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Eine Tagestour durch Jura, Ajoie und Sundgau (August 2019)

Mit einer Rundfahrt wollen wir drei Ziele im schweizerisch-französischen Grenzgebiet verbinden, nämlich die vor der Einstellung stehende Meterspurbahn Le Locle-Les Brenets, die Strecke Porrentruy-Bonfol der Chemins de fer du Jura (CJ) und die reaktivierte Bahnstrecke von Delle nach Belfort.


Streckenkarte

Die erstklassige Tour führt uns von Konstanz über Zürich, Bern und La Chaux-de-Fonds nach Le Locle zur Meterspurbahn nach Les Brenets. Weiter fahren wir über Biel nach Porrentruy und mit der CJ nach Bonfol. Anschließend stehen die Route über Delle ins französische Belfort und die Rückfahrt über Mulhouse, Basel und Zürich zurück nach Konstanz auf dem Reiseplan.

Wir starten morgens um 8 Uhr in Konstanz und besteigen den InterRegio nach Zürich. Mit dem Zug fahren wir zunächst über den Seerücken nach Weinfelden und dann weiter über Frauenfeld und Winterthur nach Zürich. Nach der Ankunft im Hauptbahnhof Zürich wechseln wir ins Untergeschoss zu Gleis 32, wo der IC 1 nach Bern abfährt.

InterRegio nach Zürich im Bahnhof Konstanz
InterRegio nach Zürich im Bahnhof Konstanz

Erste Klasse im InterRegio der SBB (Einheitswagen IV)
Erste Klasse im InterRegio der SBB (Einheitswagen IV)

Blick aus dem Zugfenster zwischen Kreuzlingen und Weinfelden
Blick aus dem Zugfenster zwischen Kreuzlingen und Weinfelden

Goethe-Zitat im Reisemagazin 'via' der SBB 'Die Reise gleicht einem Spiel...'
Goethe-Zitat im Reisemagazin 'via' der SBB

IC2000-Doppelstockzug im Tiefbahnhof des Hauptbahnhofs Zürich
IC2000-Doppelstockzug im Tiefbahnhof des Hauptbahnhofs Zürich

Erste Klasse im IC2000-Doppelstockwagen
Erste Klasse im IC2000-Doppelstockwagen

Fahrt auf der Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist
Fahrt auf der Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist

Blick vom Zug auf die Aare bei Bern
Blick vom Zug auf die Aare bei Bern

In Bern bleibt Zeit für einen Rundgang durch den Bahnhof, anschließend fahren wir mit einem RegioExpress nach La Chaux-de-Fonds. Die Linie wird von der bls betrieben, zum Einsatz kommt ein EW III-Pendelzug. Der Zug befährt die sogenannten 'Direkt Linie' Richtung Neuenburg / Neuchâtel. Die Strecke wurde 1901 von der Bern-Neuenburg-Bahn eröffnet, den Namen verdankt die Verbindung der fast geraden Streckenführung durch das Große Moos.

Empfangshalle Bahnhof Bern
Empfangshalle Bahnhof Bern

Einfahrt eines EW III-Pendelzugs der bls in den Bahnhof Bern
Einfahrt eines EW III-Pendelzugs der bls in den Bahnhof Bern

Abteil der ersten Klasse im EW III-Pendelzug der bls
Abteil der ersten Klasse im EW III-Pendelzug

Fahrt auf der 'Direkt Linie' zwischen Bern und Kerzers
Fahrt auf der 'Direkt Linie' zwischen Bern und Kerzers

Blick vom Gümmenenviadukt auf die Saane
Blick vom Gümmenenviadukt auf die Saane

Fahrt durch das Große Moos
Fahrt durch das Große Moos

Weiter führt die Strecke am Neuenburgersee, dann gewinnt der Zug an Höhe und wir erreichen den Spitzkehrenbahnhof von Chambrelien. Nach dem dortigen Fahrtrichtungswechsel geht es weiter bergauf, von Neuchâtel bis zum Scheitelpunkt im Loges-Tunnel überwindet die Bahn rund 570 Höhenmeter.

