Über den Malojapass zur Ferrovia Jonica (Mai 2023/2025)

Bei einer viertägigen Tour erkunden wir mit der Fahrt über den Malojapass eine uns noch unbekannte Möglichkeit der Alpenquerung und reisen mit dem Nachtzug in den Süden Italiens zur Bahnstrecke Ferrovia Jonica in Kalabrien. Die Reise nach Kalabrien fand im Mai 2023 statt, einige Bilder des ersten Teils stammen aus dem Mai 2025.

Reiseroute
Reiseroute

Am ersten Reisetag fahren wir von Konstanz über St. Gallen und Landquart nach St. Moritz und von dort mit dem Postauto über den Malojapass nach Chiavenna in Italien. Über Colico fahren wir nach Mailand und besteigen dort den Nachtzug nach Villa S. Giovanni. Am zweiten Tag reisen wir über Reggio di Calabria nach Crotone. Der dritte Reisetag führt uns nach Salerno, am vierten Tag treten wir den Heimweg über Florenz, Mailand und durch den Gotthard-Basistunnel an.


Tag 1: Konstanz - St. Gallen - Landquart - St. Moritz - Chiavenna - Colico - Mailand - Nachtzug

Der schnellste Weg vom Bodensee nach Mailand ist zweifelsohne die Strecke durch den Gotthard-Basistunnel. Heute wollen wir jedoch eine landschaftlich reizvolle Alternative mit dem Postauto über den Malojapass nutzen und im Anschluss die uns noch unbekannte Bahnstrecke Chiavenna-Colico kennenlernen.
Wir starten morgens am Bahnhof von Konstanz und fahren mit einem Gelenktriebwagen (GTW) von Thurbo nach St. Gallen. Der RegioExpress befährt bis Romanshorn die Seelinie, weiter führt die Strecke durch das Bodensee-Hinterland hinauf nach St. Gallen.

Gelenktriebwagen von Thurbo im Bahnhof Konstanz
Gelenktriebwagen von Thurbo im Bahnhof Konstanz

Erste Klasse im GTW von Thurbo
Erste Klasse im GTW von Thurbo

Blick aus dem Zugfenster zwischen Romanshorn und St. Gallen
Blick aus dem Zugfenster zwischen Romanshorn und St. Gallen

In St. Gallen wechseln wir auf einen Traverso-Gliederzug der Südostbahn (SOB). Der Zug verkehrt als IR 13 'Alpenrhein-Express' nach Chur. Wir nutzen den Zug bis Landquart. Die Route führt von St. Gallen wieder hinab zum Bodensee und folgt anschließend dem Alpenrhein flussaufwärts. Bei Bad Ragaz queren wir den Fluss.

Traverso-Gliederzug der Südostbahn (SOB) in St. Gallen
Traverso-Gliederzug der Südostbahn in St. Gallen

Erste Klasse im Traverso-Gliederzug der SOB
Erste Klasse im Traverso-Gliederzug der SOB

Fahrt durch die Region Werdenberg im Rheintal
Fahrt durch die Region Werdenberg im Rheintal

Querung des Rheins bei Bad Ragaz
Querung des Rheins bei Bad Ragaz

'Capricorn' ist die rätoromanische Bezeichnung für den Steinbock, das Wappentier des Kantons Graubünden. So heißen auch die vierteiligen Triebzüge der Rhätischen Bahn (RhB), die auf der Davoserlinie eingesetzt werden. Mit einem dieser Capricorn-Triebzüge fahren wir zunächst auf dem Talboden des Rheintals nach Osten, anschließend fährt der Zug durch den Chlustunnel in das Prättigau. Weiter folgt die Bahnstrecke dem Fluss Landquart nach Klosters, von dort durchquert die Strecke den gut 19 Kilometer langen Vereinatunnel ins Engadin.

