den Genfersee
Fahrt über den Genfersee

Blick vom Schiff auf das schweizerische Ufer
Blick vom Schiff auf das schweizerische Ufer

Nach 35 Minuten kommen wir in Évian-les-Bains an. Der Ort hieß um das Jahr 1150 Aquianum, was bereits auf das hiesige Heilwasser hindeutet. Daraus entwickelte sich später die Badekultur mit Badeanstalten, Trinkhallen und Hotels. 1878 wurde das Mineralwasser aus Évian-les-Bains auf der Pariser Weltausstellung prämiert und wurde so weltberühmt. Das bekannte Evian-Mineralwasser wird heute auf dem Gebiet einer Nachbargemeinde abgefüllt.

Straßenzug in Évian-les-Bains mit Blick zum Buvette Cachat
Straßenzug in Évian-les-Bains mit Blick zum Buvette Cachat, das als Badehaus errichtet wurde

Im Zentrum der 9.000-Einwohner-Gemeinde liegt die Talstation einer Standseilbahn. Dank der Heilkraft des Wassers und dem damit verbundenen Aufschwung, war Évian zu Beginn des 20. Jahrhunderts Treffpunkt der Hautevolee aus aller Welt. Nachdem das Seeufer bebaut war, siedelten sich weitere Hotels auf den Höhen der Stadt an, die schließlich mit der 'petit métro évianais' erschlossen wurden.

Talstation des Funiculaire d'Évian-les-Bains
Talstation des Funiculaire d'Évian-les-Bains

Zugang zum Funiculaire d'Évian-les-Bains
Zugang zum Funiculaire

Der Betrieb der Standseilbahn wurde 1969 eingestellt. Im Jahr 2002 wurde die Bahn nach einer umfassenden Sanierung und Modernisierung wiedereröffnet - nach 33 Jahren Stillstand keine einfache Aufgabe. Die Standseilbahn wird im Sommerhalbjahr betrieben, die Mitfahrt ist 'gratuit' (kostenlos). Eigentümer und Betreiber ist die Kommune.

Wagen der Standseilbahn in der Talstation
Wagen der Standseilbahn in der Talstation

Bergstation Neuvecelle Funiculaire d'Évian-les-Bains
Bergstation Neuvecelle

Die Strecke ist 770 Meter lang, sie endet an der Bergstation Neuvecelle, wo sich auch die Antriebstechnik befindet. Den Rückweg hinab ins Zentrum legen wir zu Fuß zurück und können dabei den Betrieb an der Strecke beobachten. Die beiden Wagen in Holzbauweise haben Beiwagen für Fahrräder, Kinderwagen und sperriges Gepäck erhalten. Im Grunde handelt es sich um die Originalwagen, Wagen Nummer 2 hatte die lange Standzeit in der Bergstation relativ gut überstanden. Wagen Nummer 1 hingegen stand in der Talstation und wurde dort überflutet, so dass der Wagen später komplett rekonstruiert werden musste.

Wagen 1 der Standseilbahn Funiculaire d'Évian-les-Bains
Wagen 1 der Standseilbahn

Kreuzung der Standseilbahnen an der Ausweiche
Kreuzung der Standseilbahnen an der Ausweiche

Nachdem wir wieder im Zentrum angekommen sind, laufen wir am Ufer des Genfersees zum Bahnhof. Am Weg liegt die Kirche Notre-Dame-de-l'Assomption, sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut.

Kirche Notre-Dame-de-l'Assomption Évian-les-Bains
Kirche Notre-Dame-de-l'Assomption

Uferpromenade von Évian-les-Bains
Uferpromenade

Der Bahnhof von Évian-les-Bains liegt an der sogenannten Tonkin-Linie, die am Südufer des Genfersees verläuft. Der Betrieb auf der Linie ist jedoch zwischen Évian-les-Bains und der schweizerischen Grenze eingestellt, sodass Évian-les-Bains heute Endbahnhof ist. Im weiteren Reiseverlauf werden wir uns von der schweizerischen Seite nochmals mit der Tonkin-Linie beschäftigen.

Bahnhof Évian-les-Bains
Bahnhof Évian-les-Bains

Empfangshalle Bahnhof Évian-les-Bains
Empfangshalle

Der Bahnhof von Évian-les-Bains wurde 1882 eröffnet. Die mondäne Bahnsteigüberdachung erinnert an die große Zeit des Bädertourismus. Saisonal verkehren auch TGV-Züge nach Évian-les-Bains, für uns steht nun jedoch ein Regionalzug auf dem Reiseplan.

Zug der Reihe Z 27500 im Bahnhof Évian-les-Bains
Zug der Reihe Z 27500

Erste Klasse im Regionalzug Reihe Z 27500
Erste Klasse im Regionalzug der SNCF

Blick vom Zug auf den Genfersee
Blick vom Zug auf den Genfersee

Wir fahren jetzt auf der Tonkin-Linie nach Annemasse. Neben dem Personenverkehr gibt es durch den Transport des Evian-Mineralwassers auch Güteraufkommen auf der Strecke. Die Strecke führt noch ein kurzes Stück am Genfersee entlang, dann verläuft sie weiter durch das Hinterland. Wir sind nun im französischen Teil des Chablais unterwegs.

Fahrt durch die Region Chablais
Fahrt durch die Region Chablais

Bahnhof Annemasse
Bahnhof Annemasse

Im Kantonshauptort Annemasse verlassen wir den Zug. Für die nächste Etappe müssen wir auf den Bus umsteigen, zwischen Annemasse und La Roche-sur-Foron herrscht während unserer Reise planmäßig Schienenersatzverkehr.

Rathaus von Annemasse
Rathaus von Annemasse

Bus des Schienenersatzverkehrs von Annemasse nach La Roche-sur-Foron
Bus des Schienenersatzverkehrs von Annemasse nach La Roche-sur-Foron

Busfahrt zwischen Annemasse und Reignier
Busfahrt zwischen Annemasse und Reignier

Mit dem Bus fahren wir nun weiter durch das Chablais, unterwegs queren wir den Fluss Arve. Auf der weiteren Fahrt werden wir diesem Fluss in die Alpen bis Chamonix-Mont-Blanc folgen. Die Bahnstrecke wird zukünftig Teil des grenzüberschreitenden S-Bahn-Netzes 'Léman Express' im Großraum Genf sein.

Fahrt über den Fluss Arve
Fahrt über den Fluss Arve

Gesperrte Bahnstrecke am Bahnhof Reignier
Gesperrte Bahnstrecke am Bahnhof Reignier

Busfahrt entlang der Bahnstrecke nach La Roche-sur-Foron
Busfahrt entlang der Bahnstrecke nach La Roche-sur-Foron

Bahnhof La Roche-sur-Foron
Bahnhof La Roche-sur-Foron

Am Bahnhof von La Roche-sur-Foron wechseln wir wieder auf den Zug. Mit einem doppelstöckigen Triebzug vom Typ Alstom Coradia Duplex fahren wir durch das ansteigende Tal der Arve nach Saint-Gervais-les-Bains.

Regionalzug vom Typ Alstom Coradia Duplex
Regionalzug vom Typ Alstom Coradia Duplex

Innenbild Oberdeck Alstom Coradia Duplex
Oberdeck im Regionalzug

Fahrt durch das Tal der Arve nach Saint-Gervais-les-Bains
Fahrt durch das Tal der Arve nach Saint-Gervais-les-Bains

Die normalspurige Strecke endet am Bahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet. Wir wechseln dort auf die Meterspurstrecke der Schmalspurbahn nach Vallorcine. Auch die Schmalspurbahn folgt weiterhin dem Fluss Arve, der im weiteren Verlauf durch eine enge Schlucht fließt. Gerade die Etappe rund um den Ort Servoz ist landschaftlich interessant, auf gut 14 Kilometern überwindet die Bahn über 400 Höhenmeter.

Schmalspur-Triebzug im Bahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet
Schmalspur-Triebzug im Bahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet

Innenbild Schmalspur-Triebzug Reihe Z 800
Innenbild Schmalspur-Triebzug Reihe Z 800

Fahrt durch die Schlucht des Arvetals
Fahrt durch die Schlucht des Arvetals

Zugkreuzung am Bahnhof Servoz
Zugkreuzung am Bahnhof Servoz

In der Ferne ist bald der Viaduc Sainte-Marie aux Houches zu sehen. Das Bauwerk ist 130 Meter lang und 52 Meter hoch, es führt über die Arve und markiert das Ende der Schlucht; die weitere Strecke bis Chamonix verläuft anschließend in einem breiten Talkessel.

Blick auf den Viaduc Sainte-Marie aux Houches
Blick auf den Viaduc Sainte-Marie aux Houches

Fahrt auf dem Viaduc Sainte-Marie aux Houches über die Arve
Fahrt auf dem Viaduc Sainte-Marie aux Houches über die Arve

Schließlich erreichen wir unser Tagesziel Chamonix, seit 1921 heißt der Ort offiziell 'Chamonix-Mont-Blanc'. Der Skiort liegt zu Füßen des Mont-Blanc-Massivs auf rund 1.000 Metern im Tal der Arve. In Chamonix haben wir zwei Übernachtungen eingeplant.