Neuenburgersee vor dem Zugfenster
Neuenburgersee vor dem Zugfenster

Zusammenlaufen der Gleise am Spitzkehrenbahnhof von Chambrelien
Zusammenlaufen der Gleise am Spitzkehrenbahnhof von Chambrelien

Bahnhof Les Geneveys-sur-Coffrane
Bahnhof Les Geneveys-sur-Coffrane

Fahrt durch den Neuenburger Jura
Fahrt durch den Neuenburger Jura

Schriftzug 'Auf Wiedersehen' auf dem Abteiltisch
Abschiedsgruß der bls auf dem Abteiltisch

Im Bahnhof La Chaux-de-Fonds wechseln wir auf einen Zug der transN, die Transports Publics Neuchâtelois SA betreibt verschiedene Linie in der Region. Mit einem Flirt-Triebzug fahren wir eine Station bis Le Locle, die Fahrt durch die Landschaft des Neuenburger Juras dauert nur sechs Minuten.

Flirt-Triebzug von transN im Bahnhof La Chaux-de-Fonds
Flirt-Triebzug von transN im Bahnhof La Chaux-de-Fonds

Erste Klasse im Flirt-Triebzug von transN
Erste Klasse im Flirt-Triebzug von transN

Blick aus dem Zugfenster zwischen La Chaux-de-Fonds und Le Locle
Blick aus dem Zugfenster zwischen La Chaux-de-Fonds und Le Locle

Die Fahrt endet in Le Locle nahe der Grenze zu Frankreich. Die normalspurige Bahnstrecke führt weiter nach Besançon, diese sogenannte Uhrmacherstrecke haben wir 2018 bereist (Link zum Reisebericht). Heute haben wir ein anderes Ziel, nämlich die Meterspurstrecke nach Les Brenets. Die Stichstrecke wird von transN betrieben. Triebwagen Nummer 3 aus dem Jahr 1950 steht zur Fahrt auf der gut vier Kilometer langen Strecke bereit.

Triebwagen Nummer 3 im Bahnhof Le Locle
Triebwagen Nummer 3 im Bahnhof Le Locle

Führerstand des Triebwagens
Führerstand des Triebwagens

Blick durch den rückwärtigen Führerstand bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Le Locle
Blick durch den rückwärtigen Führerstand bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Le Locle, rechts die Normalspurgleise

Haltepunkt Les Frêtes
Haltepunkt Les Frêtes

Die Strecke führt größtenteils durch Wald, es gibt drei Tunnel. Die Bahnstrecke wurde 1890 von der Compagnie des Chemins de fer Régional des Brenets (RdB) eröffnet, 1950 wurde die Strecke mit Gleichstrom elektrifiziert. Überlegungen, über Les Brenets eine Verbindung ins französische Besançon zu schaffen, wurden nie realisiert, stattdessen wurde eine andere Streckenführung für die Verbindung nach Frankreich gewählt.

Streckenverlauf der Meterspurbahn Le Locle-Les Brenets
Streckenverlauf durch den Wald

Blick auf die Strecke zwischen Les Frêtes und Les Brenets
Blick auf die Strecke zwischen Les Frêtes und Les Brenets

Nach einer Fahrzeit von sieben Minuten kommen wir in Les Brenets an. Das 1.000-Einwohner-Dorf liegt an einem Hang rund 100 Meter über dem Lac des Brenets. Der See ist ein beliebtes Ausflugsziel, es handelt sich um einen natürlichen Stausee des Flusses Doubs. Der See bildet die Grenze zu Frankreich, gegenüber liegt der französische Weiler Chaillexon. Das Dorf Les Brenets war ursprünglich durch Landwirtschaft geprägt, später siedelte sich hier - wie in vielen Orten der Region - die Uhrmacherei an. Zu den Sehenswürdigkeiten von Les Brenets gehört die Kirche aus dem Jahr 1859.