Capricorn-Triebzug der RhB im Bahnhof Landquart
Capricorn-Triebzug der RhB im Bahnhof Landquart

Erste Klasse im Capricorn-Triebzug der RhB
Erste Klasse im Capricorn-Triebzug

Blick aus dem Zugfenster im Rheintal
Blick aus dem Zugfenster im Rheintal

Kreuzung mit einem Gegenzug auf der Davoserlinie
Kreuzung mit einem Gegenzug auf der Davoserlinie

Fluss Landquart vor dem Zugfenster
Fluss Landquart vor dem Zugfenster

Fahrt durch das Prättigau
Fahrt durch das Prättigau

Blick auf den Ort Zuoz und den Inn
Blick auf den Ort Zuoz und den Inn

Nach der Ankunft in St. Moritz wechseln wir zum Postauto nach Chiavenna, welches am Bahnhofsvorplatz abfährt. Die Linie 604 nach Italien verkehrt stündlich, sie ist auch als Maloja-Bergell/Bregaglia-Linie bekannt. Die Route folgt zunächst dem Inn, der hier Sela genannt wird und mehrere Seen speist. Die Engadiner Seenplatte umfasst vier Seen, sie liegen auf knapp 1.800 Metern über Meer und sind von Berggipfeln des Oberengadins umgeben.

Postauto nach Chiavenna am Bahnhof St. Moritz
Postauto nach Chiavenna am Bahnhof St. Moritz

Schloss Crap da Sass am Ufer des Silvaplanersees
Schloss Crap da Sass am Ufer des Silvaplanersees

Fahrt mit dem Postauto am Ufer des Silsersees
Fahrt mit dem Postauto am Ufer des Silsersees

Während der Bus bisher auf den Uferstraßen entlang der Seen unterwegs war, ändert sich nach dem Halt in Maloja der Landschaftscharakter deutlich, auf drei Kilometern windet sich die Straße jetzt durch 13 teils enge Serpentinen hinab ins Bergell. Gerade das ist eine Besonderheit des Malojapasses: die Nordseite von St. Moritz her ist flach und kommt ohne Kehren aus, die Südrampe hingegen ist sehr steil.

Serpentinen am Malojapass
Serpentinen am Malojapass

Im frühen 18. Jahrhundert gab es die Idee eines Maloja-Inn-Alpenquerkanals, der eine Schiffsverbindung von Wien nach Mailand herstellen sollte. Durchsetzen konnte sich das Projekt jedoch nicht. Etwas realistischer waren Pläne für eine Bahnlinie über den Malojapass, zumindest wurde 1889 die Konzession für eine Eisenbahnstrecke von Samedan nach Chiavenna erteilt, realisiert wurde die Strecke ebenfalls nicht. Auch spätere Bahnprojekte, die über den Pass führen sollten, scheiterten.

Unterwegs im Bergell
Unterwegs im Bergell

Brücke über die Mera in Promontogno
Brücke über die Mera in Promontogno

Wir fahren durch das tief eingeschnittene Tal des Flusses Mera zwischen den Bergeller Alpen im Süden und den Rätischen Alpen im Norden, dabei passiert der Bus einige schmucke Dörfer. Castasegna ist der letzte schweizerische Ort auf der Busroute, am südlichen Ortsrand queren wir die Grenze zu Italien. Der Ort liegt zwei Monate im Winterschatten.

Fahrt ins Dorf Castasegna
Fahrt ins Dorf Castasegna

Knapp zehn Kilometer sind es jetzt noch bis Chiavenna. Wir fahren hier durch das Val Chiavenna, wie der italienische Teil des Bergells genannt wird. Interessant ist auch, wie sich während der Fahrt die Vegetation ändert, die alpinen Lärchen sind Kastanienwäldern gewichen, in Chiavenna begegnen uns später Palmen.
Nach 1 Stunde und 43 Minuten erreicht das Postauto den Ort Chiavenna, auf dem Weg zur Endhaltestelle am Bahnhof quert die Linie den Fluss Mera.

Blick aus dem Busfenster im Val Chiavenna
Blick aus dem Busfenster im Val Chiavenna

Fahrt über die Mera in Chiavenna
Fahrt über die Mera in Chiavenna

Die Kleinstadt Chiavenna ist umgeben von Berghängen, sie ist für ihren historischen Stadtkern bekannt und hat sich einer Bewegung zur Entschleunigung und Erhöhung städtischer Lebensqualität angeschlossen. Mitten durch das Zentrum fließt die Mera. Neben engen Straßen und Gassen sowie mehreren Kirchen gehört der Palazzo Balbiani zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten, die schlossähnliche Residenz trägt den Beinamen Castello.