Rathaus von Chamonix-Mont-Blanc
Rathaus von Chamonix-Mont-Blanc

Blick zum Gletscher Glacier des Bossons
Blick zum Gletscher Glacier des Bossons, der vom Mont-Blanc-Massiv herabfließt

Kirche Saint Michel Chamonix-Mont-Blanc
Kirche Saint Michel


Tag 2: Chamonix-Mont-Blanc - Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet - Nid d'Aigle - Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet - Chamonix-Mont-Blanc - Montenvers - Chamonix-Mont-Blanc

An diesem Reisetag wollen wir zwei Zahnradbahnen in der Mont-Blanc-Region besuchen. Zunächst fahren wir von Chamonix nach Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet, wo die Tramway du Mont-Blanc ihren Ausgangspunkt hat. Die Strecke bis Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet kennen wir bereits von der Anreise am Vortag.

Stromschiene im Bahnhof Chamonix-Mont-Blanc
Stromschiene im Bahnhof Chamonix, im Hintergrund der Zug nach Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet

Diesmal wird einer der neueren Triebzüge vom Typ Z 850 eingesetzt, diese haben einen Mittelwagen mit Panoramafenstern. Die Schmalspurbahn wurde schon beim Bau elektrifiziert, dabei setzte man auf Wasserkraftwerke entlang der Strecke. Aufgrund der Lawinengefahr in der Bergregion entschied man sich gegen eine Oberleitung und setzte stattdessen auf eine seitliche Stromschiene.

Innenbild Schmalspurtriebzug Reihe Z 850
Innenbild Schmalspurtriebzug Reihe Z 850

Blick aus dem Zugfenster bei Chedde
Blick aus dem Zugfenster bei Chedde

Nach gut 40 Minuten erreichen wir den Bahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet. In dem Bahnhof treffen die Meterspur- und die Normalspurstrecke der SNCF zusammen. Auf dem Bahnhofsvorplatz hat die Tramway du Mont-Blanc (TMB) ihren Ausgangspunkt. Die TMB ist eine Zahnradbahn in Meterspur, die zu dem Aussichtspunkt Nid d'Aigle am Mont Blanc führt. Die TMB hat drei Triebwagen mit zugehörigen Steuerwagen. Die Züge haben unterschiedliche Farben und sind nach den Töchtern eines früheren Direktors benannt. Für die Bergfahrt trifft Triebzug 'Jeanne' an der Talstation ein.

Talstation der Tramway du Mont-Blanc
Talstation der Tramway du Mont-Blanc

Einfahrt von Triebwagen 'Jeanne' in die Talstation
Einfahrt von Triebwagen 'Jeanne' in die Talstation

Innenbild Steuerwagen der Tramway du Mont-Blanc
Innenbild Steuerwagen der Tramway du Mont-Blanc

Fahrt am Hang des Montjoie-Hochtals
Fahrt am Hang des Montjoie-Hochtals

Wir fahren nun zunächst am Hang des Montjoie-Hochtals durch die Bergwelt am Mont Blanc. Die Strecke hat fünf Zwischenbahnhöfe mit Kreuzungsmöglichkeit und sechs Zahnstangenabschnitte. Es gibt kaum Kunstbauten, nur kurz vor der Endstation befinden sich zwei kurze Tunnel mit 70 und 34 Metern Länge.

Streckenführung durch den Bergwald
Streckenführung durch den Bergwald

Blick auf den Streckenverlauf der Tramway du Mont-Blanc
Blick auf den Streckenverlauf der Tramway du Mont-Blanc

Bergfahrt zum Nid d'Aigle
Bergfahrt zum Nid d'Aigle

Tunnel vor dem Endbahnhof
Tunnel vor dem Endbahnhof

Die Strecke sollte ursprünglich bis auf den Mont Blanc führen. Die Gleise enden heute jedoch etwas abrupt im Nirgendwo. Als der Weiterbau der Strecke durch den Ersten Weltkrieg an dieser Stelle ins Stoppen geriet, wurde eine provisorische Endstation errichtet. Der Weiterbau wäre schwierig und mit kostspieligen Tunnelbauten verbunden gewesen.
Das Provisorium überdauerte über 100 Jahre, und so ist die höchstgelegene Bahnstation in Frankreich noch heute eine Kuriosum, nämlich ein Stumpfgleis ohne Weichen, das in einer Steigung gerade so aus dem Tunnel herausreicht, dass ein Fahrgastwechsel möglich ist.

Triebzug 'Jeanne' nach der Ankunft an der Bergstation Nid d'Aigle
Triebzug 'Jeanne' nach der Ankunft an der Bergstation Nid d'Aigle

Bergstation Nid d'Aigle
Bergstation Nid d'Aigle

Die Station Nid d'Aigle (Adlernest) liegt auf 2.372 Meter über dem Meer. Die Zahnradbahn hat auf der 12,5 Kilometer langen Strecke von Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet bis hier hinauf knapp 1.800 Höhenmeter überwunden. Die Bahn fährt nur im Sommer bis zur Endstation, im Winter verkehren die Züge lediglich bis zu einer Zwischenstation. In dem von Schneemassen und Lawinen besonders gefährdeten Bereich werden im Winter die Oberleitung und die Masten abgebaut.

Panoramablick vom Nid d'Aigle
Panoramablick vom Nid d'Aigle

Gletscher Glacier de Bionnassay
Gletscher Glacier de Bionnassay

Den Besuchern bietet sich vom Nid d'Aigle ein Panoramablick auf die Bergwelt rund um das Mont-Blanc-Gebiet. Die Bergstation ist auch Ausgangspunkt für Bergsteiger, die von hier zur leichtesten Route auf den Mont Blanc oder auf andere Berge der Gebirgsgruppe starten.

Triebzug 'Marie' an der Bergstation
Triebzug 'Marie' an der Bergstation

Ausblick vom Nid d'Aigle
Ausblick vom Nid d'Aigle

Tafel zur Geschichte der Tramway du Mont-Blanc
Tafel zur Geschichte der Tramway du Mont-Blanc

Im Jahr 1913 fuhren die ersten Züge bis zur heutigen Endstation Nid d'Aigle. Die Strecke wurde von Anfang an für eine Elektrifizierung projektiert, zunächst wurde der Betrieb jedoch mit Dampflokomotiven abgewickelt.

Schließlich fahren wir mit dem Zug 'Anne' zurück ins Tal. Die drei Triebwagen der TMB wurden in Frankreich unter Beteiligung schweizerischer Firmen gebaut, sie wurden 1957 geliefert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt im Adhäsionsbetrieb bei 22 Stundenkilometern, im Zahnstangenbetrieb sind bei der Bergfahrt bis 20 Stundenkilometer zugelassen, bei der Talfahrt nur 12,8 Stundenkilometer.

Triebzug 'Anne' an der Station Nid d'Aigle
Triebzug 'Anne' an der Station Nid d'Aigle

Talfahrt mit der TMB
Talfahrt mit der TMB

Blick aus dem Zugfenster der Tramway du Mont-Blanc
Blick aus dem Zugfenster der Tramway du Mont-Blanc

Blick durch den rückwärtigen Führerstand auf einen Zahnstangenabschnitt
Blick durch den rückwärtigen Führerstand auf einen Zahnstangenabschnitt

Talfahrt mit Triebzug 'Anne'
Talfahrt mit Triebzug 'Anne'

Fahrt durch die Bergwelt des Mont-Blanc-Gebiets
Fahrt durch die Bergwelt des Mont-Blanc-Gebiets

Kreuzung mit Zug 'Jeane' an der Station Col de Voza
Kreuzung mit Zug 'Jeane' an der Station Col de Voza

Innenbild des Steuerwagens
Innenraum des Steuerwagens

Fahrt im Hochtal des Bonnant
Fahrt im Hochtal des Bonnant

Talfahrt nach Saint-Gervais-les-Bains
Talfahrt nach Saint-Gervais-les-Bains

Kreuzung mit Zug 'Marie' am Bahnhof Saint-Gervais
Kreuzung mit Zug 'Marie' am Bahnhof Saint-Gervais

Die letzten Meter vom Bahnhof von Saint-Gervais führen anschließend in Straßenlage durch den Ortsteil Le Fayet zum Endpunkt vor dem SNCF-Bahnhof. Die Bezeichnung 'Tramway' (Straßenbahn) bezieht sich auf diesen Streckenabschnitt zwischen Le Fayet und Saint-Gervais.

Fahrt in Straßenlage nach Le Fayet
Fahrt in Straßenlage nach Le Fayet

Einfahrt in die Talstation am Bahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet
Einfahrt in die Talstation am Bahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet

Triebwagen 'Anne' nach der Ankunft an der Talstation
Triebwagen 'Anne' nach der Ankunft an der Talstation

Lok Nr. 3 'Mademoiselle d'Angeville' als Denkmal an der Talstation
Lok Nr. 3 'Mademoiselle d'Angeville' als Denkmal an der Talstation

An der Talstation ist als Denkmal die Lok Nr. 3 aufgestellt. Eine 1903 für die schweizerische Martigny-Châtelard-Bahn gebaute Lok diente als Modell für die zwischen 1905 und 1911 gebauten Loks mit den Nummern 1 bis 5. Schließlich wurde auch die Lok, die als Baumuster diente, von der TMB übernommen und bekam die Nummer 6. Heute sind drei der ursprünglichen Lokomotiven verschrottet und drei weitere in unterschiedlichem Zustand erhalten.