Ortsmitte von Les Brenets
Ortsmitte von Les Brenets

Blick zum See Lac des Brenets
Blick zum See Lac des Brenets

Am Ufer des Lac des Brenets
Am Ufer des Lac des Brenets

Blick zum französischen Ufer des Lac des Brenets
Blick zum französischen Ufer

Fußweg vom See zur Ortsmitte von Les Brenets
Fußweg vom See zur Ortsmitte von Les Brenets

Kirche von Les Brenets aus dem Jahr 1859
Kirche von Les Brenets aus dem Jahr 1859

Schließlich kehren wir zum Bahnhof zurück. Bei der Meterspurstrecke handelt es sich um einen Inselbetrieb ohne Verbindung zu den anderen Meterspurstrecken im Jura, Depot und Werkstätte befinden sich in Les Brenets. Wegen Bauarbeiten wendet der Zug während unseres Besuchs im Gleisfeld.

Bahnhof Les Brenets
Bahnhof Les Brenets

Triebwagen im Bahnhof Les Brenets
Triebwagen im Bahnhof Les Brenets

Zuglaufschild Les Brenets-Le Locle
Zuglaufschild Les Brenets-Le Locle

Innenbild des Triebwagens Les Brenets-Le Locle
Innenraum des Triebwagens

Fahrt von Les Brenets nach Le Locle
Fahrt von Les Brenets nach Le Locle

Blick durch den rückwärtigen Führerstand auf die Bahnstrecke Les Brenets-Le Locle
Blick durch den rückwärtigen Führerstand auf die Bahnstrecke

Ausfahrt aus dem La Combe-Monterban-Tunnel
Ausfahrt aus dem La Combe-Monterban-Tunnel

Der Betrieb der Bahnstrecke soll Ende 2023 eingestellt werden, die Zugverbindung wird dann durch einen Elektrobus abgelöst. Die Trasse zwischen Le Locle und dem Haltepunkt Les Frêtes soll asphaltiert werden und als Fahrweg für den Elektrobus dienen, der Bus wird dann auch durch den rund 700 Meter langen La Combe-Monterban-Tunnel fahren. Für die restliche Strecke wird der Bus öffentliche Straßen nutzen.

Mit einem Flirt-Triebzug von transN fahren wir anschließend von Le Locle am Rande des Naturparks Parc du Doubs zurück nach La Chaux-de-Fonds.

Haltepunkt Le Châlet
Haltepunkt Le Châlet

Flirt-Triebzug von transN im Bahnhof Le Locle
Flirt-Triebzug von transN im Bahnhof Le Locle

Erste Klasse im Flirt-Triebzug von transN
Erste Klasse im Flirt-Triebzug von transN

Fahrt von Le Locle nach La Chaux-de-Fonds
Fahrt von Le Locle nach La Chaux-de-Fonds

Gelenktriebwagen (GTW) der SBB im Bahnhof La Chaux-de-Fonds
Gelenktriebwagen (GTW) der SBB im Bahnhof La Chaux-de-Fonds

In La Chaux-de-Fonds wechseln wir auf einen Gelenktriebwagen (GTW) der SBB, die Züge tragen noch das rote Farbkleid des Regionalverkehrs Mittelland, wo sie früher eingesetzt waren.
Die 44 Kilometer lange Strecke von Biel nach La Chaux-de-Fonds wurde abschnittsweise zwischen 1874 und 1888 in Betrieb genommen. Die Strecke führt durch den über 1.600 Meter langen Crosettes-Tunnel in das Vallon de Saint-Imier und folgt dem Längstal des Juras bis Sonceboz-Sombeval, dann verläuft die Strecke durch die Taubenlochschlucht hinab nach Biel.

Erste Klasse im GTW von La Chaux-de-Fonds nach Biel
Erste Klasse im GTW von La Chaux-de-Fonds nach Biel

Blick vom Zug auf den Ort Renan
Blick vom Zug auf den Ort Renan

Fahrt durch das Vallon de Saint-Imier
Fahrt durch das Vallon de Saint-Imier

In Biel besteigen wir einen RegioExpress in Richtung Delle, zum Einsatz kommt ein 'Flirt France'. Die frankreichtauglichen Züge sind gut an der von den klassischen Flirt-Triebzügen abweichenden Frontpartie zu erkennen. Wir fahren zunächst auf der Jurabahn nach Delémont. Nachdem wir die Jurasüdfußkette im über acht Kilometer langen Grenchbergtunnel unterquert haben, folgt ab Moutier ein tunnelreicher Abschnitt, bei dem sich Bahnlinie und Straßen durch die enge Schlucht der Birs winden.