Altstadt von Chiavenna
Altstadt von Chiavenna

Piazza Pestalozzi Chiavenna
Piazza Pestalozzi

Mera im Zentrum von Chiavenna
Mera im Zentrum von Chiavenna

Palazzo Balbiani Chiavenna
Palazzo Balbiani

Spaziergang durch Chiavenna
Spaziergang durch Chiavenna

In Chiavenna befindet sich der Endbahnhof der Stichstrecke aus Colico, er wurde 1886 eröffnet. Auf der Strecke pendelt ein Triebzug vom Typ ETR 204, die Züge aus der Serie Coradia Stream sind seit dem Jahr 2020 bei der Bahngesellschaft Trenord unterwegs. Die Triebzüge sind in Italien teilweise als 'Pop' bekannt, Trenord nutzt hingegen die Bezeichnung 'Donizetti' als Reminiszenz an den aus der Lombardei stammenden Komponisten Gaetano Donizetti.

Bahnhof Chiavenna
Bahnhof Chiavenna

ETR 204-Triebzug im Bahnhof Chiavenna
ETR 204-Triebzug im Bahnhof Chiavenna

Innenraum ETR 204
Innenraum ETR 204

Die Bahnstrecke ist eine würdige Fortsetzung der landschaftlich reizvollen Fahrten mit RhB und Postauto: wir fahren am Ufer des Lago di Mezzola und über die Schwemmebene der Mera.
Zur Zeit der Eröffnung waren die Strecke von Colico nach Chiavenna und die Veltlinbahn nach Tirano noch nicht an das restliche Bahnnetz Italiens angebunden, den Anschluss stellte die Schifffahrt auf dem Comer See her. 1902 wurde die Strecke mit Dreiphasenwechselstrom elektrifiziert und gehörte damit zu den ersten Hochspannungselektrifizierungen der Welt.

Blick vom Zug auf den Lago di Mezzola
Blick vom Zug auf den Lago di Mezzola

Fahrt über die Schwemmebene der Mera
Fahrt über die Schwemmebene der Mera

Querung der Adda
Querung der Adda bei Colico

Der Zug aus Chiavenna endet in Colico. Zur Weiterfahrt wechseln wir zu Binario 1, wo ein Jazz-Triebzug von Tirano nach Mailand eintrifft. Landschaftlich nicht minder reizvoll fahren wir auf der Veltlinbahn entlang des Comersees weiter nach Süden und über Monza nach Mailand. In Mailand bleibt Zeit, um mit der U-Bahn ins Zentrum zu fahren.

Einfahrt eines Jazz-Triebzugs in den Bahnhof Colico
Einfahrt eines Jazz-Triebzugs in den Bahnhof Colico

Erste Klasse im Jazz-Triebzug von Trenord
Erste Klasse im Jazz-Triebzug von Trenord

Fahrt am Comersee
Fahrt am Comersee

Mailänder Dom
Mailänder Dom

Anschließend kehren wir zurück zum Bahnhof Milano Centrale. Dort besteigen wir den Nachtzug InterCityNotte 1963 zur Fahrt in den Süden Italiens. Auf uns wartet ein Excelsior-Abteil im Schlafwagen.

Schlafwagen im Nachtzug der Trenitalia
Schlafwagen im Nachtzug der Trenitalia

Excelsior-Abteil im Schlafwagen
Excelsior-Abteil im Schlafwagen

Fahrt über den Fluss Po
Fahrt über den Fluss Po

Reise-Kits, Snacks und Wasser für Fahrgäste im Schlafwagen
Reise-Kits, Snacks und Wasser für Fahrgäste im Schlafwagen


Tag 2: Nachtzug - Villa S. Giovanni - Reggio di Calabria - Crotone

Der Zug fährt über Bologna, Florenz, Rom und Salerno in Richtung Kalabrien. Als wir am nächsten Morgen den ersten Blick aus dem Zugfenster werfen, sind wir in den Apenninen. Weiter führt die Strecke durch Kampanien und an der Küste des Tyrrhenischen Meeres.