Vom SNCF-Bahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet fahren wir nun mit der Schmalspurbahn zurück nach Chamonix-Mont-Blanc. Die Züge werden von der SNCF betrieben. Die dreiteiligen Triebzüge der Reihe Z 850 wurden von Stadler geliefert, es handelt sich um Züge der SPATZ-Reihe (Schmalspur-Panorama-Triebzug), die auch auf der Brünigbahn in der Schweiz eingesetzt werden.

SNCF-Bahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet
SNCF-Bahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet

Schmalspurtriebzug der Reihe Z 850
Schmalspurtriebzug der Reihe Z 850

Blick aus dem Zugfenster bei Saint-Gervais
Blick aus dem Zugfenster bei Saint-Gervais

Fahrt durch das Durchbruchstal der Arve
Fahrt durch das Durchbruchstal der Arve

Entlang der Arve fahren wir nun nach Chamonix. Die Nachfrage auf dieser Strecke schwankt stark, während in der Nebensaison gerade einmal 500 Fahrgäste pro Tag die Züge im Nah- und Schülerverkehr nutzen, können es in der Ferienzeit bis zu 10.000 Fahrgäste sein, besonders während der Skisaison.

Fahrt an der Arve
Fahrt an der Arve

Am frühen Nachmittag sind wir zurück in Chamonix-Mont-Blanc. Mit der Chemin de fer du Montenvers wollen wir nun noch eine zweite Zahnradbahn besuchen. Die Talstation befindet sich unweit des SNCF-Bahnhofs von Chamonix. Die Meterspurbahn führt auf den Felssporn Montenvers oberhalb des Gletschers Mer de Glace.

Bahnhof der Chemin de fer du Montenvers in Chamonix-Mont-Blanc
Bahnhof der Chemin de fer du Montenvers in Chamonix-Mont-Blanc

Zug der Chemin de fer du Montenvers
Zug der Chemin de fer du Montenvers

Die Chemin de fer du Montenvers gilt als Schwesterbetrieb der Tramway du Mont-Blanc. Beide Bahnen werden von der Compagnie du Mont-Blanc betrieben, das Unternehmen ist auch für die Seilbahnen in der Region verantwortlich. Die Chemin de fer du Montenvers ist stärker frequentiert als die Tramway du Mont-Blanc, die Strecke ist kürzer, es stehen mehr Fahrzeuge zur Verfügung und der Bahnhof befindet sich im Herzen der Tourismusregion. Es gibt sechs elektrische Triebwagen, die über Vorstellwagen verfügen.

Tunnel an der Strecke der Chemin de fer du Montenvers
Tunnel an der Strecke der Chemin de fer du Montenvers

Der Montenvers entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem Tourismusmagneten. Knapp 400 Personen waren damit beschäftigt, Besucher zu Fuß, mit Sesselträgern oder mit Maultieren auf den Berg zu bringen. So entstand die Idee, eine Bergbahn zu errichten nach dem Vorbild der schweizerischen Rigi. Aus Kostengründen entschied man sich zunächst für eine Dampfbahn mit der Option für eine spätere Elektrifizierung. Es gibt zwei Tunnel und mehrere Viadukte. Während unseres Besuchs herrscht reger Betrieb, es verkehren mehrere Züge im Folgezugbetrieb. Die Strecke windet sich mit zwei Kehrschleifen in Z-Form an der Bergflanke aus dem Arvetal hinauf zum Montenvers.

Zugkreuzung der der Chemin de fer du Montenvers
Zugkreuzung

Blick vom Zug über das Arve-Tal
Blick vom Zug über das Arve-Tal

Fahrt auf dem Montenvers-Viadukt
Fahrt auf dem Montenvers-Viadukt

Die Strecke ist gut fünf Kilometer lang, sie überwindet eine Höhendifferenz von rund 870 Metern. Bekanntestes Bauwerk der Strecke ist das S-förmige 150 Meter lange Montenvers-Viadukt. 1927 stürzte eine Lokomotive mit dem ersten Wagen vom Viadukt, was zahlreiche Todesopfer forderte. Schließlich erreicht der Zug die Bergstation auf dem Montenvers, sie liegt auf 1.913 Meter über dem Meer.

Innenbild Steuerwagen Chemin de fer du Montenvers
Innenraum des Steuerwagens

Blick von der Bergstation über den Gletscher Mer de Glace
Blick von der Bergstation über den Gletscher Mer de Glace

Unterhalb der Bahnstation liegt der Gletscher Mer de Glace (Eismeer), er ist der größte Gletscher Frankreichs. Von einer Panoramaterrasse fällt der Blick auf die flache Gletscherzunge. Als die Bahn gebaut wurde, reichte der Gletscher noch fast bis zur Bergstation, so dass sich den Betrachtern damals der Eindruck eines Eismeers bot.
Der Mer de Glace zieht sich seit 150 Jahren zurück. Inzwischen wurde sogar eine Seilbahn von der Bergstation hinab zum Gletscher gebaut. Wir entscheiden uns jedoch für den Fußweg über hunderte von Treppenstufen an der Moränenflanke nach unten. Pro Jahr verliert der Gletscher zwischen vier und sechs Metern Höhe, so dass ständig unten weitere Treppenstufen angebaut werden müssen. Unten am Gletscher befindet sich eine künstlich angelegte Eisgrotte.

Gletscher Mer de Glace
Gletscher Mer de Glace

Treppenabgang zum Gletscher Mer de Glace
Treppenabgang zum Gletscher

Eingang zur Eisgrotte Mer de Glace
Eingang zur Eisgrotte

Tunneldurchgang in der Eisgrotte Mer de Glace
Tunneldurchgang in der Eisgrotte

Eisige Sitzgelegenheit
Eisige Sitzgelegenheit

Hinweisschild zur früheren Größe des Gletschers
Hinweisschild zur früheren Größe des Gletschers

Einfahrt eines Zugs in die Bergstation Chemin de fer du Montenvers
Einfahrt eines Zugs in die Bergstation

Die Strecke der Chemin de fer du Montenvers wurde 1909 vollendet, 1953 wurde sie elektrifiziert. Die elektrischen Triebwagen wurden ab 1954 geliefert, das jüngste Exemplar Nr. 46 stammt aus dem Jahr 1979. Zwischen 1990 und 1995 wurden Lawinengalerien errichtet, um auch den Winterbetrieb zu ermöglichen.

Triebwagen Nr. 46 der Chemin de fer du Montenvers vor dem Gletscher-Panorama
Triebwagen Nr. 46 der Chemin de fer du Montenvers vor dem Gletscher-Panorama

Bergstation Montenvers
Bergstation Montenvers

Steilwand des Diamant des Flammes de Pierre
Steilwand des Diamant des Flammes de Pierre vor dem Zugfenster bei der Talfahrt

Blick aus dem Zug auf Chamonix im Arvetal, gegenüber die Bergkette Aiguilles Rouges
Blick aus dem Zug auf Chamonix im Arvetal, gegenüber die Bergkette Aiguilles Rouges

Kreuzung mehrerer Züge
Kreuzung mehrerer Züge

Streckenführung mit Lawinengalerien am Berghang
Streckenführung mit Lawinengalerien am Berghang

Schließlich erreichen wir wieder den Endbahnhof auf dem Talgrund in Chamonix. Am Bahnhof ist die Dampflokomotive Nummer 8 als Denkmal aufgestellt. Von SLM Winterthur wurden von 1907 bis 1927 insgesamt acht Dampflokomotiven geliefert.

Einfahrt in die Talstation, rechts Dampflokomotive Nummer 8 als Denkmal
Einfahrt in die Talstation, rechts Dampflokomotive Nummer 8 als Denkmal

Spaziergang durch Chamonix
Spaziergang durch Chamonix

Denkmal für den Naturforscher Horace-Bénédict de Saussure
Denkmal für den Naturforscher Horace-Bénédict de Saussure

Ein Denkmal in Chamonix erinnert an den Naturforscher Horace-Bénédict de Saussure, der sich der Geologie und der Glaziologie verschrieben hatte. Sein besonderes Interesse galt dem Massiv von Chamonix und dem Mont Blanc, seine Messungen von 1787 führten zu der Feststellung, dass es sich beim Mont Blanc um den höchsten Gipfel Europas handelt.

Abendstimmung in Chamonix
Abendstimmung in Chamonix

Zentrum vom Chamonix bei Nacht
Zentrum vom Chamonix bei Nacht


Tag 3: Chamonix-Mont-Blanc - Vallorcine - Le Châtelard VS - Lac d'Emosson - Le Châtelard VS - Martigny - Saint-Gingolph - Collombey/Corbier - Aigle - Leysin

Heute verlassen wir Chamonix-Mont-Blanc, unser nächstes Übernachtungsziel ist Leysin in der Schweiz. Dieser Ort liegt in Luftlinie keine 50 Kilometer entfernt, mit Zwischenstopps und Umwegen werden wir jedoch den ganzen Tag unterwegs verbringen.
Wir beginnen den Tag am Bahnhof von Chamonix-Mont-Blanc. Der Bahnhof wurde 1901 in Betrieb genommen, damals erreichte die Strecke von der französischen Seite her den Ort. 1908 erfolgte der Lückenschluss in die Schweiz.