'Flirt France' im Bahnhof Biel
'Flirt France' im Bahnhof Biel

Erste Klasse im 'Flirt France'
Erste Klasse im 'Flirt France'

Fahrt auf der Jurabahn durch die Schlucht der Birs
Fahrt auf der Jurabahn durch die Schlucht der Birs

Im weiteren Verlauf begegnen wir dem Doubs wieder, vorhin in Les Brenets waren wir bereits am Ufer des Flusses gewesen. Der Doubs verläuft hier in einer Schleife durch die Juraketten. Nördlich des Kettenjuras erreichen wir die Ajoie, eine Region ganz im Nordwesten der Schweiz.

Blick vom Zug auf den Fluss Doubs bei Saint-Ursanne
Blick vom Zug auf den Fluss Doubs bei Saint-Ursanne

Fahrt auf dem Viadukt St. Ursanne durch die Jura-Landschaft
Fahrt auf dem Viadukt St. Ursanne durch die Jura-Landschaft

Courgenay mit der Pfarrkirche Notre-Dame-de-l'Assomption aus dem Jahr 1856
Courgenay mit der Pfarrkirche Notre-Dame-de-l'Assomption aus dem Jahr 1856

Nach der Ankunft in Porrentruy steigen wir in einen Zug der Chemins de fer du Jura (CJ). Der Pendelzug aus dem Jahr 1974 war ursprünglich bei der Regionalverkehr Mittelland im Einsatz. Die Strecke von Porrentruy nach Bonfol ist die einzige Normalspurstrecke der CJ, daneben betreibt die CJ noch ein längeres Meterspurnetz, welches wir bereits im Sommer 2015 (Link zum Reisebericht) und im März 2018 (Link zum Reisebericht) besucht hatten.

Pendelzug der Chemins de fer du Jura (CJ) im Bahnhof Porrentruy
Pendelzug der Chemins de fer du Jura (CJ) im Bahnhof Porrentruy

Zuglaufschild Porrentruy-Bonfol
Zuglaufschild Porrentruy-Bonfol

Erste Klasse im Pendelzug der CJ
Erste Klasse im Pendelzug der CJ

Fahrt zwischen Porrentruy und Alle
Fahrt zwischen Porrentruy und Alle

Die Nebenbahn ist eingleisig und heute noch gut zehn Kilometer lang. Die Strecke wird im Stundentakt bedient, wobei es auf dem ersten Abschnitt bis zum Ort Alle auch Verstärkerzüge gibt. Wir fahren durch die Ajoie, eine weite und fruchtbare Fläche des Tafeljuras. Die deutsche Bezeichnung der Region ist 'Pruntruter Zipfel'.

Bahnhof Alle
Bahnhof Alle aus dem Jahr 1901

Fahrt durch die Ajoie
Fahrt durch die Ajoie

Blick aus dem Zugfenster auf die Strecke nach Bonfol
Blick aus dem Zugfenster auf die Strecke nach Bonfol

Landschaft der Ajoie bei Bonfol
Landschaft der Ajoie bei Bonfol

Nach einer Fahrzeit von 18 Minuten erreichen wir den Bahnhof Bonfol. Die Bahnstrecke führt noch gut einen Kilometer weiter zu einer Mülldeponie. Die Strecke von Porrentruy nach Bonfol wurde 1901 eröffnet. 1910 wurde eine grenzüberschreitende Verlängerung nach Pfetterhausen (Pfetterhouse) im Elsass in Betrieb genommen, welches damals zum Deutschen Reich gehörte. Die französische Grenze ist knapp drei Kilometer von Bonfol entfernt. Von Petterhausen führte die Largtalbahn weiter nach Dannemarie. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs begann der Niedergang der grenzüberschreitenden Verbindung, seit 1946 ist Bonfol Endbahnhof im Personenverkehr. 1970 wurde die Largtalbahn schließlich stillgelegt und die Grenzstrecke abgebaut.