Fahrt durch die Apenninen
Fahrt durch die Apenninen

Dusche und Toilette im Excelsior-Abteil
Dusche und Toilette im Excelsior-Abteil

Fluss Mingardo in Kampanien
Fluss Mingardo in Kampanien

Blick zur Insel Isola di Dino im Tyrrhenischen Meer
Blick zur Insel Isola di Dino im Tyrrhenischen Meer

Frühstück und Tageszeitung für Fahrgäste im Schlafwagen
Frühstück und Tageszeitung für Fahrgäste im Schlafwagen

Tyrrhenisches Meer vor dem Zugfenster
Tyrrhenisches Meer vor dem Zugfenster

Die Bahnstrecke Ferrovia Tirrenica Meridionale wurde zwischen 1883 und 1895 gebaut, sie führt als Teil der Nord-Süd-Verbindung von Salerno nach Reggio di Calabria und dient auch der Anbindung Siziliens. Die Gleise verlaufen abwechslungsreich mal durchs hügelige Hinterland, mal direkt an der Küste. Es gibt zahlreiche Kunst- und insbesondere Tunnelbauten.

Fahrt durch Marina di Fuscaldo
Fahrt durch Marina di Fuscaldo

Unterwegs auf der Ferrovia Tirrenica Meridionale
Unterwegs auf der Ferrovia Tirrenica Meridionale

Blick vom Zug auf das Tyrrhenische Meer
Blick vom Zug auf das Tyrrhenische Meer

Gegen 10:40 Uhr verlassen wir in Villa S. Giovanni den Zug. Der Zug wird von dort über die Straße von Messina trajektiert und fährt weiter bis Siracusa auf Sizilien, diese Tour hatten wir 2015 gemacht (Link zum Reisebericht).
Für die folgende Etappe ins rund 15 Kilometer entfernte Reggio di Calabria, wo der Intercity entlang der Südküste Kalabriens startet, gibt es keine passende Zugverbindung zwischen Ankunft des Nachtzugs und Abfahrt des Intercitys. Daher legen wir diese Etappe mit dem Taxi zurück.
Reggio Calabria Centrale ist der größte Bahnhof in Kalabrien. Das aktuelle Empfangsgebäude wurde 1938 eröffnet und 2020 grundlegend saniert.

Bahnhof Reggio Calabria Centrale
Bahnhof Reggio Calabria Centrale

Die Strecke von Reggio di Calabria nach Taranto ist eines der letzten Einsatzgebiete von Fernverkehrszügen mit Diesellokomotiven in Italien. An unserem Reisetag verkehrt der Intercity auf der Strecke mit drei Wagen der zweiten Klasse, mitunter verkehrt der Zug auch nur mit zwei Wagen.

Intercity mit Diesellok vom Typ D.445
Intercity mit Diesellok vom Typ D.445

Zweite Klasse im Intercity der Trenitalia
Zweite Klasse im Intercity der Trenitalia

In den folgenden gut drei Stunden umrunden wir gemütlich die Stiefelspitze des italienischen Festlands. Die Strecke verläuft über weite Etappen direkt an der Küste des Ionischen Meeres. Bei der Fahrt durch Dörfer und Städte entlang der Strecke bleibt nicht verborgen, dass Kalabrien die ärmste Region Italiens ist.

Unterwegs an der Küste Kalabriens
Unterwegs an der Küste Kalabriens

Fahrt durch den Ort Palizzi Marina
Fahrt durch den Ort Palizzi Marina

Dem Ionischen Meer verdankt die Bahnstrecke auch ihren Namen Ferrovia Jonica. Die Strecke wurde zwischen 1866 und 1875 abschnittsweise eröffnet, sie war damals die einzige Verbindung zur Südspitze Italiens und eröffnete der Region im Handel mit Südfrüchten neue Märkte. Mit der Eröffnung der Bahnstrecke von Reggio di Calabria nach Salerno verlor die Ferrovia Jonica jedoch rasch an Bedeutung.
Unterwegs passieren wir den Leuchtturm Faro di Capo Spartivento, er steht an einem der südlichsten Punkte des italienischen Festlands und war aufgrund starker Winde und Strömungen wichtig für die Schifffahrt.