Bahnhof Chamonix-Mont-Blanc
Bahnhof Chamonix-Mont-Blanc

Empfangshalle Bahnhof Chamonix-Mont-Blanc
Empfangshalle

Warnschild an der Stromschiene
Warnschild an der Stromschiene

Während man in der Schweiz dazu übergegangen ist, aus Sicherheitsgründen von der Stromschiene auf eine Oberleitung umzustellen, setzt man auf der französischen Seite weiterhin auf die Stromschiene. Diesmal verkehrt wieder ein Triebzug vom Typ Z 850; die französischen Triebzüge verfügen nicht über einen Zahnradantrieb und können deshalb nicht auf dem schweizerischen Abschnitt fahren.

Einfahrt eines Zugs der Reihe Z 850 in den Bahnhof Chamonix-Mont-Blanc
Einfahrt eines Zugs der Reihe Z 850 in den Bahnhof Chamonix-Mont-Blanc

Fahrt durch Argentière
Fahrt durch Argentière

Die Strecke folgt weiterhin dem Tal des Flusses Arve, von Chamonix überwindet die Verbindung gut 300 Höhenmeter. In der Anfangszeit der Bahn wurde dieser Streckenabschnitt nur in den Sommermonaten befahren, da es im Winter zu viel Schnee gab. Schließlich erreicht der Zug den knapp zwei Kilometer langen Montets-Tunnel. Der Tunnel war das anspruchsvollste Bauwerk der Strecke, er unterquert den Montets-Pass. Geologisch schwieriges Gebiet führte zu Bauverzögerungen und forderte eine Änderung der Linienführung. Auf der anderen Seite des Tunnels führen die Gleise mit leichtem Gefälle in Richtung Schweiz.

Blick aus dem Zugfenster bei Argentière vor der Einfahrt in den Montets-Tunnel
Blick aus dem Zugfenster bei Argentière vor der Einfahrt in den Montets-Tunnel

Fahrt am Pass Col des Montets
Fahrt am Pass Col des Montets

Vallorcine ist der letzte Bahnhof auf französischer Seite. Hier heißt es Umsteigen, am gegenüberliegenden Bahnsteig fährt ein Triebzug der schweizerischen Bahngesellschaft Transports de Martigny et Régions (TMR) ein. Die Verbindung wurde früher von der eigenständigen Martigny-Châtelard-Bahn (MC) betrieben, die MC fusionierte dann zur TMR. Die Züge werden auch unter dem Namen Mont Blanc-Express vermarktet. Mit dem schweizerischen Zug fahren wir weiter in Richtung der Grenze.

Triebzug der TMR im Bahnhof Vallorcine
Triebzug der TMR im Bahnhof Vallorcine

Fahrt durch das französisch-schweizerische Grenzgebiet
Fahrt durch das französisch-schweizerische Grenzgebiet

Einfahrt in den Grenzbahnhof Le Châtelard-Frontière
Einfahrt in den schweizerischen Grenzbahnhof Le Châtelard-Frontière

Bahnhofsgebäude Le Châtelard-Frontière
Bahnhofsgebäude Le Châtelard-Frontière

Vom Grenzbahnhof fahren wir noch eine Station weiter bis zum Bedarfshalt Le Châtelard VS. Der Haltepunkt befindet sich direkt am Kraftwerk Châtelard-Barberine. Das Pumpspeicherkraftwerk gehört den SBB, es dient der Bahnstromversorgung der Westschweiz und der Simplonlinie. Es wurde 1923 als Speicherkraftwerk in Betrieb genommen und später zu einem Pumpspeicherkraftwerk ergänzt. Das Wasser stammt aus dem höhergelegenen Stausee Lac d'Emosson, den wir nun besuchen wollen.

Haltepunkt Le Châtelard VS am Kraftwerk Châtelard-Barberine
Haltepunkt Le Châtelard VS am Kraftwerk Châtelard-Barberine

Hinter dem Kraftwerksgebäude beginnt eine kuriose Reise mit drei Bergbahnen, die unter dem Namen Parc d'Attractions du Châtelard bzw. VerticAlp vermarktet wird. Die erste Etappe legt man mit einer Standseilbahn zurück.

Die Bahn hat eine Neigung von bis zu 87 Prozent und überwindet auf einer Länge von 1.300 Metern einen Höhenunterschied von 700 Metern. Zeitweise war sie die steilste Zweikabinen-Seilbahn der Welt. Die Bahn wurde ursprünglich von den SBB als Transportbahn erbaut, durch die touristische Anschlussverwendung entging sie dem Abbruch. Moderne Panoramakabinen erinnern kaum noch an die frühere Transportbahn.

Standseilbahn an der Talstation am Kraftwerk Barberine
Standseilbahn an der Talstation am Kraftwerk Barberine

Streckenführung der Standseilbahn von VerticAlp
Streckenführung der Standseilbahn von VerticAlp

An der Bergstation der Standseilbahn befindet sich die Umsteigestation Les Montuires. Hier beginnt die Strecke einer Feldbahn, die als 'Petit train panoramique' (Schmalspur-Panoramazug) beworben wird. Der Zug schlängelt sich am Hang entlang und bietet den Fahrgästen einen Blick auf die umliegende Bergwelt bis zum Mont Blanc-Massiv. Die Bahn nutzt die frühere Trasse einer Werkbahn der SBB, die in den 1920er-Jahren als Baubahn betrieben wurde. Die ursprüngliche Baubahn hatte eine Spurweite von 750 Millimetern, die heutige Feldbahn verkehrt auf 600 Millimetern.

Feldbahn 'Petit train panoramique'
Feldbahn 'Petit train panoramique'

Fahrt mit dem Panoramazug von VerticAlp
Fahrt mit dem Panoramazug von VerticAlp

Blick vom Zug in Richtung Vallorcine
Blick vom Zug in Richtung Vallorcine

Fahrt zur Staumauer des Lac d'Emosson
Fahrt zur Staumauer des Lac d'Emosson

Die Strecke ist 1.650 Meter lang und führt durch fünf Tunnel. Die Felswände werden nun steiler und bald ist die Staumauer zu sehen. Der Blick hinab geht zur Bouqui-Schlucht. Der Zug erreicht schließlich die Station 'Pied du barrage', wo die Fahrgäste in das sogenannte 'Minifunic' wechseln. Die Standseilbahn bringt uns die letzten 140 Höhenmeter nach oben zum Stausee.

Blick vom Zug zur Bouqui-Schlucht
Blick vom Zug zur Bouqui-Schlucht

Einfahrt in die Umsteigestation 'Pied du barrage'
Einfahrt in die Umsteigestation 'Pied du barrage'

Standseilbahn 'Minifunic' von der Station 'Pied du barrage' zum Lac d'Emosson
Standseilbahn 'Minifunic' von der Station 'Pied du barrage' zum Lac d'Emosson

Mit der Bergstation am Lac d'Emosson haben wir unser Zwischenziel erreicht. Die Station liegt oberhalb der Bogenstaumauer. Die 180 Meter hohe Staumauer wurde zwischen 1967 und 1974 erbaut, zuvor gab es hier schon einen wesentlichen kleineren Stausee. Damit die Staumauer vollständig auf schweizerischem Gebiet liegen konnte, wurde vor dem Bau durch einen Gebietstausch mit Frankreich die Landesgrenze verschoben. Die Grenze zu Frankreich verläuft heute nur wenige Meter neben dem Seeufer. Der Lac d'Emosson liegt auf 1.930 Metern über dem Meer, die Berggipfel um den See sind über 3.000 Meter hoch.

Bogenstaumauer am Lac d'Emosson
Bogenstaumauer am Lac d'Emosson

Blick von der Staumauer ins Tal
Blick von der Staumauer ins Tal, das Gebiet am rechten Bildrand gehört zu Frankreich

Stausee Lac d'Emosson
Stausee Lac d'Emosson

Fußweg vom Lac d'Emosson zum Lac du Vieux Emosson
Fußweg vom Lac d'Emosson zum Lac du Vieux Emosson

Wir wandern nun vom Lac d'Emosson hinauf zum 300 Meter höher gelegenen Stausee Lac du Vieux Emosson. Zwischen den beiden Seen wird ein Pumpspeicherwerk betrieben. Zur Vergrößerung der Kapazität wurde die Staumauer am Lac du Vieux Emosson im Jahr 2014 um zwanzig Meter erhöht.

Staumauer des Lac du Vieux Emosson
Staumauer des Lac du Vieux Emosson

Lac du Vieux Emosson
Lac du Vieux Emosson

Staumauer des Lac du Vieux Emosson
Staumauer des Lac du Vieux Emosson

Lac d'Emosson
Lac d'Emosson, in der Bildmitte die Staumauer. Der Fußweg am rechten Ufer
führt direkt an der Landesgrenze zu Frankreich entlang.