Einfahrt in den Bahnhof Bonfol
Einfahrt in den Bahnhof Bonfol

Bahnhof Bonfol
Bahnhof Bonfol

Gleis in Richtung der Sondermülldeponie Bonfol
Gleis in Richtung der Sondermülldeponie Bonfol

Das Dorf Bonfol liegt in einer Talniederung und hat gerade mal 650 Einwohner, seit dem Jahr 1900 hat sich die Einwohnerzahl des ehemaligen Straßenzeilendorfs halbiert. Die Pfarrkirche Saint-Laurent wurde 1783-84 erbaut.
Zur Blütezeit der Strecke gab es täglich fünf grenzüberschreitende Zugpaare, die schweizerischen Lokomotiven verkehrten bis Pfetterhausen, die französischen bis Bonfol. Der Bahnhof Bonfol wurde damals für den Grenzverkehr um ein Zollbüro erweitert.

Spaziergang durch Bonfol
Spaziergang durch Bonfol

Pfarrkirche Saint-Laurent Bonfol
Pfarrkirche Saint-Laurent

Pendelzug im Bahnhof Bonfol
Pendelzug im Bahnhof Bonfol

Erste Klasse im Pendelzug der CJ
Erste Klasse im Pendelzug der CJ

Blick vom Zug auf den Bahnhof Bonfol
Blick vom Zug auf den Bahnhof Bonfol

Fahrt durch die Ajoie
Fahrt durch die Ajoie

Bahnhof Vendlincourt
Bahnhof Vendlincourt

Blick aus dem Zugfenster zwischen Vendlincourt und Alle
Blick aus dem Zugfenster zwischen Vendlincourt und Alle

Die Strecke wurde früher von der Bahngesellschaft Régional Porrentruy-Bonfol (RPB) betrieben, seit 1944 gehört sie zu den Chemins de fer du Jura (CJ). 1952 wurde die Strecke elektrifiziert. Die Orte an der Strecke hatten früher auch deutsche Namen, heute findet man Hall (Alle), Wendelinsdorf (Vendlincourt) und Pumpfel (Bonfol) jedoch nicht mehr in der Fahrplanauskunft. Mit nur 1.900 Einwohnern gehört der Ort Alle schon zu den größeren Gemeinden des Kantons Jura.

Fahrt durch Alle
Fahrt durch Alle

Zugkreuzung im Bahnhof Alle
Zugkreuzung im Bahnhof Alle

Einfahrt in den Bahnhof Porrentruy
Einfahrt in den Bahnhof Porrentruy

Schließlich erreichen wir wieder den Bahnhof von Porrentruy, der deutsche Name der Kleinstadt lautet Pruntrut. Wir haben in Porrentruy eine Pause eingeplant und machen uns auf den Weg zum Château de Porrentruy / Schloss Pruntrut. Die Höhenburg oberhalb des Städtchens stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Burganlage wurde von den Grafen von Mömpelgard (Montbéliard) errichtet, sie diente später als Residenz der Fürstbischöfe von Basel. Mit rund 6.500 Einwohnern ist Porrentruy das regionale Zentrum der Ajoie. Die Altstadt ist geprägt von zahlreichen Bürgerhäusern im gotischen, barocken und neoklassizistischen Stil.