Leuchtturm Faro di Capo Spartivento
Leuchtturm Faro di Capo Spartivento

Strand von Soverato vor dem Zugfenster
Strand von Soverato vor dem Zugfenster

Fahrt auf der Ferrovia Jonica durch das Hinterland mit Blick auf die Ausläufer des Gebirgsmassivs Sila
Fahrt auf der Ferrovia Jonica durch das Hinterland mit Blick auf die Ausläufer des Gebirgsmassivs Sila

Als Zwischenstopp für eine Übernachtung haben wir die 60.000-Einwohner-Stadt Crotone gewählt. Der Ort wurde Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. von achäischen Griechen unter dem Namen Kroton gegründet. Bekannt ist die Stadt als Wirkungsort von Pythagoras, der hier seine philosophische Schule gründete. Das heutige Crotone verfügt über einen Hafen und gilt als Handelszentrum für landwirtschaftliche Produkte.

Kathedrale von Crotone
Kathedrale von Crotone

Passerella
Passerella

Altstadt von Crotone
Altstadt von Crotone

Spaziergang an der Küste
Spaziergang an der Küste

Chiesa dell'Immacolata Crotone
Chiesa dell'Immacolata aus dem Jahr 1554

Nächtlicher Blick auf die Promenade von Crotone
Nächtlicher Blick auf die Promenade von Crotone

Wir sind zum Festtag zu Ehren der Madonna di Capo Colonna, der Schutzpatronin der Stadt, in Crotone. Zu solchen Festen werden in Süditalien aufwändig gestaltete Luminarie-Lichtinstallationen aus Holz oder Metall aufgeboten. Und so kommen wir in den Genuss unter Lichtbögen zu wandeln und Lichtkunst an den Gebäuden zu entdecken.

Luminarie-Lichtinstallationen in Crotone
Luminarie-Lichtinstallationen

Lichtkunst an der Kathedrale von Crotone
Lichtkunst an der Kathedrale

Lichtinstallation in Crotone
Lichtinstallation in der Altstadt


Tag 3: Crotone - Metaponto - Salerno

In der Region gibt es nur ein spärliches Bahnangebot, die erste brauchbare Verbindung in Richtung Norden verlässt Crotone um 11:39 Uhr. So können wir gemütlich in den Tag starten.

Promenade von Crotone
Promenade von Crotone

Verbeulte Autos und Schlaglöcher vor dem Bahnhof stehen sinnbildlich für das andere Gesicht von Crotone. Nach dem Niedergang der Chemieindustrie und einer verheerenden Überschwemmung 1996 leidet die Stadt unter einem Bevölkerungsrückgang sowie unter einem der niedrigsten Durchschnittseinkommen in Italien.

Bahnhof Crotone
Bahnhof Crotone

Wie am Vortag treffen wir auch heute auf einen kurzen Drei-Wagen-Zug. Der Intercity 564 kommt aus Reggio di Calabria und hat das Ziel Taranto. Die mit einer Diesellokomotive bespannten Züge werden in absehbarer Zeit durch moderne Hybrid-Triebzüge ersetzt. Wir erkunden nun die weitere Strecke der Ferrovia Jonica. Die Strecke folgt dem Küstenverlauf, mal etwas im Hinterland, mal direkt am Wasser. Die Ferrovia Jonica ist insgesamt 472 Kilometer lang, die Bahnstrecke wurde und wird abschnittsweise elektrifiziert und modernisiert.

Einfahrt eines Intercity in den Bahnhof Crotone
Einfahrt eines Intercity in den Bahnhof Crotone

Fahrt auf der Ferrovia Jonica
Fahrt auf der Ferrovia Jonica

Streckenführung entlang der Küste
Streckenführung entlang der Küste

Vier Kilometer vor dem Endbahnhof Taranto liegt der Abzweigbahnhof Metaponto, wo die Bahnstrecke aus Richtung Salerno auf die Ferrovia Jonica trifft. Hier wechseln wir auf einen Intercity in Richtung Rom.