Blick von der Staumauer auf die Strecke der Panoramabahn
Blick von der Staumauer auf die Strecke der Panoramabahn. Links oben die Bergstation
mit der Standseilbahn zur Umsteigestation Pied du barrage

Bogenstaumauer am Lac d'Emosson
Bogenstaumauer am Lac d'Emosson

Wir fahren anschließend mit den drei Bergbahnen wieder hinab in Richtung Le Châtelard. Zunächst bringt uns das Minifunic zur Umsteigestation 'Pied du barrage'. Direkt an der Station gibt es einen weiteren Tunnel, durch den die Feldbahngleise in Richtung der Staumauer führen. Die Züge des 'Petit train panoramique' werden mit Akkuloks gefahren.

Minifunic an der Umsteigestation 'Pied du barrage'
Minifunic an der Umsteigestation 'Pied du barrage'

Tunnel der Feldbahnstrecke zur Staumauer
Tunnel der Feldbahnstrecke zur Staumauer

Einfahrt des Panoramazugs
Einfahrt des Panoramazugs

Umsetzen der Akkulok
Umsetzen der Akkulok

Blick vom Panoramazug
Blick vom Panoramazug

Fahrt an der Bergflanke
Fahrt an der Bergflanke

Einfahrt in den Endbahnhof Les Montuires
Einfahrt in den Endbahnhof Les Montuires

Blick von der Station Les Montuires auf die Strecke der Standseilbahn
Blick von der Station Les Montuires auf die Strecke der Standseilbahn nach Le Châtelard

Blick von der Standseilbahn auf das Kraftwerk Barberine
Blick von der Standseilbahn auf das Kraftwerk Barberine

Am Haltepunkt Le Châtelard VS setzen wir die Reise auf der Meterspurstrecke der Martigny-Châtelard-Bahn fort. Mit dem nächsten Zug fahren wir hinab nach Martigny im Rhonetal. Die Strecke verläuft zunächst hoch am Berghang. In diesem für Fußgänger unzugänglichen Gebiet wurde vorläufig auf die Umstellung auf eine Oberleitung verzichtet, so dass der Zug hier den Strom aus der Stromschiene bezieht. Wir bewegen uns rund 1.200 Meter über dem Meer, an der Strecke gibt es zahlreiche Tunnel und Galerien.

Einfahrt eines Triebzugs der TMR in die Station Le Châtelard VS
Einfahrt eines Triebzugs der TMR in die Station Le Châtelard VS

Fahrt auf einem Abschnitt mit Stromschiene zwischen Le Châtelard und Finhaut
Fahrt auf einem Abschnitt mit Stromschiene zwischen Le Châtelard und Finhaut

Bahnhof Finhaut
Bahnhof Finhaut

Die Strecke führt weiterhin hoch oben am Berghang entlang, wir fahren anschließend durch das Vallée du Trient, benannt nach dem Bergbach Trient. Zwischen den Orten Finhaut und Le Trétien bietet die Bahn die einzige Direktverbindung, es gibt keine Straße im Tal.

Blick aus dem Zugfenster im Vallée du Trient
Blick aus dem Zugfenster im Vallée du Trient

Einfahrt nach Salvan
Einfahrt nach Salvan, der Ort liegt auf einer Geländeterrasse über dem Trienttal

Zwischen Salvan und Vernayaz folgt ein Zahnstangenabschnitt. Die Strecke windet sich hinab ins Rhonetal, fast 480 Höhenmeter geht es auf einem kurvenreichen Abschnitt hinunter. Wir fahren mit der TMR bis zum Endbahnhof Martigny.

Fahrt auf dem Zahnstangenabschnitt ins Rhonetal
Fahrt auf dem Zahnstangenabschnitt ins Rhonetal

Blick vom Zug ins Rhonetal
Blick vom Zug ins Rhonetal

Bahnhof Martigny
Bahnhof Martigny

Der Bahnhof Martigny liegt an der Simplonbahn Lausanne-Brig, außerdem starten hier die Züge der TMR nach Orsières/Le Châble und der Mont-Blanc-Express nach Vallorcine. Die Strecken des Saint-Bernard Express nach Orsières/Le Châble kennen wir bereits (Link zum Reisebericht). Wir fahren mit einem Regionalzug nach Saint-Gingolph. Die Züge werden von der Gesellschaft RegionAlps betrieben, ein Gemeinschaftsunternehmen von SBB, TMR und dem Kanton Wallis. Auf der Hauptstrecke durch das Rhonetal werden NPZ-Domino-Züge mit rot-weißer Lackierung eingesetzt.

NPZ-Domino-Zug von RegionAlps in Martigny
NPZ-Domino-Zug von RegionAlps in Martigny

Erste Klasse im NPZ-Domino-Zug von RegionAlps
Erste Klasse im NPZ-Domino-Zug von RegionAlps

Fahrt durch das Rhonetal
Fahrt durch das Rhonetal

Wir fahren durch das Rhonetal Richtung Genfersee. Anfangs nutzt der Zug noch die Simplonstrecke, bei Saint-Maurice teilt sich die Strecke. Während der Fernverkehr dort auf die andere Seite der Rhone wechselt, fährt der Regionalzug weiter westlich des Flusses. Die letzte Etappe führt am Ufer des Genfersees in Richtung der schweizerisch-französischen Grenze.

Blick aus dem Zugfenster auf den Genfersee
Blick aus dem Zugfenster an der Strandpromenade bei Le Bouveret auf den Genfersee,
hinter dem weißen Gebäude rechts der Bildmitte mündet die Rhone in den See

Schließlich kommen wir in Saint-Gingolph an. Der Ort am Genfersee wurde 1569 durch eine Grenzverschiebung zwischen der Schweiz und Frankreich geteilt, seither bildet der Gebirgsbach Morge die Grenze. So gibt es gibt heute zwei Orte mit dem Namen Saint-Gingolph, nämlich den schweizerischen und den französischen Teil. Die Zugfahrt endet auf der schweizerischen Seite.

Grenzübergang zwischen Frankreich und der Schweiz in Saint-Gingolph
Grenzübergang zwischen Frankreich und der Schweiz in Saint-Gingolph

Verlauf der französisch-schweizerischen Grenze in Saint-Gingolph
Verlauf der französisch-schweizerischen Grenze als Fahrbahnmarkierung auf der Brücke über die Morge

Kapelle der Heiligen Familie in Saint-Gingolph
Kapelle der Heiligen Familie

Schiffsanleger Saint-Gingolph
Schiffsanleger Saint-Gingolph


Tonkin-Linie über die schweizerisch-französische Grenzbrücke

Der Bahnsteig von Saint-Gingolph reicht bis kurz vor die Bahnbrücke über den Grenzbach. Auf der Brücke markiert ein Schild 'Frontiere' den Grenzverlauf. Die Bahnlinie führt weiter am Genfersee entlang nach Évian-les-Bains, wo wir am ersten Reisetag waren. Diese Strecke wird auch 'Tonkin-Linie' genannt, weil die Arbeiter hier ähnliche geologische Bedingungen vorgefunden hatten wie beim Bau der Tonkinbahn in Indochina. Eine zwischenzeitlich geplante Umwandlung der Strecke in einen Radweg konnte abgewendet werden, mittlerweile gibt es Bestrebungen für eine Wiederinbetriebnahme als 'RER Sud Leman'.

NPZ-Domino-Zug von RegionAlps an der Endhaltestelle Saint-Gingolph
NPZ-Domino-Zug von RegionAlps an der Endhaltestelle Saint-Gingolph

Die Tonkin-Linie war ursprünglich als internationale Transitstrecke geplant, dann wurde jedoch die Verbindung über Lausanne früher fertiggestellt und die Strecke über Saint-Gingolph verlor an Bedeutung. Einen Aufschwung erlebte die Strecke im Zweiten Weltkrieg, zu jener Zeit war sie die einzige offene Eisenbahnverbindung zwischen Frankreich und der Schweiz.
Wir fahren nun am Ufer des Genfersees zurück ins Delta des Rhonetals.

Fahrt auf der Tonkin-Linie am Genfersee
Fahrt auf der Tonkin-Linie am Genfersee

Fahrt durch die Ebene des Rhonetals
Fahrt durch die Ebene des Rhonetals

Auf der Rückfahrt fahren wir nur bis Collombey. Dort kreuzt die SBB-Strecke die Meterspurstrecke der Aigle-Ollon-Monthey-Champéry-Bahn mit der Haltestelle Corbier. Die Bahn gehört heute zur Transports Publics du Chablais (TPC). Mit einem Stadler-Triebwagen fahren wir durch die Ebene des Rhonetals zur anderen Talseite nach Aigle. Die Strecke der Aigle-Ollon-Monthey-Champéry-Bahn werden wir am nächsten Reisetag auf der gesamten Länge befahren.