Château de Porrentruy / Schloss Pruntrut
Château de Porrentruy, rechts der Hahnenturm (Tour du Coq)

Blick vom Schloss über die Dächer von Porrentruy
Blick vom Schloss über die Dächer von Porrentruy

Schatzturm (Tour du Trésor) im Schloss Porrentruy
Schatzturm / Tour du Trésor (rechts) im Schloss Porrentruy

Altstadt von Porrentruy
Altstadt von Porrentruy

Spaziergang durch Porrentruy
Spaziergang durch Porrentruy

Der Bahnhof von Porrentruy wurde 1872 von der Chemin de fer Porrentruy-Delle (PD) eröffnet. Die schweizerische Bahngesellschaft hatte die zwölf Kilometer lange Strecke von Porrentruy ins französische Delle erbaut, sie verfügte aber nicht über eigenes Rollmaterial, sondern überlies den Fahrdienst der französischen Mittelmeerbahn (Compagnie des Chemins de fer de Paris à Lyon et à la Méditerranée / PLM). Porrentruy hatte anfangs nur einen Anschluss an das französische Bahnnetz, der Anschluss an das schweizerische Bahnnetz erfolgte erst später.

Bahnhof Porrentruy
Bahnhof Porrentruy

Mit einem 'Flirt France' fahren wir zum Grenzbahnhof Delle. Auf der Strecke verkehrten früher neben internationalen Personenzügen auch zahlreiche Güterzüge zwischen Frankreich und der Schweiz, insbesondere zu der Zeit, als das Elsass zum Deutschen Reich gehörte und Güterzüge über Basel eine zusätzliche Zollbehandlung erforderten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die französische Seite das Interesse an der Strecke, eine beabsichtigte Elektrifizierung der französischen Strecke bis Delle kam nicht zustande, 1992 wurde der grenzüberschreitende Personenverkehr nach Belfort eingestellt, 1993 folgte die Einstellung des Güterverkehrs und 1996 wurde der Abschnitt zwischen dem letzten schweizerischen Bahnhof Boncourt und Delle stillgelegt und de-elektrifiziert.

Einfahrt eines 'Flirt France' in den Bahnhof Porrentruy
Einfahrt eines 'Flirt France' in den Bahnhof Porrentruy

Erste Klasse im 'Flirt France'
Erste Klasse im 'Flirt France'

Fahrt durch die Talniederung des Flusses Allaine
Fahrt durch die Talniederung des Flusses Allaine

Um das Jahr 2000 begannen Überlegungen zur Reaktivierung der Strecke Delle-Belfort und zur Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Personenverkehrs. Hintergrund war die Anbindung der Region an die französische Schnellfahrtstrecke LGV Rhin-Rhône. 2006 wurde der schweizerische Abschnitt bis Delle reaktiviert und re-elektrifiziert, 2018 folgte die Wiederaufnahme des Betriebs auf der französischen Seite von Delle bis Belfort.
Die Strecke führt durch die Talniederung des Flusses Allaine durch die Ausläufer des Tafeljuras.

Blick vom Zug auf das Dorf Buix
Blick vom Zug auf das Dorf Buix

Fahrt durch die Ausläufer des Tafeljuras
Fahrt durch die Ausläufer des Tafeljuras

Der Grenzbahnhof Delle befindet sich auf der französischen Seite der Grenze. Für rund elf Jahre war der Bahnhof ganz ohne Personenverkehr, zeitweise war er auch komplett der Schienen beraubt. Mittlerweile kann man von hier wieder in beide Richtungen fahren. Wir steigen in Delle um auf einen französischen Regionalzug nach Belfort.

Französischer Triebzug der Reihe Z 27500 im Bahnhof Delle
Französischer Triebzug der Reihe Z 27500 im Bahnhof Delle

Innenbild Triebzug der Reihe Z 27500
Innenraum Triebzug der Reihe Z 27500

Blick vom Zug auf das Dorf Joncherey
Blick vom Zug auf das Dorf Joncherey

Fahrt durch das Flachland der Burgundischen Pforte
Fahrt durch das Flachland der Burgundischen Pforte

Werbung am Bahnhof Morvillars für die wiedereröffnete Bahnstrecke
Werbung am Bahnhof Morvillars für die wiedereröffnete Bahnstrecke

Im Bereich der Schnellfahrstrecke LGV Rhin-Rhône wurde die Bahnstrecke Delle-Belfort bei der Reaktivierung leicht verlegt. Der Haltpunkt Meroux befindet sich direkt über den Gleisen der LGV Rhin-Rhône, vom Mittelbahnsteig geht es hinab zum Bahnhof Belfort-Montbéliard TGV. Vom TGV-Bahnhof bis ins Zentrum zum Bahnhof Belfort Ville sind es noch zehn Minuten.