Bahnhof Metaponto
Bahnhof Metaponto

Intercity der Trenitalia im Bahnhof Metaponto
Intercity der Trenitalia im Bahnhof Metaponto

Erste Klasse im Intercity der Trenitalia
Erste Klasse-Großraumwagen

Wir sind nun auf der Ferrovia Basentana unterwegs, sie verbindet die ionische mit der tyrrhenischen Küste und überquert dabei die Apenninen. Die Verbindung ist bereits seit längerer Zeit elektrifiziert. Vor uns liegt eine dreistündige, landschaftlich reizvolle Fahrt. Beim Bau wurde eine Streckenführung durch das Tal des Flusses Basento gewählt, auf der Ostrampe kommt die eingleisige Strecke daher ohne größere Tunnel aus.

Unterwegs im Tal des Flusses Basento
Unterwegs im Tal des Flusses Basento

Die Landschaft vor dem Zugfenster wird zunehmend hügeliger. Wir fahren durch die Region Basilicata, die Strecke verläuft hier am Rande eines Naturparks. Es gibt wenige Bahnhöfe, teilweise liegen diese recht einsam, während die zugehörigen Orte kilometerweit in den Bergen verstreut sind.

Blick auf die Landschaft der Basilicata
Blick auf die Landschaft der Basilicata

Getränke- und Snackautomaten im Intercity der Trenitalia
Getränke- und Snackautomaten im Intercity

Den Scheitelpunkt erreicht die Strecke unweit der Regionalhauptstadt Potenza auf knapp 800 Metern über Meer. Auf der Fahrt hinunter in Richtung Salerno führen die Gleise durch ein schluchtartiges Tal des Flusses Platano. Bei Battipaglia mündet die Ferrovia Basentana in die Bahnstrecke von Reggio di Calabria nach Salerno.

Fahrt bei Picerno
Fahrt bei Picerno

Fluss Platano vor dem Zugfenster
Fluss Platano vor dem Zugfenster

Wir fahren bis Salerno, die Hafenstadt haben wir als Übernachtungsstopp ausgewählt. Den Abend verbringen wir im Centro Storico mit seinen engen Gassen und alten Gemäuern.

Hafen von Salerno
Hafen von Salerno

Blick von der Promenade zum Castello di Arechi
Blick von der Promenade zur Burg Castello di Arechi auf dem Monte Bonadies

Spaziergang durch die Altstadt von Salerno
Spaziergang durch die Altstadt von Salerno

Kathedrale San Matteo Salerno
Kathedrale San Matteo

Gasse im historischen Zentrum von Salerno
Gasse im historischen Zentrum

Ehemalige Kirche Santa Sofia Salerno
Ehemalige Kirche Santa Sofia


Tag 4: Salerno - Florenz - Mailand - Lugano - Zürich - Weinfelden - Konstanz

Der vierte Reisetag steht im Zeichen der Rückreise an den Bodensee. Vom Bahnhof Salerno starten wir auf die erste Etappe mit einem Zug des privaten Anbieters .italo in Richtung Venedig. Am Bahnsteig steht ein Triebzug vom Typ ETR 675 des Herstellers Alstom bereit. Die 250 km/h schnellen Züge sind auch unter dem Namen 'Italo EVO' bekannt, sie gehören zwar zur sogenannten Pendolino-Serie, verfügen aber nicht über Neigetechnik. Wir fahren über Neapel und Rom nach Norden.

Bahnhof Salerno
Bahnhof Salerno

Triebzug vom Typ ETR 675 der Bahngesellschaft .italo im Bahnhof Salerno
Triebzug vom Typ ETR 675 der Bahngesellschaft .italo im Bahnhof Salerno

Komfortklasse 'Club' im .italo-Zug
Komfortklasse 'Club' im .italo-Zug

Servicebereich Komfortklasse 'Club' im .italo-Zug
Servicebereich

Fahrt durch Kampanien
Fahrt durch Kampanien

Online-Fahrplandarstellung .italo
Online-Fahrplandarstellung

Blick vom Zug auf die Ruine von Castello di Borghetto
Blick vom Zug auf die Ruine von Castello di Borghetto bei Civita Castellana

Die Bahnstrecke folgt für einen längeren Abschnitt dem Tal des Tiber (italienisch Tevere) und quert den Fluss mehrfach. Der drittlängste Fluss Italiens entspringt in den Apenninen und fließt durch Rom ins Tyrrhenische Meer.
Die letzte Etappe unserer Fahrt bis Florenz führt durch die Toskana.