Einfahrt eines Triebzugs der TPC an der Haltestelle Corbier
Einfahrt eines Triebzugs der TPC an der Haltestelle Corbier

Innenbild Triebzug Beh 2/6 543 der TPC
Innenraum Triebzug Beh 2/6 543 der TPC

Fahrt durch das Rhonetal
Fahrt durch das Rhonetal

Blick aus dem Zugfenster auf Weinberge bei Ollon
Blick aus dem Zugfenster auf Weinberge in Südhanglage des Rhonetals bei Ollon

Triebwagen BDeh 4/4 301 am Bahnhof Aigle
Triebwagen BDeh 4/4 301 am Bahnhof Aigle

Am Bahnhof Aigle steigen wir das letzte Mal um an diesem Tag. In Aigle ist der Sitz der TPC, hier haben drei der vier Bahnen der TPC ihren Ausgangspunkt, nämlich die Aigle-Sépey-Diablerets-Bahn, die Aigle-Ollon-Monthey-Champéry-Bahn und die Aigle-Leysin-Bahn. Die Aigle-Sépey-Diablerets-Bahn kennen wir bereits von einem früheren Besuch (Link zum Reisebericht), die Aigle-Ollon-Monthey-Champéry-Bahn wollen wir am nächsten Tag erkunden. Heute widmen wir uns der Aigle-Leysin-Bahn.

Zuglaufschild Aigle-Leysin
Zuglaufschild Aigle-Leysin am Triebwagen

Innenbild Steuerwagen auf der Aigle-Leysin-Bahn
Innenraum Steuerwagen auf der Aigle-Leysin-Bahn

Die Aigle-Leysin-Bahn (AL) startet auf dem Bahnhofsvorplatz und führt anfangs in Straßenlage durch den Ort Aigle. Anschließend fährt der Zug ins Depot, das als Spitzkehre fungiert. Diese Stelle markiert auch einen Wechsel des Streckencharakters; während die Bahn bis dorthin straßenbahnähnlich unterwegs ist, beginnt im weiteren Verlauf eine Zahnradstrecke hinaus aus dem Rhonetal.

Fahrt vom Bahnhofsvorplatz ins Zentrum von Aigle
Fahrt vom Bahnhofsvorplatz ins Zentrum von Aigle

Fahrt in Straßenlage durch Aigle
Fahrt in Straßenlage durch Aigle

Einfahrt in die Spitzkehre am Deport Aigle, rechts der Zahnstangenabschnitt nach Leysin
Einfahrt in die Spitzkehre am Deport Aigle, rechts der Zahnstangenabschnitt nach Leysin

Fahrt auf dem Zahnstangenabschnitt durch Weinberge
Fahrt auf dem Zahnstangenabschnitt durch Weinberge

Kreuzung mit einem Gegenzug
Kreuzung mit einem Gegenzug

Fahrt am Hang über dem Tal des Flusses Grand Eau
Fahrt am Hang über dem Tal des Flusses Grand Eau

Die Bahn gewinnt jetzt deutlich an Höhe und erklimmt den Hang über dem Tal des Flusses Grand Eau. Auf der gegenüberliegenden Talseite verläuft die Strecke der Aigle-Sépey-Diablerets-Bahn. Die Maximalsteigung auf dem Zahnstangenabschnitt beträgt 230 Promille. Wir fahren bis zur Endstation Leysin-Grand-Hôtel, der letzte Abschnitt verläuft durch einen Kehrtunnel. Von Aigle bis zur Endstation überwindet der Zug über tausend Höhenmeter.

Bahnhof Leysin-Village
Bahnhof Leysin-Village

Blick vom Zug über Leysin
Blick vom Zug über Leysin

Kirche Saint-Nicolas in Leysin
Kirche Saint-Nicolas in Leysin aus dem Jahr 1445

Der Ort Leysin liegt in den Waadtländer Voralpen auf einer Terrasse hoch über dem Tal der Grande Eau. Leysin war früher ein Luftkurort mit zahlreichen Sanatorien, er war international als Behandlungsort für Tuberkulose anerkannt. Der medizinische Fortschritt mit anderen Behandlungsmethoden führte zunächst zu einem Niedergang, später entwickelte sich der 4.000-Einwohner-Ort zu einem Touristik- und Sportzentrum.

Blick in die Umgebung der Waadtländer Voralpen
Blick in die Umgebung der Waadtländer Voralpen

Abendspaziergang durch Leysin
Abendspaziergang durch Leysin

Nächtlicher Blick über die Dächer von Leysin
Nächtlicher Blick über die Dächer von Leysin


Tag 4: Leysin - Aigle - Bex - Villars-sur-Ollon - Col-de-Bretaye - Villars-sur-Ollon - Bex - Aigle - Champéry - Aigle - Lausanne - Zürich - Konstanz

Wir haben in Leysin übernachtet und starten von dort in den letzten Reisetag. Die Endhaltestelle der Aigle-Leysin-Bahn ist seit dem Jahr 1915 die Station Leysin-Grand-Hôtel. Sie liegt recht abgelegen am Ortsrand oberhalb des Zentrums. Benannt wurde die Station nach einem ehemaligen Grand Hotel, das heute als Internat genutzt wird.

Blick am Morgen über Leysin
Blick am Morgen über Leysin zum Rhonetal

Endstation Leysin-Grand-Hôtel
Endstation Leysin-Grand-Hôtel

Streckenende an der Station Leysin-Grand-Hôtel
Streckenende an der Station Leysin-Grand-Hôtel

Das Gleis endet einige Meter hinter der Endstation. Es gab Pläne, die Strecke bis zum Gipfel des Bergs Berneuse zu verlängern, die hierfür erteilte Konzession ist jedoch mittlerweile verfallen, da Plangenehmigung und Finanzierung nicht zustande kamen. Zur Fahrt nach Aigle steht ein Zug mit dem Steuerwagen 352 bereit, der Wagen stammt aus dem Jahr 1966. Die Züge der früher eigenständigen Eisenbahngesellschaft Aigle-Leysin (AL) waren ursprünglich braun-creme, mittlerweile präsentieren sie sich im einheitlichen grünen Erscheinungsbild der Transports Publics du Chablais (TPC).

Zug an der Endstation Leysin-Grand-Hôtel
Zug an der Endstation

Innenbild Steuerwagen 352 der TPC
Innenraum Steuerwagen 352 der TPC

Streckenkarte der TPC auf einem Tisch
Streckenkarte der TPC auf einem Tisch, orangefarben die Linie von Leysin nach Aigle

Talfahrt über das Viadukt von Leysin
Talfahrt über das Viadukt von Leysin

Bei Leysin-Village ist die Strecke zweigleisig, in diesem Abschnitt liegt auch das größte Viadukt der Strecke. Im weiteren Verlauf folgen mehrere Tunnel und die Strecke führt durch den Wald am Talhang der Grande Eau. Durch die Weinberge von Aigle klettert die Bahn im weiteren Verlauf hinab zum Talgrund des Rhonetals. Hierbei fällt der Blick auch auf die berühmteste Sehenswürdigkeit von Aigle, nämlich das Château d'Aigle (Adlerburg) aus dem 11. Jahrhundert.

Blick aus dem Zugfenster zum Rhonetal
Blick aus dem Zugfenster zum Rhonetal

Talfahrt auf dem Zahnstangenabschnitt durch Weinberge
Talfahrt auf dem Zahnstangenabschnitt durch Weinberge

Château d'Aigle (Adlerburg)
Château d'Aigle (Adlerburg)

Spitzkehre im Depot Aigle
Spitzkehre im Depot Aigle

Unterhalb der Weinberge fährt der Zug in das Gleis zum Depot ein, nach dem dortigen Fahrtrichtungswechsel führt die Strecke in Straßenlage durch Aigle bis zum Bahnhof. Der Betriebsablauf war früher zweigeteilt, die Wagen nach Leysin wurden auf dem Straßenbahnabschnitt von einer Tram gezogen und am Depot von Zahnradloks übernommen. Die Strecke von Leysin bis Aigle ist insgesamt 6,3 Kilometer lang.

Fahrt in Straßenlage durch Aigle
Fahrt in Straßenlage durch Aigle

Blick aus dem Zugfenster bei der Fahrt durch Aigle
Blick aus dem Zugfenster bei der Fahrt durch Aigle

Fahrt über den Bahnhofsvorplatz von Aigle
Fahrt über den Bahnhofsvorplatz von Aigle

Wir werden später nochmals nach Aigle zurückkehren, zunächst fahren wir jedoch mit einem InterRegio der SBB eine Station weiter bis nach Bex. Gerade mal sechs Minuten dauert die Fahrt auf der Simplonstrecke durch das Rhonetal.

Einfahrt eines InterRegios in den Bahnhof Aigle
Einfahrt eines InterRegios in den Bahnhof Aigle

Erste Klasse im InterRegio der SBB
Erste Klasse im InterRegio der SBB

Fahrt von Aigle nach Bex durch das Rhonetal
Fahrt von Aigle nach Bex durch das Rhonetal

Auf dem Bahnhofsvorplatz von Bex machen wir Bekanntschaft mit der nächsten Meterspurbahn der TPC, nämlich der ehemaligen Bex-Villars-Bretaye-Bahn (BVB). Diese Bahn ist isoliert von den anderen Meterspurbahnen der TPC. Wir fahren von Bex zum Col-de-Bretaye, die Linie wird allerdings nicht durchgehend betrieben, in Villars-sur-Ollon ist ein Umstieg erforderlich. Der erste Abschnitt der Bahn wurde als Straßenbahn durch das Zentrum der 8.000-Einwohner-Gemeinde Bex gebaut. In der Ebene des Rhonetals verkehrt der Zug im Adhäsionsbetrieb.