Blick vom Haltpunkt Meroux auf die Gleise der LGV Rhin-Rhône
Blick vom Haltpunkt Meroux auf die Gleise der LGV Rhin-Rhône, unten der Bahnhof Belfort-Montbéliard TGV

Fahrt zwischen Meroux und Belfort
Fahrt zwischen Meroux und Belfort

In Belfort haben wir erneut eine Pause eingeplant. Über den Fluss Savoureuse laufen wir vom Bahnhof in die Altstadt. Zu den Sehenswürdigkeiten von Belfort gehört das Rathaus, es wurde 1724 als Stadtpalais erbaut und später von der Bürgerschaft aufgekauft. Die Kathedrale Saint-Christophe de Belfort wurde in den Jahren 1727 bis 1752 aus Vogesen-Sandstein erbaut.

Fluss Savoureuse in Belfort
Fluss Savoureuse in Belfort

Rathaus Belfort
Rathaus Belfort

Kathedrale Saint-Christophe de Belfort
Kathedrale Saint-Christophe de Belfort

Zitadelle über den Dächern von Belfort
Zitadelle über den Dächern von Belfort

Der Bahnhof von Belfort wurde 1858 in Betrieb genommen, das heutige repräsentative Empfangsgebäude mit Glockenturm ist jedoch jünger, es wurde 1934 in Auftrag gegeben.
Mit einem Regionalzug fahren wir nach Mulhouse. Die Strecke führt durch den Sundgau, die Landschaft im Süden des Elsasses liegt zwischen den Städten Basel, Belfort und Mulhouse. Wir fahren dabei auf der historischen Bahnstrecke Paris-Mulhouse, an der Strecke liegt auch der Ort Dannemarie, wo einst die Largtalbahn nach Pfetterhouse und Bonfol abzweigte.

Bahnhof Belfort
Bahnhof Belfort

Empfangshalle des Bahnhofs Belfort
Empfangshalle des Bahnhofs Belfort

Triebzug der Reihe Z 27500 im Bahnhof Belfort
Triebzug der Reihe Z 27500 im Bahnhof Belfort

Innenbild Triebzug der Reihe Z 27500
Innenraum Triebzug der Reihe Z 27500

Fahrt durch den Sundgau
Fahrt durch den Sundgau

Blick aus dem Zugfenster zwischen Belfort und Mulhouse
Blick aus dem Zugfenster zwischen Belfort und Mulhouse

In Mulhouse wechseln wir auf einen TER 200-Zug, die 200 km/h schnellen Wagenzüge von TER Grand Est verkehren zwischen Straßburg und Basel. Gut zwanzig Minuten fahren wir im Corail-Wagen durch das Rheintal bis Basel. Von Basel fahren wir anschließend mit einem Intercity nach Zürich und von dort mit einem InterRegio nach Konstanz, wo die Rundfahrt am späten Abend endet.

Einfahrt eines TER 200-Zugs in den Bahnhof Mulhouse
Einfahrt eines TER 200-Zugs in den Bahnhof Mulhouse

Erste Klasse im TER 200-Zug von Grand Est
Erste Klasse im TER 200-Zug von Grand Est

Fahrt in der Dämmerung durch das Rheintal
Fahrt in der Dämmerung durch das Rheintal

Panoramawagen der SBB im Intercity von Basel nach Zürich
Panoramawagen der SBB im Intercity von Basel nach Zürich

Innenbild Panoramawagen der SBB
Im Panoramawagen

IC2000-Garnitur als InterRegio von Zürich nach Konstanz
IC2000-Garnitur als InterRegio von Zürich nach Konstanz

Erste Klasse im IC2000-Doppelstockzug
Erste Klasse im IC2000-Doppelstockzug

Bahnhof Konstanz mit Glockenturm bei Nacht
Bahnhof Konstanz mit Glockenturm


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