Fahrt durch das Tibertal
Fahrt durch das Tibertal

Kaffee und Gebäck für Fahrgäste im 'Club'-Bereich
Kaffee und Gebäck für Fahrgäste im 'Club'-Bereich

Querung des Tiber
Querung des Tiber

Mittelalterliche Festungsanlage Castelvecchio di Bomarzo-Veduta
Mittelalterliche Festungsanlage Castelvecchio di Bomarzo-Veduta

Unterwegs in der Toskana
Unterwegs in der Toskana

In Florenz verlassen wir den Zug, hier haben wir nun eine knappe Stunde Aufenthalt. Wir nutzen die Zeit für ein paar Schritte rund um den Bahnhof. Gegenüber des Bahnhofs liegt die Basilika Santa Maria Novella, ihre Renaissance-Fassade wurde im Jahr 1470 fertiggestellt.

Basilika Santa Maria Novella in Florenz
Basilika Santa Maria Novella in Florenz

Für die Weiterfahrt haben wir uns wieder für .italo entschieden. Wir treffen erneut auf einen ETR 675, die Flotte von .italo umfasst insgesamt 26 Triebzüge dieses Typs. Der erste Teil der Bahnfahrt verläuft fast komplett im Tunnel, von der 78 Kilometer langen Schnellfahrstrecke zwischen Florenz und Bologna sind 72 Kilometer unter der Erde. Die weitere Strecke führt über die Po-Ebene nach Mailand.

ETR 675 von .italo im Bahnhof Santa Maria Novella in Florenz
ETR 675 von .italo im Bahnhof Santa Maria Novella in Florenz

Komfortklasse 'Club' im .italo-Zug
Komfortklasse 'Club' im .italo-Zug

Po-Ebene vor dem Zugfenster
Po-Ebene vor dem Zugfenster

In Mailand wechseln wir auf einen Regionalzug des italienisch-schweizerischen Bahnunternehmens TILO. Wir fahren mit dem Zug bis Lugano, die Strecke führt durch die Lombardei nach Norden, auf der schweizerischen Seite verlaufen die Gleise am Ufer des Luganersees. Bei der Fahrt fällt der Blick auf Campione d'Italia am gegenüberliegenden Ufer, der Ort ist eine italienische Exklave umgeben vom Kanton Tessin.

Blick über den Luganersee zum Ort Campione d'Italia
Blick über den Luganersee zum Ort Campione d'Italia

In Lugano wechseln wir auf einen Intercity der SBB nach Zürich. Der Zug durchfährt den Gotthard-Basistunnel und passiert anschließend Vierwaldstättersee, Lauerzersee und Zugersee. Im Hauptbahnhof von Zürich steigen wir um auf einen Intercity nach Weinfelden, auch hier treffen wir wie beim vorherigen Zug auf eine Doppelstockgarnitur vom Typ IC2000.

Fahrt entlang des Zugersees bei Arth
Fahrt entlang des Zugersees bei Arth

Erste Klasse im Oberdeck der IC2000-Doppelstockgarnitur der SBB
Erste Klasse im Oberdeck der IC2000-Doppelstockgarnitur der SBB

Die letzte Etappe unserer Reise führt uns mit der S 44 von Weinfelden über den Seerücken nach Kreuzlingen und über die schweizerisch-deutsche Grenze nach Konstanz. Nach vier interessanten und abwechslungsreichen Tagen kommen wir damit wieder am Ausgangspunkt der Reise an.

Fahrt aus dem Thurtal auf den Seerücken
Fahrt aus dem Thurtal auf den Seerücken

Blick vom Zug bei Lengwil auf den Bodensee
Blick vom Zug bei Lengwil auf den Bodensee

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