Triebzug 91 der TPC auf dem Bahnhofsvorplatz von Bex
Triebzug 91 der TPC auf dem Bahnhofsvorplatz von Bex

Zuglaufschild Bex-Villars am Triebzug
Zuglaufschild Bex-Villars am Triebzug

Innenbild Triebzug 91 der TPC
Innenraum Triebzug 91 der TPC

Streckenkarte der TPC, in rot die Linie von Bex zum Col-de-Bretaye
Streckenkarte der TPC, in rot die Linie von Bex zum Col-de-Bretaye

Fahrt in Straßenlage durch das Zentrum von Bex
Fahrt in Straßenlage durch das Zentrum von Bex

Blick aus dem Zugfenster bei Bévieux
Blick aus dem Zugfenster bei Bévieux

An der Station Fontannaz Seulaz steht eine ältere Garnitur in den Farben der Bex-Villars-Bretaye-Bahn, vor der Fusion waren die Fahrzeuge der BVB rot. Hier befährt der Zug einen Zahnstangenabschnitt aus dem Tal der Rhone hinauf auf eine Geländeterrasse.
Bei Gryon ist der größte Anstieg überwunden, von dort geht es ohne Zahnstangen weiter. Auch dieser obere Abschnitt der Bahnlinie wurde ursprünglich als Straßenbahn gebaut. Die Trasse verläuft heute teilweise auf und teilweise neben der Straße.

Zahnstangenabschnitt bei der Station Fontannaz Seulaz
Zahnstangenabschnitt bei der Station Fontannaz Seulaz, rechts eine ältere Garnitur in den Farben der BVB

Blick von der Geländeterrasse bei Gryon
Blick von der Geländeterrasse bei Gryon

Bahnhof Gryon
Bahnhof Gryon

Fahrt zwischen Gryon und Arveyes
Fahrt zwischen Gryon und Arveyes

Streckenverlauf in Straßenlage durch Arveyes
Streckenverlauf in Straßenlage durch Arveyes

Schließlich erreichen wir den Bahnhof von Villars-sur-Ollon. Von Bex bis Villars-sur-Ollon hat die Bahn 840 Höhenmeter überwunden. Für die umsteigenden Fahrgäste zum Col-de-Bretaye führt der Weg durch ein Bahnhofsgebäude.
Auch die weitere Strecke gehört zur TPC, wobei die Fahrzeuge teilweise noch in der früheren Farbgebung unterwegs sind. Die Strecke bis Villars-sur-Ollon wurde 1901 eröffnet, um die Dörfer über dem Rhonetal zu erschließen. Der Bau einer Zahnradbahn auf den Col-de-Bretaye wurde erst später in Angriff genommen, diese Strecke wurde 1937 eröffnet.

Endstation in Villars-sur-Ollon, rechts der Zugang zu den Zügen zum Col-de-Bretaye
Endstation in Villars-sur-Ollon, rechts der Zugang zu den Zügen zum Col-de-Bretaye

Zahnradbahn von Villars-sur-Ollon auf den Col-de-Bretaye
Zahnradbahn von Villars-sur-Ollon auf den Col-de-Bretaye

Zuglaufschild Villars-Bretaye am Triebwagen
Zuglaufschild Villars-Bretaye am Triebwagen

Fahrt durch die Waadtländer Alpen
Fahrt durch die Waadtländer Alpen

Während die Strecke von Bex bis Villars-sur-Ollon dem öffentlichen Verkehr dient, hat der Streckenabschnitt zum Col-de-Bretaye den Charakter einer Bergbahn, die Touristen, Wanderer und Wintersportfreunde hinauf zum Pass bringt. Knapp fünf Kilometer klettert die Bahn am Berg nach oben und bietet den Fahrgästen einen Panoramablick über die Landschaft der Waadtländer Alpen.

Bergfahrt zum Col-de-Bretaye
Bergfahrt zum Col-de-Bretaye

Blick vom Zug zum Rhonetal
Blick vom Zug zum Rhonetal

Fahrt zur Bergstation am Col-de-Bretaye
Fahrt zur Bergstation am Col-de-Bretaye

Zug nach der Ankunft in der Station Col-de-Bretaye
Zug nach der Ankunft in der Station Col-de-Bretaye

Die Endstation Col-de-Bretaye liegt auf 1.808 Meter über dem Meer. Auf der Passhöhe gibt es eine kleine Siedlung und Gastronomie sowie Skianlagen. Wir unternehmen einen Spaziergang bis zum Bergsee Lac des Chavonnes und verbringen die Mittagspause an der Passhöhe.

Spaziergang durch Morgex
Spaziergang durch Morgex

Lac de Bretaye
Lac de Bretaye

Wanderung am Col-de-Bretaye
Wanderung am Col-de-Bretaye

Bergsee Lac des Chavonnes
Bergsee Lac des Chavonnes

Landschaft der Waadtländer Alpen
Landschaft der Waadtländer Alpen

Anschließend fahren wir wieder hinab ins Rhonetal. Zum Einsatz kommt dieselbe Zahnradgarnitur, die uns auf den Berg gebracht hatte. Mit einer maximalen Neigung von 200 Promille fahren wir mit der Bahn auf dem Zahnstangenabschnitt um rund 550 Höhenmeter nach unten.

Zug in den Farben der Bex-Villars-Bretaye-Bahn
Zug in den Farben der Bex-Villars-Bretaye-Bahn

Innenbild Steuerwagen der Bex-Villars-Bretaye-Bahn
Innenraum Steuerwagen der Bex-Villars-Bretaye-Bahn

Talfahrt vom Col-de-Bretaye
Talfahrt vom Col-de-Bretaye

Fahrt zum Haltepunkt Bouquetins
Fahrt zum Haltepunkt Bouquetins

Streckenführung zwischen Bouquetins und Col de Soud
Streckenführung zwischen Bouquetins und Col de Soud

Einfahrt in den Bahnhof von Villars-sur-Ollon, links das Verbindungsgleis nach Bex
Einfahrt in den Bahnhof von Villars-sur-Ollon, links das Verbindungsgleis nach Bex

Früher gab es von Villars-sur-Ollon eine Verlängerung bis in das Nachbardorf Chesières als Straßenbahnstrecke. Die Bahngesellschaft wurde hierfür umbenannt in Chemin de fer Bex-Gryon-Villars-Chesières (BGVC). Diese Straßenbahnstrecke fiel jedoch dem Individualverkehr zum Opfer und wurde 1964 abgebrochen.
Wir unternehmen einen kleinen Spaziergang durch Villars-sur-Ollon, der Winter- und Sommerkurort hat rund 1.500 Einwohner und liegt auf einer Geländeterrasse über dem Tal der Gryonne.

Abgestellter älterer Triebwagen in Villars-sur-Ollon
Abgestellter älterer Triebwagen in Villars-sur-Ollon

Spaziergang durch Villars-sur-Ollon
Spaziergang durch Villars-sur-Ollon

Bahnhofsgebäude von Villars-sur-Ollon
Bahnhofsgebäude von Villars-sur-Ollon

Doppeltriebwagen Nr. 91 der TPC in Villars-sur-Ollon
Doppeltriebwagen Nr. 91 in Villars-sur-Ollon

Für die Fahrt nach Bex kommt wieder der Doppeltriebwagen Nr. 91 zum Einsatz. Er gehört zur jüngsten Fahrzeuggeneration aus den Jahren 2000/2001 und trägt den Namen 'Bretaye'. Mit dem Triebzug fahren wir von Villars-sur-Ollon hinab nach Bex ins Rhonetal.

Innenbild Doppeltriebwagen Nr. 91 der TPC
Innenraum des Doppeltriebwagens

Linienschema der Strecke von Villars-sur-Ollon nach Bex
Linienschema der Strecke von Villars-sur-Ollon nach Bex

Ausfahrt aus dem Bahnhof von Villars-sur-Ollon
Ausfahrt aus dem Bahnhof von Villars-sur-Ollon

Bahnhof Arveyes
Bahnhof Arveyes

Blick durch den rückwärtigen Führerstand auf den Zahnstangenabschnitt
Blick durch den rückwärtigen Führerstand auf den Zahnstangenabschnitt

Die beiden Streckenabschnitte vor und nach dem Zahnstangenabschnitt zwischen Gryon und Bévieux wurden als Straßenbahn ausgeführt. Unten am Ende des Zahnstangenabschnitts liegt das Depot, dort sehen wir das blau-weiße Fahrzeug Be 2/2 Nr. 9. Der Straßenbahntriebwagen wurde von den Verkehrsbetrieben Zürich übernommen für die Straßenbahnstrecke zwischen Bévieux und dem Bahnhof von Bex.
In Straßenlage fahren wir anschließend durch Bex, zunächst eher ländlich am Ortsrand, dann über den Fluss Avançon und durch das Zentrum von Bex. Besonders interessant ist die enge Durchfahrt zwischen Place du Marché und Rue Centrale.

Fahrt am Depot Bévieux, rechts ein aus Zürich übernommener Straßenbahntriebwagen
Fahrt am Depot Bévieux, rechts ein aus Zürich übernommener Straßenbahntriebwagen

Fahrt am Ortsrand von Bex
Fahrt am Ortsrand von Bex

Querung des Flusses Avançon
Querung des Flusses Avançon

Fahrt durch das Zentrum von Bex
Fahrt durch das Zentrum von Bex

Blick auf die enge Durchfahrt zwischen Place du Marché und Rue Centrale Bex
Blick auf die enge Durchfahrt zwischen Place du Marché und Rue Centrale

Ankunft am Bahnhof von Bex
Ankunft am Bahnhof von Bex

Mit der Ankunft auf dem Bahnhofsvorplatz von Bex endet unser Besuch bei der Bex-Villars-Bretaye-Bahn; vom Col-de-Bretaye bis zum Bahnhof Bex ist die Strecke 17 Kilometer lang, knapp 1.400 Höhenmeter haben wir mit den beiden Zügen überwunden.
Mit dem nächsten InterRegio fahren wir zurück nach Aigle.

Einfahrt eines InterRegio in den Bahnhof Bex
Einfahrt eines InterRegio in den Bahnhof Bex

Blick aus dem Zugfenster zwischen Bex und Aigle
Blick aus dem Zugfenster zwischen Bex und Aigle

Wir wollen uns jetzt der letzten uns noch unbekannten Strecke der TPC widmen, nämlich der Aigle-Ollon-Monthey-Champéry-Bahn (AOMC). Auch dies ist eine Meterspurbahn, hier treffen wir auf eines der jüngsten Fahrzeuge der TPC; der Triebwagen Beh 2/6 Nr. 542 wurde 2016 von Stadler geliefert. Die Strecke führt zunächst durch das Rhonetal nach Monthey und dann in das Seitental Val d'Illiez.

Triebwagen Beh 2/6 Nr. 542 der TPC in Aigle
Triebwagen Beh 2/6 Nr. 542 der TPC in Aigle

Innenbild Triebwagen Beh 2/6 Nr. 542
Innenraum Triebwagen der TPC

Streckenkarte mit der Linie von Aigle nach Champéry
Streckenkarte mit der Linie von Aigle nach Champéry (rot). Zahnstangenabschnitte sind gepunktet dargestellt.

Fahrt mit der TPC über die Rhone
Fahrt mit der TPC über die Rhone

Die erste Etappe von Aigle führt am Hangfuß des östlichen Rands des Rhonetals nach Ollon und dann durch die Ebene des Rhonetals. Auf der Fahrt nach Monthey queren wir den Fluss. Die Strecke von Aigle bis Champéry wird heute durchgehend befahren, früher gab es zwei getrennte Bahngesellschaften, nämlich die Aigle-Ollon-Monthey-Bahn (AOM) und die Monthey-Champéry-Morgins-Bahn (MCM).
Der Bahnhof Monthey-Ville liegt dadurch heute am Ende einer Stichstrecke. Nach dem Fahrtrichtungswechsel dort fährt der Zug zunächst auf der gleichen Strecke wieder zurück, sodass ein Haltepunkt zweifach durchfahren wird. Dann beginnt ein Zahnstangenabschnitt und die Strecke gewinnt am Stadtrand von Monthey an Höhe.

Blick vom Zug über Monthey
Blick vom Zug über Monthey

Rettungshubschrauber am Haltepunkt Monthey-Hôpital
Rettungshubschrauber am Haltepunkt Monthey-Hôpital

Bahnhof Troistorrents
Bahnhof Troistorrents

Nachdem der erste steile Anstieg überwunden ist, verkehrt der Zug wieder im Adhäsionsbetrieb. Die Landschaft präsentiert sich nun deutlich ländlicher. Der Ort Troistorrents liegt am Eingang des Val de Morgins. Ursprünglich war geplant, Morgins durch eine Zweigstrecke zu erschließen, diese Pläne wurden jedoch nicht umgesetzt.
Wir fahren nun weiter durch das Tal Val d'Illiez, am Talgrund fließt die Vièze. Hier oben im Val d'Illiez folgen nochmals zwei Zahnstangenabschnitte. Vom tiefsten Punkt im Rhonetal bis zum höchsten Punkt an der Station Champéry-Village überwindet die Bahn rund 650 Höhenmeter.

Fahrt durch das Tal Val d'Illiez, im Hintergrund das Bergmassiv der Dents du Midi
Fahrt durch das Tal Val d'Illiez, im Hintergrund das Bergmassiv der Dents du Midi

Die Endstation liegt in Champéry. Der Ort hat nur 1.400 Einwohner, er ist einer der ältesten Touristenorte der Schweiz. Champéry ist Teil eines grenzüberschreitenden Skigebiets und im Sommer bei Wanderern und Mountainbikern beliebt. In Champéry stand einst eine barocke katholische Kirche aus dem Jahr 1725. Die Kirche selbst wurde abgetragen, der historische Glockenturm mit der eigenwilligen Kirchturmspitze blieb jedoch erhalten und gehört mittlerweile zum Schweizer Kulturerbe.

Spaziergang durch Champéry
Spaziergang durch Champéry

Glockenturm von Champéry
Glockenturm

Rue du Village in Champéry
Rue du Village in Champéry

Wegweiser mit Hinweis auf die frühere Aigle-Ollon-Monthey-Champéry-Bahn (AOMC)
Wegweiser mit Hinweis auf die frühere Aigle-Ollon-Monthey-Champéry-Bahn (AOMC)

Triebzug 542 der TPC an der Endstation Champéry
Triebzug 542 der TPC an der Endstation Champéry

Die Bahnstrecke nach Champéry wurde 1909 eröffnet, sie wurde 1990 um rund 800 Meter verlängert bis zur Talstation einer Gondelbahn, so dass Besucher mit kurzen Wegen zu den Skipisten am Croix de Culet umsteigen können.
Durch das Val d'Illiez fahren wir nun zurück in Richtung Rhonetal. Während das Tal früher von Landwirtschaft, Viehzucht, Milch- und Waldwirtschaft geprägt war, setzte im 19. Jahrhundert zunächst Kurtourismus ein, der später zu einer starken touristischen Entwicklung führte.

Blick vom Zug ins Val d'Illiez
Blick vom Zug ins Val d'Illiez

Fahrt am Hang des Val d'Illiez
Fahrt am Hang des Val d'Illiez

Blick aus dem Zugfenster auf ein Bauernhaus
Blick aus dem Zugfenster auf ein Bauernhaus

Fahrt nach Monthey hinab ins Rhonetal
Fahrt nach Monthey hinab ins Rhonetal

Die Strecke von Champéry bis Aigle ist insgesamt 23 Kilometer lang, sie wurde 2016 modernisiert, dabei wurden Fahrleitungsspannung und Zahnstangensystem umgestellt, so dass nun alle ab Aigle verkehrenden Strecken der TPC vereinheitlicht sind. Die Strecke verläuft weiter durch den Ort Collombey am westlichen Rand des Rhonetals, anschließend führt die Strecke über den Talboden zum östlichen Rand.

Blick auf die Kirche bei der Fahrt durch Collombey
Blick auf die Kirche bei der Fahrt durch Collombey

Fahrt durch die Ebene des Rhonetals
Fahrt durch die Ebene des Rhonetals

In Aigle endet unser Besuch bei der TPC, mit einem InterRegio der SBB treten wir die Heimfahrt an. Auf der Simplonstrecke fahren wir bis Lausanne, nach der kurzen Fahrt durch das Rhonetal gibt es ein Wiedersehen mit dem Genfersee, wo die Strecke zwischen Seeufer und Weinbergen entlang führt. Ab Lausanne nutzen wir wie auf der Hinfahrt einen ICN nach Zürich.

Einfahrt eines InterRegios in den Bahnhof Aigle
Einfahrt eines InterRegios in den Bahnhof Aigle

Fahrt durch das Rhonetal von Aigle nach Montreux
Fahrt durch das Rhonetal von Aigle nach Montreux

Blick aus dem Zugfenster auf den Genfersee
Blick aus dem Zugfenster auf den Genfersee

Fahrt entlang der Weinberge am Genfersee
Fahrt entlang der Weinberge am Genfersee

Einfahrt eines ICN in den Bahnhof Lausanne
Einfahrt eines ICN in den Bahnhof Lausanne

Erste Klasse im ICN
Erste Klasse im ICN

Schloss Neuenburg / Château de Neuchâtel am Neuenburgersee
Schloss Neuenburg / Château de Neuchâtel am Neuenburgersee

Bei einbrechender Dämmerung fahren wir über die Jurafusslinie zurück an den Bodensee, wo am späten Abend die viertägige Rundfahrt mit interessanten Verkehrsmitteln und beeindruckenden Landschaften zwischen Genfersee, Mont Blanc und Chablais endet.


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